CHRISTOPH WESTERMEIER: fabrikations kabinett

11. Januar - 14. Februar 2008 

Für die Ausstellung hat Christoph Westermeier seine Fotografien auf drei Etagen in engem Bezug zu den Räumen gehängt. Die drei großformatigen Werke erscheinen durchaus unterschiedlich voneinander und besitzen doch eine gemeinsame, eigenwillige Handschrift.

 

Im Obergeschoss hat Christoph Westermeier eine besondere Zone im Raum geschaffen und den white cube, indem er einen Großteil der Seitenwand und einen kleinen Teil der Stirnwand dunkelrot gestrichen hat, in ein kostbar wirkendes Kabinett verwandelt. Auf den farbigen Grund hat er über- und nebeneinander ein Ensemble analoger Schwarz-Weiß Fotografien gehängt. Man sieht Porträts ebenso wie Innenräume oder Landschaftsausschnitte, wobei ein absichtsvoller Gegensatz besteht zwischen der Beiläufigkeit der fotografierten Motive und ihrer aufwändigen Inszenierung.

Stärker noch als im Obergeschoss weichen die Fotoarbeiten in den anderen Etagen ab von den gängigen Erwartungen, die sich mit dem Medium Fotografie normalerweise verbinden. Im Keller hat der Künstler Architekturmotive nicht an die Wand gehängt, sondern sie – wie bei einer Tapete – Stoß an Stoß ganzflächig mit der Wand verklebt. So entsteht ein raumbeherrschendes, stereometrisch geprägtes Muster. Auch in seiner Arbeit im Erdgeschoss experimentiert Christoph Westermeier mit neuen Präsentationsformen für das fotografische Bild. Hier wird die Digitalfotografie eines Schaufensters, in dem ein ornamentverzierter Teppich hängt, durch ca. 70 DIN-A3-große Ausdrucke auf 3 x 4 Meter vergrößert und die Blätter entsprechend dem Ursprungsbild so Stoß an Stoß auf den Galerieboden gelegt, dass sich das Foto des Teppichs und das Foto als Teppich für unsere Anschauung im Raum wechselseitig ergänzen.

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

 

 

Pressestimmen

 

"Der Teppich ist kein Teppich", WAZ, 18.01.2008, von Werner Streletz

 

 

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