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44892 Bochum-Langendreer

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Aktuell

Felix Contzen. New Works - but where?

10. November bis 14. Dezember 2017

Seit 2011 betreibt Felix Contzen (*1981), der zunächst an der Hochschule für Medien in Klön studierte und seit vier Jahren Gaststudent in der Klasse von Marcel Odenbach an der Düsseldorfer Kunstakademie ist, seine Suche nach dem Nichts. Über mehrere Kontinente haben ihn seine Reisen dabei geführt, seine neuesten Arbeiten, die er nun in der galerie januar präsentiert, sind in den USA entstanden.

Ruhig und fast schon melancholisch erscheinen die Fotografien aus der Salzwüste oder des nächtlichen Sternenhimmels. Natur in ihrer absoluten Reinform, nichts menschliches stört. Und doch sind die Aufnahmen perfekt komponiert, wenn etwa die Horizontlinie die Motive mittig durchschneidet. Der Betrachter kann in den Bilder versinken, die Ästhetik der Natur genießen und wird doch immer wieder auf sich selbst und seine eigene Bedeutung in der Welt zurückgeworfen.
Generell spielt die Beziehung zwischen Mensch und Natur eine zentrale Rolle im Schaffen des Wuppertalers, wie die Bilderserie "life imitates life" eindrücklich beweist. Erst bei genauem Hinsehen lassen sich die Manipulationen erkennen, die der Künstler vorgenommen hat. Mal versucht sich ein Stein auf einem Geröllhaufen zu verstecken, ein anderes Mal tarnt sich ein kugeliger Busch vergeblich zwischen anderen Artgenossen. Contzen hat die Protagonisten seiner Fotografien mit Tarnnetzen bedeckt und enttarnt sie damit gleichermaßen. In gewisser Weise lenkt er die Aufmerksamkeit durch den Akt des Verhüllens gerade auf die jeweiligen Objekte, die zugleich natürlich und künstlich erscheinen, wodurch sich die Frage nach den Grenzen der Nachahmung und der Imitation von Natur durch den Menschen stellt.
Wie eine Persiflage wirkt in diesem Zusammenhang die ausgestellte Camouflage-Jacke, die aus Stoffteilen unterschiedlicher Warnwesten zusammengesetzt ist. Soldaten tragen ähnliche Kleidung, wenn auch in anderen, eher natürlichen Farbtönen, um so möglichst lange unentdeckt zu bleiben und auch militärische Fahrzeuge erhalten je nach Einsatzort mal eine weiße, bräunliche oder grünliche Lackierung. Und dennoch bleiben Mensch und Maschine immer Fremdkörper, wenn sie sich im Einsatz befinden. Die neonfarbene Tarnjacke scheint vielmehr für einen vom Menschen gemachten Raum, als für eine natürliche Umgebung konzipiert zu sein. Fast schon grotesk mutet es an, wenn diese beiden Welten aufeinander treffen. Felix Contzen hat Wanderer und Touristen mit seiner Kamera eingefangen, die auf der Suche nach der Schönheit der Natur sind und sich selbst durch ihre bunt leuchtenden Kleidungsstücke zum Mittelpunkt ihrer Umgebung machen. Fast so scheint es, geht es ihnen hierbei mehr um das Motto „Sehen und gesehen werden“, als um das reine Naturerlebnis.
Der Titel der Ausstellung „New Works – but where?“ zeigt, dass das menschliche Streben nach einer Perfektionierung der Natur und der Versuch einer Ebenbürtigkeit zum Scheitern verurteilt ist: Er selbst und das von ihm Geschaffene wird in gewisser Weise immer Fremdkörper bleiben.

 

                                                                                                                                Text: Thomas Hensolt

Videoabend 2017

Freitag, 27. Oktober 2017, 20 Uhr

 

 

Videoabend 2017

 

Sie und Ihre Freunde sind herzlich zum diesjährigen Videoabend von galerie januar e.V. am

FREITAG, 27. OKTOBER 2017, um 20 UHR

eingeladen.

 

Beteiligte Künstler*innen:

 

Shabnam Azar
Mischa Badasyan

Andreas Boschmann

Catherina Cramer und Nicholas Grafia

Björn Drenkwitz

Nicola Gördes und Stella Rossié

Hye In Han

Vika Kirchenbauer

Krišs Salmanis

Lorenz Vetter

 

 

Helena Biermann - Malerei

15. September - 19. Oktober 2017

 

ERÖFFNUNG

Freitag, 15. September 2017, um 20 Uhr

Einführende Wort von Ulrich Fernkorn

 

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

 

Helena Biermann, die 1987 geboren ist, hat im Anschluss an ein Designstudium an der Fachhochschule Münster seit 2011 Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, zunächst in der Klasse von Katharina Fritsch und dann bei Herbert Brandl, zu dessen Meisterschülerin sie 2016 ernannt worden ist.

In ihrer ersten Einzelausstellung zeigt Helena Biermann auf zwei Etagen der galerie januar eine Auswahl ihrer jüngsten, 2016 und 2017 entstandenen kleineren Arbeiten auf Papier und größeren Leinwände. Mit ihnen hat sie – so kann es ein erster Blick suggerieren – zu ganz eigenen, stark autonom wirkenden Setzungen gefunden, die auch unabhängig von allem Wiedererkennen eines Gegenständlichen Sinn machen. Zwar hat die Künstlerin sämtlichen der ausgestellten Werke den gemeinsamen Titel „Mars“ gegeben, um darauf hinzuweisen, dass ihr Ausgangspunkt ursprünglich in fotografischen Aufnahmen von der Oberfläche des gleichnamigen Planeten liegt, aber letztlich lässt das bildnerische Resultat hier doch alles Vorbildliche hinter sich. Man kann und darf sich angesichts bestimmter Details der jüngsten Bilder von Helena Biermann immer noch an Landschaftliches oder auch Figürliches erinnert fühlen und sogar das Gegebene insgesamt für Darstellungen einer mikro- oder makrokosmischen Natur halten, aber – im Vergleich zu ihren früheren Arbeiten – ist der Rückbezug auf das Gegenständliche in jedem Fall spürbar zurückgedrängt, wenn auch nicht völlig aufgegeben. Vielleicht könnte man behelfsweise statt von einer gegenständlichen oder ungegenständlichen eher von übergegenständlichen Bildern sprechen, weil in ihnen trotz aller abstrakten Gestalt Natur und Landschaft eingeschrieben bleiben.

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

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