RALF BRÜCK: "Que' onda guero".

22. August - 02. Oktober 2008

Ralf Brück, Sign 4, 2009, 120 x 160cm, C-Print, Plexiglas (c) Ralf Brück

Der für sein fotografisches Werk in den letzten Jahren bereits mehrfach mit Stipendien und Preisen ausgezeichnete Düsseldorfer Künstler Ralf Brück (Jahrgang. 1966), der sein Studium 1994 in der berühmten Fotoklasse von Bernd Becher begonnen und 2003 als Meisterschüler von dessen Nachfolger Thomas Ruff an der Kunstakademie Düsseldorf abgeschlossen hat, ist mit seinen bildnerischen Erkundungen auf die Themen von Landschaft und Architektur konzentriert. Nur ganz gelegentlich kommen in der von ihm fotografierten Welt Menschen vor. In seiner Ausstellung in der galerie januar zeigt Ralf Brück eine Auswahl neuer Farbfotografien, die 2007 und 2008 auf Reisen des Künstlers durch Amerika entstanden sind. Geprägt durch die Weite der amerikanischen Landschaften wirken die neuen Fotografien Brücks raumhaltiger als die mitunter engen Ausschnitte seiner früheren Arbeiten. Sie zeigen überwiegend horizontal bestimmte und zugleich tief gestaffelte Landschaftsräume unter hohem Himmel mit vereinzelten Architekturmotiven. Brücks Kamera hat zwar unverkennbar Amerikanisches erfasst, meidet aber touristische Sehenswürdigkeiten oder sonstwie Spektakuläres.


Bildwürdiger als die vielfach fotografierten erhabenen Naturansichten amerikanischer Nationalparks etwa sind für Ralf Brück beispielsweise Motive wie die Rückseite eines weit über den Horizont emporragenden Hinweisschildes zwischen Telegraphenmasten und den hölzernen Pfosten eines sich in der Tiefe einer kargen Landschaft verlierenden Weidezauns. Im Gegensatz zu dem bislang vorherrschenden nüchtern-dokumentarischen Stil erkennt man hier eine gesteigerte Aufmerksamkeit für das Erfassen besonderer Lichtsituationen. Und doch bleibt die dramatisch wirkende Fotografie einer schwarzgrauen Wolkenformation vor hellem Himmel eine Ausnahme innerhalb seiner an erzählerischen Momenten bewusst sparsamen Bildsprache. Letztlich ist es Brücks eigenwilliger Sinn für das Gebaute seiner Fotografien, der sie von bloßen Dokumentationen unterscheidet und sie auch abhebt von den stilprägenden Vorbildern der road trip photography eines William Eggleston oder Stephen Shore, auf deren Tradition er sich mit seiner amerikanischen Motivwelt bezieht.

 

Text: Ulrich Fernkorn



 

Weitere Informationen zu Ralf Brück unter www.ralfbrueck.com

 

 

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