RALPH MERSCHMANN: neue Bilder

15. März - 02. Mai 2002

Ausgehend von einfachen, annähernd geometrischen Formen, von Kreisen, Streifen oder Quadraten, hat sich Ralph Merschmann in der Vergangenheit wiederholt mit ornamentalen Bildstrukturen befaßt, die er in Reihen und Variationen malerisch untersucht. Gemeinsam ist seinen meist kleinformatigen Arbeiten die Befreiung der an sich strengen Form zu einer unmittelbaren, stets mehrdeutigen Lebendigkeit, die den Blick in permanenter Bewegung hält. Zwar erzielt der Maler immer wieder kompositorische Ordnungen, die vor allem durch den flächengreifenden Rapport der Farbformen entstehen, doch werde diese zugleich infrage gestellt, indem er die scheinbar identischen Bildelemente nach individuellen Eigenschaften differenziert. So führen etwa geringfügige Abweichungen und Asymmetrien zu einem lebendigen All-Over, wie auch der Auftrag der kostbaren, oft freskohaften Farbe erkennen läßt, daß sich Ralph Merschmann entschieden gegen jede normative Malerei verwahrt.

 

Eine Pointierung dieser Fragestellungen gelang Ralph Merschmann durch den Einsatz einer von ihm entwickelten Stempeltechnik, die im Schichtungsverfahren maximale Variationsmöglichkeiten erlaubt. Dabei werden Gefäße in die Farbe getaucht, wodurch sich über ihrer Öffnung ein Farbfilm bildet, der bei Berührung mit der Leinwand platzt, um sich als leicht erhabene Kreisform auf die Fläche zu legen. Farbspritzer sind dabei unvermeidlich, so daß sich gerade diese Bilder einer Regelhaftigkeit lediglich annähern, ohne sie tatsächlich einzulösen.

 

Text: Stefan Rasche

 

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