GUDRUN KEMSA: Queens

28. Februar - 13. April 2014 in der ROTUNDE Bochum

Gudrun Kemsa, Queens, 2012/14, Video-Still (c) Gudrun Kemsa

Eröffnung: Freitag, 28. Februar 2014, um 19 Uhr

Einführende Worte von Ulrich Fernkorn

ROTUNDE des Katholikentagsbahnhofs, Bochum

Konrad-Adenauer-Platz 3, 44787 Bochum

 

Im Rahmen von "Kunstvereinehoch3" setzen die drei Bochumer Kunstvereine ihr Kooperationsprojekt im Zentrum der Innenstadt auch im Jahre 2014 fort: Mit der 3-Kanal-Videoprojektion Queens der Düsseldorfer Künstlerin Gudrun Kemsa (geb. 1961 in Datteln) wird die Rotunde des Alten Bochumer Hauptbahnhofs vom 28. Februar bis zum 13. April 2014 nach Einbruch der Dunkelheit mit bewegten Bildern neu bespielt.  

 

Gudrun Kemsa hat ein 2012 als 2-Kanal-Video realisiertes Werk für die panoramaartige Projektionsfläche des halbrunden Fensterbandes der Rotunde in eine 3-Kanal-Videoprojektion umgewandelt. Der knapp sieben minütige Loop zeigt in drei zeitlich versetzten und sich ergänzenden dynamischen Projektionen die Bilder einer Kamera aus einem fahrenden Zug. An manchen Stellen verschmelzen zwei oder drei der Projektionen zu einem durchgehenden Bild, häufiger aber werden wechselnde Aspekte derselben Zugfahrt auseinander halten. Man sieht mehr oder weniger stereotype Bilder von Vorstadtlandschaften mit in Bewegung erfassten Immobilien, wie sie in vielen Großstadtregionen vorkommen. Bei längerer Betrachtung aber lassen sich die Bilder eindeutiger verorten, da die Kamera nacheinander auch zwei Bahnhöfe erfasst, auf deren Hinweisschildern „Astoria Boulevard“ bzw. „Broadway“ zu lesen ist. Es handelt sich bei „Queens“ demnach um die Wiedergabe eines kurzen Streckenabschnitts eines Zuges, welcher in New York vom titelgebenden Stadtteil im Osten Richtung Midtown Manhattan bis nach Coney Island im Süden fährt.    

 

In Queens von Gudrun Kemsa sind es gerade die Bahnhofshalte, welche eine dem Alltag entsprechende Verlangsamung gegenüber der ansonsten - im Wortsinne – zügigen Bewegung der Filmbilder bewirken und ihrem „Drive“ einen sensibel kalkulierten Rhythmus verleihen: Gerade an den beiden Haltestellen ergeben sich Momente der Ruhe, wenn wartende Personen auf dem Bahnsteig, die in der eben noch schnellen Fahrt nur schemenhaft sichtbar waren, von anderen abgelöst werden, die mit abnehmender Geschwindigkeit deutlicher werden und zum Teil sogar zu stilllebenhafter Präsenz und bildmäßiger Klarheit gelangen. Und vielleicht sind es gerade solche bildhaften Momente, in denen einzelne Personen oder kleine Gruppen als raumkonstituierende Faktoren und als Verlebendigung der urbanen Bühne erscheinen, durch die Gudrun Kemsas Projektion am stärksten über das bloß Dokumentarische einer gefilmten Zugfahrt hinausgeht.

 

 

Weitere Informationen zu Gudrun Kemsa unter www.kemsa.de

 

 

 

Gefördert vom Kulturbüro der

 

 

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