FELICIA DÜRBUSCH: Passstücke

26. August - 06. Oktober 2016

Felicia Dürbuschs' Gemälde wirken auf den ersten Blick wie rein abstrakte Gebilde. Flächig gemalte Formen schweben bezugslos auf monochromen Hintergründen und verbinden sich mit anderen Formen zu surreal anmutenden Gebilden. Erst bei näherer Betrachtung klingen Assoziationen zu bekannten Formen aus der alltäglichen Umwelt an, die auf den Gemälden aber nie eins zu eins darstellt sind. Die Künstlerin sucht sich ihre Motive in ihrer Umgebung. Dabei verwendet sie teils Abbildungen der menschlichen Anatomie, aber auch Designobjekte oder Alltagsgegenstände. Sie löst die Formen aus ihrem Kontext heraus und lässt sie auf dem Bildträger beschnitten, abstrahiert und reduziert in verschiedenen Modi in Interaktion treten.

 

Die Formen menschlicher Anatomie, wie beispielsweise Niere oder Leber, verbinden sich mit geometrischen Strukturen zu sonderbaren Gebilden, die zwar immer noch Relationen zur Figur aufweisen, aber innerhalb des Gemäldes als eigenständige Wesen erscheinen. Dabei ist sie immer auf der Suche nach ineinanderpassenden und sich komplementierenden Elementen, die sie als „Passstücke“ bezeichnet. Der Bildinhalt wird somit auf den Moment der Interaktion der einzelnen Formen reduziert. Die Herkunft der Formen und ihre damit verbundenen Bezüge spielen keine Rolle mehr. Körpersysteme gekoppelt mit Formen, die als Prothesen, Orthesen, Rüstungselemente oder Stützen agieren, oder Formationen von Objekten, die passgenau funktionieren, überführt sie in eine zweidimensionale und desillusionierende Ebene.

 

Die Arbeiten von Felicia Dürbusch zeichnen sich aber nicht nur durch das Spiel mit den Formen unterschiedlichster Herkunft aus, sondern auch durch einen besonderen Umgang mit der Farbe. Die Farbigkeit ihrer Arbeiten reicht von pastelligen Farben bis hin zu kräftigen, fast neonfarben, Tönen, die sie größtenteils flächig aufträgt, immer wieder aber auch mit subtilen Farbnuancen und innerbildlichen Strukturen kombiniert. Ihre Arbeiten bewegen sich auf einer Grenze zwischen Farbfeldmalerei und abstrakter Gegenständlichkeit.

 

Felicia Dürbusch wurde 1989 in Rheda-Wiedenbrück geboren und studiert seit 2011 an der Kunstakademie Münster. Sie ist Meisterschülerin in der Klasse von Prof. Klaus Merkel.

                                                                                                                                                                                                                                            

                                                                                                         Text: Claudia Rinke

 

 

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