INGA KRÜGER: two story building

11. November - 15. Dezember 2016

(c) Inga Krüger

Inga Krügers (*1988) künstlerisches Arbeit lässt sich schwer in technische oder ästhetische Kategorien packen, reagiert so doch immer unmittelbar auf den Ausstellungsort bzw. die jeweilige, vorgefundene Situation und die spezifischen Bedingungen. Beinahe spielerisch taucht sie in die Geschichte, Architektur oder sozialen Strukturen ein und entwickelt mit verschiedenen Mitteln ein zusammenhängendes Gesamtkunstwerk. Dabei greift sie ebenso auf performative Elemente zurück, wie auf beinah klassisch zu nennende Techniken wie Malerei, Skulptur und Zeichnung. Aber auch Sound- und Videoarbeiten sowie Installationen tauchen auf, um so eine komplexe Erzählung um und über den Raum entstehen zu lassen.

 

Für ihre Ausstellung two story buliding entwickelt Krüger, die an der Kunstakademie in Münster bei Suchan Kinoshita studiert, eine zweiteilige Erzählung und greift dabei auf das produktive Missverständnis des englischen Begriffs für ein zweistöckiges Gebäude zurück. Während sich ein Teil der Arbeit mit der Geschichte der galerie januar in abstrakter Weise befasst, beschäftigt sie sich im zweiten Ausstellungsteil vor allem mit der architektonischen Situation. Von Beginn an war vor allem der Eingangsbereich in die Galerieräume ein spannendes Moment für die Künstlerin: Eine Straße im Umbruch, ein kleiner privater Garten und das Galeriegebäude.

 

Durch ihr geschicktes Eingreifen und die subjektive Einschätzung der Situation stellt sie die Sehgewohnheiten des Betrachters in Frage und zwingt ihn auf spannende Art und Weise neue Perspektiven einzunehmen. Dass dies auch immer mit einem kleinen Augenzwinkern zu verstehen ist beweist vielleicht am besten ein Zitat, der in Düsseldorf lebenden Künstlerin: „Wenn ich als hilfsbereite Freundin die Handtasche meiner Freundin halte, denken natürlich alle, das wäre mein Geschmack.“

 

Text: Thomas Hensolt

 

 

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