galerie januar e.V.
galerie januar e.V.

KONTAKT

galerie januar


Verein zur Förderung junger Kunst e.V.

 

Eislebener Str. 9 /

In der Schuttenbeck,

44892 Bochum-Langendreer

Tel: 0234/3600578

 

E-Mail:

info (at) galerie-januar . de

 

Öffnungszeiten:

Do. 17-19 Uhr;

und nach Vereinbarung

 

 

Mitglied der

www.kunstvereineruhr.de

 

 

Mitglied der

2017

Felix Contzen. New Works - but where? (10.11.-16.12.2017)

 

Seit 2011 betreibt Felix Contzen (*1981), der zunächst an der Hochschule für Medien in Klön studierte und seit vier Jahren Gaststudent in der Klasse von Marcel Odenbach an der Düsseldorfer Kunstakademie ist, seine Suche nach dem Nichts. Über mehrere Kontinente haben ihn seine Reisen dabei geführt, seine neuesten Arbeiten, die er nun in der galerie januar präsentiert, sind in den USA entstanden.

Ruhig und fast schon melancholisch erscheinen die Fotografien aus der Salzwüste oder des nächtlichen Sternenhimmels. Natur in ihrer absoluten Reinform, nichts menschliches stört. Und doch sind die Aufnahmen perfekt komponiert, wenn etwa die Horizontlinie die Motive mittig durchschneidet. Der Betrachter kann in den Bilder versinken, die Ästhetik der Natur genießen und wird doch immer wieder auf sich selbst und seine eigene Bedeutung in der Welt zurückgeworfen.
Generell spielt die Beziehung zwischen Mensch und Natur eine zentrale Rolle im Schaffen des Wuppertalers, wie die Bilderserie "life imitates life" eindrücklich beweist. Erst bei genauem Hinsehen lassen sich die Manipulationen erkennen, die der Künstler vorgenommen hat. Mal versucht sich ein Stein auf einem Geröllhaufen zu verstecken, ein anderes Mal tarnt sich ein kugeliger Busch vergeblich zwischen anderen Artgenossen. Contzen hat die Protagonisten seiner Fotografien mit Tarnnetzen bedeckt und enttarnt sie damit gleichermaßen. In gewisser Weise lenkt er die Aufmerksamkeit durch den Akt des Verhüllens gerade auf die jeweiligen Objekte, die zugleich natürlich und künstlich erscheinen, wodurch sich die Frage nach den Grenzen der Nachahmung und der Imitation von Natur durch den Menschen stellt.
Wie eine Persiflage wirkt in diesem Zusammenhang die ausgestellte Camouflage-Jacke, die aus Stoffteilen unterschiedlicher Warnwesten zusammengesetzt ist. Soldaten tragen ähnliche Kleidung, wenn auch in anderen, eher natürlichen Farbtönen, um so möglichst lange unentdeckt zu bleiben und auch militärische Fahrzeuge erhalten je nach Einsatzort mal eine weiße, bräunliche oder grünliche Lackierung. Und dennoch bleiben Mensch und Maschine immer Fremdkörper, wenn sie sich im Einsatz befinden. Die neonfarbene Tarnjacke scheint vielmehr für einen vom Menschen gemachten Raum, als für eine natürliche Umgebung konzipiert zu sein. Fast schon grotesk mutet es an, wenn diese beiden Welten aufeinander treffen. Felix Contzen hat Wanderer und Touristen mit seiner Kamera eingefangen, die auf der Suche nach der Schönheit der Natur sind und sich selbst durch ihre bunt leuchtenden Kleidungsstücke zum Mittelpunkt ihrer Umgebung machen. Fast so scheint es, geht es ihnen hierbei mehr um das Motto „Sehen und gesehen werden“, als um das reine Naturerlebnis.
Der Titel der Ausstellung „New Works – but where?“ zeigt, dass das menschliche Streben nach einer Perfektionierung der Natur und der Versuch einer Ebenbürtigkeit zum Scheitern verurteilt ist: Er selbst und das von ihm Geschaffene wird in gewisser Weise immer Fremdkörper bleiben.

 

                                                                                                                                Text: Thomas Hensolt

Videoabend 2017 (27. 10. 2017)

Beteiligte Künstler*innen:

 

Shabnam Azar
Mischa Badasyan

Andreas Boschmann

Catherina Cramer und Nicholas Grafia

Björn Drenkwitz

Nicola Gördes und Stella Rossié

Hye In Han

Vika Kirchenbauer

Krišs Salmanis

Lorenz Vetter

Helena Biermann - Malerei (15. 9.-19. 10. 2017)

 

Helena Biermann, die 1987 geboren ist, hat im Anschluss an ein Designstudium an der Fachhochschule Münster seit 2011 Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, zunächst in der Klasse von Katharina Fritsch und dann bei Herbert Brandl, zu dessen Meisterschülerin sie 2016 ernannt worden ist.

In ihrer ersten Einzelausstellung zeigt Helena Biermann auf zwei Etagen der galerie januar eine Auswahl ihrer jüngsten, 2016 und 2017 entstandenen kleineren Arbeiten auf Papier und größeren Leinwände. Mit ihnen hat sie – so kann es ein erster Blick suggerieren – zu ganz eigenen, stark autonom wirkenden Setzungen gefunden, die auch unabhängig von allem Wiedererkennen eines Gegenständlichen Sinn machen. Zwar hat die Künstlerin sämtlichen der ausgestellten Werke den gemeinsamen Titel „Mars“ gegeben, um darauf hinzuweisen, dass ihr Ausgangspunkt ursprünglich in fotografischen Aufnahmen von der Oberfläche des gleichnamigen Planeten liegt, aber letztlich lässt das bildnerische Resultat hier doch alles Vorbildliche hinter sich. Man kann und darf sich angesichts bestimmter Details der jüngsten Bilder von Helena Biermann immer noch an Landschaftliches oder auch Figürliches erinnert fühlen und sogar das Gegebene insgesamt für Darstellungen einer mikro- oder makrokosmischen Natur halten, aber – im Vergleich zu ihren früheren Arbeiten – ist der Rückbezug auf das Gegenständliche in jedem Fall spürbar zurückgedrängt, wenn auch nicht völlig aufgegeben. Vielleicht könnte man behelfsweise statt von einer gegenständlichen oder ungegenständlichen eher von übergegenständlichen Bildern sprechen, weil in ihnen trotz aller abstrakten Gestalt Natur und Landschaft eingeschrieben bleiben.

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

Gefördert von:

Marta Colombo - La nuova Milano (12.5.-6.7.2017)

 

 

 

Marta Colombo beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der urbanen Architektur, den Raumerfahrungen und den Veränderungsprozessen, denen wir ausgesetzt sind. Insbesondere das Zusammentreffen von alter und zeitgenössischer Architektur spielt dabei eine zentrale Rolle. In unterschiedlichsten Techniken, wie Collagen, Fotografie, Siebdruck und Rauminstallationen untersucht sie die architektonischen Formen und vorgefundenen städtebaulichen Gegebenheiten und übersetzt sie in eine neue künstlerische Sprache.

In der Ausstellung in galerie januar e.V. werden neue Arbeiten aus dem Werkzyklus „La nuova Milano (Das neue Mailand)“ gezeigt. Im Jahr 2016 ging Marta Colombo mit einem Stipendium der Ruhr Residence (ein Projekt der KunstVereineRuhr) auf Recherchereise nach Mailand und untersuchte dort das Viertel Garibaldi. Seit den späten 2000er-Jahren befindet sich dieses Viertel um die „Porta Nuova“ in einem Wandlungsprozess, der die Skyline der Stadt nachhaltig verändert hat. Während der Expo 2015 wurde dort das gewaltige Bauprojekt, an dem 20 große, internationale  Architekturbüros beteiligt waren, vorgestellt. Das Bauprojekt erzeugt eine radikale Konfrontation klassischer und moderner Architekt, alter und moderner Materialien und Formen,  welche die Künstlerin untersuchte.

In ihren Collagen und Siebdrucken, in denen sie einzelne architektonische Formen isoliert, transformiert Marta Colombo den urbanen Raum auf die zweidimensionale Fläche des Papiers. Sie stellt Gegensätze und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Gebäude heraus und versucht sie in einen konstruktiven Dialog miteinander zu bringen. Die insgesamt 32 Arbeiten zeigen einen Spaziergang durch das Viertel und stellen immer wieder bestimmte stadtprägende Architekturen vor, die mit Hilfe von farbigen Flächen aus ihrer Umgebung herausgehoben sind. Für den Betrachter ergeben sich somit nicht nur Stadtansichten, sondern eine durch die Künstlerin vollführte Dekonstruktion des Raumes, der in neue Strukturen überführt wird sowie Fragen nach den visuelle Spuren der Geschichte aufwirft und kritische Denkprozesse in Gang setzt.

In ihren Rauminstallationen setzt die Künstlerin den urbanen Raum, den sie in ihren Siebdrucken und Collagen in die Zweidimensonalität überführt, wieder in die Dreidimensionalität zurück. Mit Hilfe von Wandmalereien und verschiedenen Materialien, wie Fäden, Holzlatten, Klebebändern und Filz werden im Ausstellungsraum neue abstrakte Räume erzeugt, die sich auf die Formen, welche die Architektur vorgeben beziehen.

 

Marta Colombo wurde 1984 in Merate, Italien geboren und lebt und arbeitet in Essen und Mailand. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Kunst von Berra, Mailand. Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Europa zu sehen.

 

Text: Claudia Rinke

 

Weitere Informationen zu Marta Colombo unter www.martacolombo.de

 

 

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Angelika Rauf - Miura-Ori (24.4.-27.5.2017)

 

 

 

Nach einer japanischen Falttechnik hat die 1983 in Hannover geborene Künstlerin Angelika Rauf ihre Ausstellung betitelt. Miura-Ori, so die nach ihrem Erfinder Koryo Miura benannte Technik, erlaubt es, große, raumgreifende Objekte mit nur einer Bewegung zusammen- oder auseinanderzuklappen. Vielen ist dieses Phänomen durch die Falk-Pläne bekannt, die jedoch im Zeitalter der Digitalisierung immer mehr aus der Mode kommen.
Kennengelernt hat Rauf, die seit 2015 Meisterschülerin von Ayse Erkmen ist, die Technik bei einem Studienaufenthalt in Japan. In der aktuellen Ausstellung der galerie januar (Eislebener Str. 9, 44892 Bochum-Langendreer), die an diesem Freitag (24. März), um 20 Uhr eröffnet wird, präsentiert die Künstlerin die Falttechnik in Form einer Serie von RISO-Drucken. Farbige Linien, die den unzähligen Knickspuren folgen, überziehen die einzelnen Blätter und beginnen bei längerer Betrachtung vor dem Auge zu tanzen, wodurch die starre Konstruktion lebendig zu werden scheint.
Die Drucke stellt sie einigen Zeichnungen gegenüber, die in ihrer Zurückhaltung wie in ihrer Materialwahl ebenfalls nach Asien zu verweisen scheinen. Dünne schwarze Linien bestimmen die abstrakten Komposition auf dem handgeschöpften Papier. Durch Überlagerung der Linien entstehen bisweilen komplizierte Bildaufbauten und Tiefenräumlichkeit. Dennoch scheint alles einer strengen Ordnung zu gehorchen. Ganz anderes präsentieren sich die Werke im Obergeschoss.
Auf den ersten Blick erscheinen die großformatigen Zeichnungen chaotisch und wild. Jedoch folgen auch sie einer inneren Struktur. „Physische Zeichnungen“ nennt Rauf diese Bilder, die mit beiden Händen und unter großem körperlichem Einsatz entstehen. Durch die beidhändige Bearbeitung des Papiers mit Graphitstiften kristallisieren sich Wiederholungen und beinahe identische Bewegungsmuster heraus, die den Blättern trotz ihrer starken Bewegtheit eine gewisse Ruhe verleihen.
Den Gegenpol zu den fast schon schwarz glänzenden Zeichnungen bilden Raufs Porzellanarbeiten: Sechs weiß schimmernde Gefäße, die an Kürbisse erinnern, stehen den Zeichnungen direkt gegenüber und verbreiten eine beinahe meditative Stimmung.
Auch sie verweisen nach Japan, wo die Grenze zwischen Gebrauchskeramik und Kunstgegenstand wesentlich fließender als in Europa ist.
Im Untergeschoss der Galerie verbindet die Künstlerin ihre Leidenschaft für Keramik und Zeichnung miteinander. Unterschiedlichste Formen – mal organisch, mal geometrisch – , in saften Farbtönen gehalten, wachsen in die Höhe. Und trotz ihrer Verschiedenartigkeit weisen sie alle eine Gemeinsamkeit auf. Sie dienen der Zeichnung als Grundlage, die als Ritzzeichnung, als dreidimensionale Linie oder als feinstes Krakelee die Oberflächen überzieht.

 

                                                                                                                                Text: Thomas Hensolt

 

Gefördert von:

 

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Christian Bögelmann - Weißgrün (20.1.-24.2.2017)

 

 

 

Seltsam vertraut wirken die Konstruktionen Bögelmanns schon auf den ersten Blick. Geländer, die Ausstattung eines Spielplatzes...diese Gedanken lassen sich mit den  Exponaten assoziieren. Es ergibt sich ein Spiel mit dem, was wir zu sehen scheinen und dem, was dort tatsächlich vor uns steht. Der Ausstellungstitel "Weißgrün" bezieht sich dabei schlicht auf den Farbton, den Bögelmann für eine seiner Arbeiten nutzt. Die Wahl dieser Farbe ergab sich nicht von ungefähr: Bochums Wahrzeichen, der Förderturm des Bergbaumuseums, erstrahlt in eben jenem hellen Grün.

Auch Bögelmanns fotografische Arbeiten befremden zuerst, entstehen sie doch nicht durch den Gebrauch einer Kamera, sondern mithilfe einer Software. Statt reale Motive aufzunehmen, nutzt er ein CAD-Programm. Die Bildsprache lässt klar erkennen, dass es um eine Auseinandersetzung mit der Fläche geht. So arbeitet Bögelmann an einer zunehmenden Abstraktion und entfernt sich von gängigen Vorstellungen des Räumlichen.

 

Christian Bögelmann (*1976) schafft Stahlskulpturen, Fotografien und Videos. Sein Arbeitsgerät ist der Computer. Digital nähert er sich an die Form an, Version folgt auf Version bis schließlich der finale Entwurf entsteht. Bereits während seines Studiums an der Kunstakademie Münster vollzieht sich diese Arbeitsweise, weg von der "klassischen" Auffassung der Bildhauerei zur Arbeit am PC. Die Ausstellung "Weißgrün" zeigt mit zwei skulpturalen und einer fotografischen Arbeit, die in unterschiedlichen Schaffensperioden entstanden, einen Querschnitt seines Œuvres. 

 

Text: Jan-Hendrik Steffan

2016

Inga Krüger - "two story building"                       (11.11.-15.12.2016)

(c) Inga Krüger

 

 

ERÖFFNUNG

Freitag, 11. November 2016, um 20 Uhr

Einführende Worte von Thomas Hensolt.

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

Inga Krügers (*1988) künstlerisches Arbeit lässt sich schwer in technische oder ästhetische Kategorien packen, reagiert so doch immer unmittelbar auf den Ausstellungsort bzw. die jeweilige, vorgefundene Situation und die spezifischen Bedingungen. Beinahe spielerisch taucht sie in die Geschichte, Architektur oder sozialen Strukturen ein und entwickelt mit verschiedenen Mitteln ein zusammenhängendes Gesamtkunstwerk. Dabei greift sie ebenso auf performative Elemente zurück, wie auf beinah klassisch zu nennende Techniken wie Malerei, Skulptur und Zeichnung. Aber auch Sound- und Videoarbeiten sowie Installationen tauchen auf, um so eine komplexe Erzählung um und über den Raum entstehen zu lassen.
Für ihre Ausstellung "two story buliding" entwickelt Krüger, die an der Kunstakademie in Münster bei Suchan Kinoshita studiert, eine zweiteilige Erzählung und greift dabei auf das produktive Missverständnis des englischen Begriffs für ein zweistöckiges Gebäude zurück. Während sich ein Teil der Arbeit mit der Geschichte der galerie januar in abstrakter Weise befasst, beschäftigt sie sich im zweiten Ausstellungsteil vor allem mit der architektonischen Situation. Von Beginn an war vor allem der Eingangsbereich in die Galerieräume ein spannendes Moment für die Künstlerin: Eine Straße im Umbruch, ein kleiner privater Garten und das Galeriegebäude.

Durch ihr geschicktes Eingreifen und die subjektive Einschätzung der Situation stellt sie die Sehgewohnheiten des Betrachters in Frage und zwingt ihn auf spannende Art und Weise neue Perspektiven einzunehmen. Dass dies auch immer mit einem kleinen Augenzwinkern zu verstehen ist beweist vielleicht am besten ein Zitat, der in Düsseldorf lebenden Künstlerin: „Wenn ich als hilfsbereite Freundin die Handtasche meiner Freundin halte, denken natürlich alle, das wäre mein Geschmack.“

 

Text: Thomas Hensolt

 

Gefördert von:

 

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Videoabend 2016 (14.10.2016)

 

 

januar lädt ein zum

 

VIDEOABEND

Freitag, 14. Oktober 2016, um 20 Uhr

 

 

mit Arbeiten von:

Patrick Buhr - Felix Contzen - Kirsten Carina Geißer & Ines Christine Geißer -             Heidi Hörsturz - Lucie Mercadal - Sarah Mock - Lena Ditte Nissen - Clemens Wilhelm -   Astrid Wilk

 

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

 

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Felicia Dürbusch - Passstücke (26.8.-6.10.2016)

 

 

ERÖFFNUNG

Freitag, 26. August 2016, um 20 Uhr

Einführende Worte von Claudia Rinke.

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

Felicia Dürbusch wurde 1989 in Rheda-Wiedenbrück geboren und studiert seit 2011 an der Kunstakademie Münster. Sie ist Meisterschülerin in der Klasse von Prof. Klaus Merkel.

Ihre Gemälde wirken auf den ersten Blick wie rein abstrakte Gebilde. Flächig gemalte Formen schweben bezugslos auf monochromen Hintergründen und verbinden sich mit anderen Formen zu surreal anmutenden Gebilden. Erst bei näherer Betrachtung klingen Assoziationen zu bekannten Formen aus der alltäglichen Umwelt an, die auf den Gemälden aber nie eins zu eins darstellt sind. Die Künstlerin sucht sich ihre Motive in ihrer Umgebung. Dabei verwendet sie teils Abbildungen der menschlichen Anatomie, aber auch Designobjekte oder Alltagsgegenstände. Sie löst die Formen aus ihrem Kontext heraus und lässt sie auf dem Bildträger beschnitten, abstrahiert und reduziert in verschiedenen Modi in Interaktion treten. Die Formen menschlicher Anatomie, wie beispielsweise Niere oder Leber, verbinden sich mit geometrischen Strukturen zu sonderbaren Gebilden, die zwar immer noch Relationen zur Figur aufweisen, aber innerhalb des Gemäldes als eigenständige Wesen erscheinen. Dabei ist sie immer auf der Suche nach ineinanderpassenden und sich komplementierenden Elementen, die sie als „Passstücke“ bezeichnet. Der Bildinhalt wird somit auf den Moment der Interaktion der einzelnen Formen reduziert. Die Herkunft der Formen und ihre damit verbundenen Bezüge spielen keine Rolle mehr. Körpersysteme gekoppelt mit Formen, die als Prothesen, Orthesen, Rüstungselemente oder Stützen agieren, oder Formationen von Objekten, die passgenau funktionieren, überführt sie in eine zweidimensionale und desillusionierende Ebene.

Die Arbeiten von Felicia Dürbusch zeichnen sich aber nicht nur durch das Spiel mit den Formen unterschiedlichster Herkunft aus, sondern auch durch einen besonderen Umgang mit der Farbe. Die Farbigkeit ihrer Arbeiten reicht von pastelligen Farben bis hin zu kräftigen, fast neonfarben, Tönen, die sie größtenteils flächig aufträgt, immer wieder aber auch mit subtilen Farbnuancen und innerbildlichen Strukturen kombiniert. Ihre Arbeiten bewegen sich auf einer Grenze zwischen Farbfeldmalerei und abstrakter Gegenständlichkeit.

 

Text: Claudia Rinke

 

Gefördert von:

 

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Christian Keinstar - Muscles Are Violence               (3.6.-14.7.2016)

Ohne Titel, Installation, 2016 (c) Christian Keinstar

 

 

 

ERÖFFNUNG

Freitag, 3. Juni 2016, um 20 Uhr

Einführende Worte von Thomas Hensolt.

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

 

Auf den ersten Blick wirken die Arbeiten, die Christian Keinstar (*1975) in der galerie januar präsentiert so unterschiedlich wie in einer Gruppenausstellung, man würde sie auf den ersten Blick wohl kaum einem einzelnen Künstler zuordnen. Zu verschieden sind die Materialien und Medien, derer sich der in Köln lebende Künstler bedient. So zeigt Keinstar neben Skulpturen und Installationen auch Video- und Fotoarbeiten, die in den vergangenen fünf Jahren entstanden sind. Auf den zweiten Blick lässt sich jedoch erkennen, dass die Arbeiten scheinbar in einem gemeinsamen Kontext stehen: Gewalt, Gegengewalt und Körperlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Diese macht Keinstar nicht nur sichtbar, sondern beinahe körperlich nachempfindbar. Schwerer Atem und Geräusche die an einen Herzschlag erinnern, durchziehen die Räume der Galerie und nehmen den Betrachter augenblicklich gefangen. Magisch angezogen wird der Besucher durch die im Zentrum stehende Video-Performance „Liberate Me“ (2014). Eine junge, unbekleidete Frau liegt auf einer Bahre, das Gesicht verdeckt von einer seltsam schimmernden Maske, die sich nach und nach auflöst. Je weiter der Prozess fortschreitet, umso leichter scheint ihr das Atmen zu fallen. Durchaus äquivalent ist das Dargestellte zu betrachten, da die Frau sich in einer scheinbar ausweglosen Position befindet und dennoch vollkommen ruhig und entspannt zu sein scheint. Also keine Gewalt, sondern eher ein religiös motiviertes Ritual? Keinstar stellt der Arbeit die Reproduktion einer Fotografie gegenüber, die alle fünf Wissenschaftler zeigt, die für die Einbalsamierung und Konservierung von Wladimir I. Lenin zeigt, und die lange Zeit von den Sowjets geheim gehalten wurde. Der Leib der Frau wird so in eine Beziehung zum Leichnam Lenins gerückt, wodurch der Körper selbst zum Kultobjekt wird. Doch ist der Kölner nicht nur an der Körperlichkeit anderer interessiert, so zeigt er beinahe versteckt auch seinen eigenen Körper. In einer Serie von Bleibildern („Ohne Titel (BB 04-13)“, 201“), die er mit den Händen bearbeitet hat, lassen sich bei genauerem Hinsehen Abdrücke seiner Handflächen erkennen und verweisen so auf die Muskelkraft des eigenen Körpers. Kaum zu erkennen ist die körperliche Gewalt, die in „A History Of Power“ (2011) steckt. Viel mehr erinnert die mit Wachs verkleidete Zinkwanne an eine Arbeit von Josef Beuys. Wäre da nicht der Handgenerator, dessen Stromkabel in der Wanne enden. Keinstar erinnert hier an Foltermethoden französischer Soldaten, die während des Armenienkrieges Bauern und Aufständische in die mit Wasser gefüllten Wannen setzten und sie mit Stromstößen zu malträtieren. Eine Praxis, die sie im Verlauf des Krieges auch an sich selbst testeten, um so den Kameraden gegenüber ihre Männlichkeit unter Beweis zu stellen.

Für seine Ausstellung hat Christian Keinstar auch eine neue Arbeit („Ohne Titel“) für die galerie januar entwickelt. Folgt man dem schlagenden Rhythmus ins Untergeschoss, eröffnet sich ein scheinbar grausamer Anblick. Nackte Mädchenleiber hängen zuckend von der Decke. Wie ihre Gestalt, scheint auch die Bewegung gleichförmig – fast wie die eines Schwarms. Eine jede folgt unbewusst den Aktionen der anderen, wodurch das Unbehagen beim Betrachter noch gesteigert wird. Angeregt durch am Computer animierte Massenszenen aus Hollywood-Produktionen zeigt Keinstar einerseits das Zusammenspiel der Muskeln im menschlichen Körper und stellt andererseits die Frage nach dem Individuum das in der Konformität innerhalb der Gesellschaft unterzugehen droht und vorgegebenen Meinungen und Moden blindlings zu folgen scheint.

 

Text: Thomas Hensolt

 

 

 

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Viktoria Strecker - gradatim (1.4.-12.5.2016)

 

ERÖFFNUNG

Freitag, 1. April 2016, um 20 Uhr

Einführende Worte von Thomas Hensolt.

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

Viktoria Strecker (*1987) studierte zunächst freie Kunst an der Alanushochschule, Alfter bei Andreas Orosz, bevor sie 2009 an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Marcel Odenbach wechselte. In ihren Arbeiten verbindet sie in einzigartiger Weise Elemente aus Malerei, Plastik, Grafik und Naturstrukturen.

In den Räumen der galerie januar präsentiert die in Wuppertal lebende Künstlerin Werke, die speziell für ihre Ausstellung „gradatim“ entstanden sind. Dabei untersucht Strecker einzelne Elemente, die durch Variation und Wiederholung an antropomorphe Gebilde erinnern. Während in einigen Arbeiten ein freier, intuitiver Ansatz im Umgang mit dem Detail den Aufbau der Komposition bestimmt, bilden an anderer Stelle Texte den Ausgangspunkt ihres Schaffens. Diese werden in eine Art zeichnerische Codierung übersetzt. Dabei wird jeder Buchstabe durch ein bildliches Element ersetzt, wodurch die Komposition durch den Textfluss diktiert und von der Künstlerin nicht verändert werden kann. So treffen in der Ausstellung immer wieder autopoietische, aus sich selbst entstehende Werke auf Arbeiten, die einer systematischen Übersetzung folgen und von strikten Regeln beherrscht werden.

Ob mit dem Kugelschreiber auf Papier, mit Kleber auf Kassenbons, genähtem Schaumstoff oder gestricktem Filament; ob als gestrandete Urwolke im Kellergeschoss oder als Textschwarm an der Wand – immer stellt Viktoria Strecker Modelle von Einheiten und ihren Bestandteilen zur Diskussion und eröffnet dem Besucher den Blick in eine scheinbar fremde Welt.

 

                                                                                                                               Text: Thomas Hensolt

 

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Javkhlan Ariunbold - velum (29.1.-3.3.2016)

 

 

Eröffnung:

Freitag, 29. Januar 2016, um 20 Uhr

Einführende Worte von Ulrich Fernkorn

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

Die 1990 in der Hauptstadt der Mongolei, Ulaanbaatar geborene und dort auch aufgewachsene Künstlerin Javkhlan Aruinbold, die ihre künstlerische Ausbildung an der Akademie ihrer Heimatstadt begonnen und seit 2011 an der Kunstakademie Münster fortgesetzt hat, hat in den vergangenen Jahren in der Malerei-Klasse von Cornelius Völker zu ihrem ganz eigenen künstlerischen  Ausdruck gefunden. In Bochum zeigt sie die ganze Spannweite ihres vielfältigen, jüngsten Schaffens, das sich ebenso in Aquarellen wie  in Aquatinta-Farbradierungen und auch Ölgemälden zeigt.

Die für die Ausstellung ausgewählten – meist kleinformatigen - Werke auf Papier und Leinwand, die in den letzten beiden Jahren entstanden sind, lassen sich nicht so leicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen und tragen gegensätzliche Bestimmungen in sich. Gerade in den Aquarellen stoßen beispielsweise geometrische Strukturen auf  wolkig diffuse Malerei; klar konturierte Formen stehen neben dünnflüssig informellen Zonen und zeichenhafte Bestimmtheiten gegen ausufernd naturhafte Farbströme.

Ähnlich wie Ariunbolds aquarellierte Blätter haben auch ihre Graphiken und Gemälde    sämtlich keine Titel: Einem solchen Verzicht auf Titel entspricht es, dass es sich bei den Werken der Künstlerin um selbstgesetzliche Farb- und Formkonstellationen ohne direkten Bezug zur sichtbaren Wirklichkeit handelt. Wie immer viele von ihnen unweigerlich starke oder schwächere gegenständliche Vorstellungen auszulösen vermögen, entstehen sie doch gewissermaßen vorbildlos und aus der direkten Auseinandersetzung mit dem jeweils gewählten künstlerischen Material heraus.  Mitunter meint man zwar in den organisch anmutenden Formen ganz bestimmte, wenn auch schwer benennbare Naturvorbilder verkörpert zu sehen, aber zugleich lösen sich mögliche gegenständliche Bezüge immer wieder auf. Sicher liegt in diesem spannungsvollen Gegensatz bereits eines der allgemeinen Kennzeichen von Javkhlan Ariunbolds aktueller Kunst, indem sie zumeist eine Art Mittelstellung einnimmt zwischen einer auf den Gegenstand noch rückbeziehbaren wie zugleich sich davon ablösenden ungegenständlichen oder besser noch: übergegenständlichen Bildsprache.

Fast immer erlauben Ariunbolds neue Werke eine mindestens doppelte Lektüre: Insbesondere im Angesicht derjenigen Werke, auf deren Gestalt sich der übergreifende Titel bezieht, den die  Künstlerin ihrer  Ausstellung insgesamt gegeben hat, nämlich velum, was allgemein soviel wie Schleier oder Hülle bedeutet und im engeren Sinne der Antike einen (Tür)Vorhang bezeichnet, meint man einerseits  Ausschnitte von gemusterten, mit Punkten oder auch bunten Streifen versehenen Vorhangstoffen zu sehen wie zugleich andererseits bloße, den Bewegungsspuren des Pinsels sich verdankende Farbbahnen, die jede gegenständliche Bindung überbieten zugunsten der Erfahrung einer selbstgesetzlichen farbigen Phänomenalität, deren Raum- und Lichthaltigkeit sich den ureigenen Mitteln der Graphik bzw. Malerei verdankt und mit der außerbildlichen Wirklichkeit nicht zu verwechseln ist.     

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

 

Weitere Informationen zu Javkhlan Ariunbold erhalten Sie auf der Internetseite der Künstlerin: www.javkhlan-aruinbold.com

 

 

Gefördert von:

 

 

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2015

Vera Drebusch - Im Falle des Fallens                      (6.11.-17.12.2015)

 

 

In den Arbeiten von Vera Drebusch treffen Zeitgeschichte und persönliche Biografie aufeinander. In unterschiedlichen Medien – Fotografie, Performance, Multimedia-Installationen oder Künstlerbüchern – untersucht sie verschiedene gesellschaftliche, soziale und politische Phänomene.
In der Postkarteninstallation „Erinnerungen“, 2013, werden Zitate aus Telefoninterviews gezeigt, welche die Künstlerin mit der Frage „Was ist dein Bild zu Tschernobyl?“ geführt hat. Der Reaktorunfall in der heutigen Ukraine fand 1986 – dem Geburtsjahr der Künstlerin – statt. Sie selbst hat keine eigenen Erinnerungen an dieses Ereignis, sondern kann es nur über Erzählungen anderer nachvollziehen. So fragt sie die Erinnerung von Menschen ihrer Umwelt ab, die der Generation angehören, die die Katastrophe von Tschernobyl bewusst wahrgenommen haben. Aussagen wie: „Man darf den Mund nicht öffnen, wenn man rausgeht“, versinnbildlichen das abstrakt Drastische des fernen Ereignisses und übersetzen es in konkret Erlebtes, das man nachempfinden kann.
Immer wieder setzt sich Vera Drebusch mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinander. In der Arbeit „Route“, 2014, zeigt sie die auf ihr Dekolleté projizierte Wegstrecke der Vertreibungsroute ihrer Großmutter nach dem Zweiten Weltkrieg – von Brennik (PL) über Ceska Lipa (CZ) bis Niederwiesa (D). Um den Erfahrungen ihrer Großmutter nachzuspüren fuhr Vera Drebusch die Strecke von 300 km innerhalb von fünf Tagen mit dem Fahrrad nach.
Auch in verschiedenen Künstlerbüchern untersucht sie die eigene Familiengeschichte und zeigt mit Hilfe von Fotografien unterschiedliche Zusammenhänge auf. Während ihres Auslandaufenthaltes 2013 in Bogota, Kolumbien, lernte sie dort den gleichaltrigen Künstler Andrés Baron kennen. Während eines Vergleichs der beiden Familiengeschichten bis in die Generation ihrer Großväter stellen sie auffällige Gemeinsamkeiten fest, die sie schließlich zu dem Künstlerbuch „9256.122 km“ verarbeiten, indem sie alte Familienfotoalben ineinander blenden.
Die Auseinandersetzung mit Sprache und deren Bedeutung und Sinnstiftung spielt in unserer Gesellschaft eine entscheidende Rolle. In der Leuchtschrift-Installation „Muster“, 2014, im Keller von galerie januar e.V. lässt sie die 122 Synonyme des Wortes ‚Muster‘ aufleuchten und in der Sound-Arbeit „Unworte“ wird der Besucher in Endlosschleife mit den offiziellen Unworten der Jahre 2015-1991 beschallt.
Die Kunst von Vera Drebusch befasst sich mit globalen Systemen und Entwicklungen historischer Ausmaße, bringt sie aber zu einem menschlichen Maßstab zurück. Sie macht unsichtbare Ereignisse sichtbar, verdichtet sie zu künstlerischen Objekten, die durch ihre Einfachheit und Klarheit bestechen und den Besucher zu Reflexionen und zum Nachdenken anregen.


Vera Drebusch (*1986 in Herdecke) lebt und arbeitet in Köln. Sie studierte an der Kunsthochschule für Medien Köln, der Universidad Nacional de Colombia, der Hochschule für Künste Bremen und der Fachhochschule Dortmund. In diesem Jahr erhielt sie den Förderpreis des Landes NRW für junge Künstler und stand auf der Shortlist für den Aesthetica Art Prize, New York. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellung im In- und Ausland gezeigt.

 

Text: Claudia Rinke

 

 

Weitere Informationen zu Vera Drebusch erhalten Sie auf der Internetseite der Künstlerin: www.veradrebusch.de

 

 

 

Gefördert von:

 

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VIDEOABEND (24.10.2015)

 

 

mit Arbeiten von:

Sergio Belinchón

Wojtek Doroszuk

Florian Egermann

Constantin Felker

Bettina Hoffmann

Matthias Meyer

NEOZOON

Kristina Paustian

SOPHIA + ROBERT

Lisa Weber

 

 

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4h KUNST trifft galerie januar (22.8.2015)

 

 

mit:

"Happy Hour" - einer Gruppen-Performance der Klasse Buetti, Kunstakademie Münster und

"People suck but it's okay because cats _ Why it is pretty much obvious that the internet is for porn and cats" - eine Lecture-Performance von Julia Nitschke, Bochum

 

 

4h KUNST (sprich: Vier Stunden Kunst) ist eine experimentelle Ausstellungs- und Veranstaltungsreihe vom Künstlerhaus Dortmund und wurde 2013 von Denise Winter ins Leben gerufen. An einem Abend – innerhalb von 4 Stunden – findet eine Ausstellung, eine Performance, ein Konzert, eine Filmvorführung, o.ä. statt. Dieses temporäre Ausstellungsformat soll die gängigen Konventionen der Kunstszene aufbrechen und zu Gesprächen und Diskussionen untereinander anregen. Eingeladen dazu sind junge, internationale Künstler*innen aus unterschiedlichen Bereichen.

Nachdem die bisherigen Veranstaltungen innerhalb des Künstlerhauses Dortmund stattfanden, wechselt 4h KUNST für den kommenden Termin am Samstag, 22. August 2015 den Ort und findet in den Räumlichkeiten des Kunstvereins galerie januar e.V. in Bochum-Langendreer/West statt. Auch galerie januar e.V. widmet sich der Auseinandersetzung mit junger, experimenteller Kunst.

 

Die Student*innen der Klasse Buetti an der Kunstakademie Münster gehen in der Gruppenperformance „Happy Hour“ verschiedene Interaktionen mit den Besucher*innen ein. Entwickelt wurde diese Aktion von den Studierenden für den Rundgang 2014 an der Kunstakademie Münster. In veränderter Form wird sie nun 4 Stunden lang erneut aufgeführt. Was genau passiert, wird nicht verraten. Hier nur ein paar Hinweise:

Hanna sitzt Ihnen gegenüber. Egal, was sie tun, sie spiegelt es genau.

Hyo hat noch Platz auf ihrem Teppich. Sie trinkt mit Ihnen Tee.

Nicolas schneidet, formt, schenkt es Ihnen.

Wenn Sie mit Susanne tanzen wollen, will sie unbedingt mit Ihnen tanzen.

René sitzt auf dem großen Sofa. Er singt Ihnen ein Liebeslied.

Katharina kann mit ihren Nasenflügeln flattern, das sollten Sie sehen.

Roman führt mit Ihnen das beste Gespräch, dass er jemals mit Ihnen geführt hat.

Vato berührt Sie.

Sie sitzen im genau richtigen Abstand neben Stephanie und bekommen von ihr unvergessliche Dinge berichtet.

Sebastian ist nicht Ovid, aber fast.

 

Julia Nitschke ist Szenische Forscherin und forscht seit 2013 zu Phänomenen unserer gegenwärtigen Bilderkultur anhand der Katze. Ihre Lecture-Performance „People suck but it's okay because cats_ Why it is pretty much obvious that the internet is for porn and cats“ ist eine charmant-nerdige Lecture-Performance, die anhand des Internet-Phänomens von Katzenbildern und -Videos drängende Fragen über unsere Welt und das Leben stellt.

Es gibt eine universal allgemeingültige Wahrheit über das Internet: Es besteht aus Pornos und Katzen. Detailliertere Studien des Massachusetts Institute of Technology wollen sogar errechnet haben, dass der Pornografie ein Marktanteil von 80% zu gesprochen wird und der Katzenanteil aus 15% besteht. Und dann gibt es da noch direktere Zusammenhänge zwischen diesen beiden Komponenten! Mit das Allergrößte was das Internet je hervorgerufen hat, ist der Tumblerblog: Indifferent Cats in Amateur Porn.

 

 

Weitere Informationen:

4hKUNST: 4hkunst.blogspot.de und auf Facebook: 4h KUNST

Klasse Buetti der Kunstakademie Münster: http://klassebuetti.de

Julia Nitschke: http://zeitzeug.net/archiv/festival-2014/dysfunktion-bedeutet/julia-nitschke-live-zeitzeug_-festival-2014/

 

 

Das Projekt wird gefördert von:

 

 

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Roman Podeszwa - Lingo (19.6.-30.7.2015)

 

 

In der Ausstellung „Lingo“ zeigt Roman Podeszwa zeichnerische Arbeiten. In zwei Ausstellungsräume von galerie januar e.V. sind seine Zeichnungen zu sehen. Er arbeitet dabei mit einfachsten Mitteln: Seine Zeichnungen fertigt er mit schwarzem Filzstift auf weißem A4-Papier an. Sie zeigen reale Dinge seiner Umgebung, aber auch seine privaten Gedanken und Gefühle, die er so sichtbar werden lässt. Auch die alltägliche Ironie und Skurrilität des Lebens wird in den Werken gezeigt. In seinen Zeichnungen verbindet Roman Podeszwa Bild und Sprache miteinander. Beides steht gleichwertig nebeneinander, ergänzt und kommentiert sich gegenseitig.

Der Ausstellungstitel „Lingo“ bezieht sich auf die Verwendung und die Bedeutung der Sprache und der Schrift in den Arbeiten des Künstlers. „Lingo“ ist ein Slangwort aus dem Amerikanischen und bedeutet Umgangssprache oder Jargon. Roman Podeszwa sagt über die Bedeutung der Sprache in seinen Arbeiten: „Bei meinen Zeichnungen spielt Sprache eine entscheidende Rolle. Zeichnung und Text sind auf gleicher Ebene. Es handelt sich insgesamt um eine Form von Umgangssprache. Wörter sind eine Erweiterung der Zeichnung, und die Zeichnung ist eine Erweiterung der geschriebenen Sprache. Die Umgangssprache ist die Königsdisziplin aller Sprachen. Nur sie vermag schnell und treffend zu sagen, was zu sagen ist. Nur sie erlaubt Poesie neben einfacher, hässlicher, falscher Sprache. In der Umgangssprache ist also alles erlaubt- das gefällt mir. In der Ausstellung spreche ich über verschiedene Dinge. Ich werde mit den Zeichnungen eine Art Karte anfertigen - Koordinaten aufstellen. Ich werde über mich sprechen, das Universum, Affenbrot, Schlafzimmer.“

Hier klingt schon die Spontanität und Unmittelbarkeit der Arbeiten von Roman Podeszwa an. Seine Zeichnungen fertigt er direkt, ohne größere vorherige Planungen an, sodass diese immer den ungefilterten Eindruck seiner eigenen Lebenswirklichkeit zum Ausdruck bringen. Seine Arbeiten sind nicht auf exakte Wiedergabe der Realität angelegt oder auf hohe künstlerische Vollendung. In lockerem Strich lässt der Künstler eine Art Tagebuch entstehen, wobei die Zeichnungen immer den Eindruck ihres unmittelbaren Entstehens beibehalten.

Als einen essentiellen Teil der Ausstellung wird der Künstler während der Eröffnung am Freitag, 19. Juni 2015 seine sogenannten „Einminüter“ anfertigen, die dann Teil der Ausstellung werden. Dabei fertigt er pro Minute eine Zeichnung an. Die zeitliche Begrenzung wird ihm dabei durch ein akustisches Signal angekündigt. Dem Besucher wird so der performative Aspekt der Anfertigung der künstlerischen Arbeiten gezeigt und sie können bei der Entstehung der Zeichnungen bewohnen.

 

Roman Podeszwa absolvierte 2005-2007 ein Studium/Volontariat beim Santa Monica Film Festival und bei 20th Century Fox, Los Angeles, USA. Von 2007-2010 studierte er Musikwissenschaften an der Universität zu Köln und 2007 bei Karlheinz Stockhausen in Kürten. Seit 2012 studiert er Freie Kunst an der Kunstakademie Münster in der Klasse von Prof. Daniele Buetti. Die Ausstellung „Lingo“ in galerie januar e.V. ist seine erste Einzelausstellung.

 

Text: Claudia Rinke

 

 

Weitere Informationen zu Roman Podeszwa finden Sie auf der Internetseite des Künstlers: www.romanpodeszwa.com.

 

 

Gefördert von:

 

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Ines Hock - ColorLineCuts (24.4.-28.5.2015)

 

 

Die Künstlerin (geb. 1960 in Wetzlar/Lahn), die nach einem Studium der Kunsterziehung mit erstem Staatsexamen ihre künstlerische Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf als Schülerin von David Rabinowitch erhalten hat, zeigt in ihrer Ausstellung in galerie januar e.V eine ganz neue, eigens für die zwei Geschosse des Hinterhauses entwickelte temporäre Raumarbeit.

 

Und zwar fixiert sie auf den Wänden im Erd- und Obergeschoss durchsichtige Folienstücke, die sie zunächst auf der Vorderseite mit sichtbaren Pinselzügen in leuchtenden Acrylfarben bemalt und danach aus der selbstklebenden Folie herausschneidet. Es handelt sich also – wie auch der Ausstellungstitel “ColorLineCuts“ andeuten kann – um eine Vielzahl von  linienartigen Farbformen im Raum, die sich ebenso kalkuliert wie freihändig vollzogenen Schnitten aus dem Material der Folie verdanken. Genau wie jene Schnitte überaus präzise geführt sind, aber ohne feste, etwa geometrisch bestimmte Ordnung bleiben, genau so wenig folgen die zum Teil stark- und meist zweifarbigen Stücke irgendeiner ablesbaren Farbsystematik. Und auch die gewählten Positionen der Folien auf der Wand lassen keine übergreifende Systematik erkennen; sie werden von der Künstlerin vor Ort in einem eher erpröbelnden, intuitiven Verfahren von Fall zu Fall gefunden und - in Reaktion auf die besonderen Gegebenheiten der vergleichsweise intimen Galerieräume – nach und nach festgelegt. Angesichts des auch für die Künstlerin selbst sowohl im  Einzelnen wie insgesamt  nicht vorhersehbaren Endergebnisses, welches bewusst offen bleibt auf Änderungen und Überraschungen, sieht man sich als Betrachter letztlich nicht - wie bei einem Bild - der Farberscheinung gegenüber als vielmehr umgeben von dieser. Die auf den Wänden unregelmäßig verstreuten vielfarbigen Einzelformen spielen sowohl zu- wie auseinander und eröffnen verschiedene Beziehungsmöglichkeiten untereinander, auch über gröere Distanzen hinweg. Sie verleihen den Räumen eine hier leise und dort lautere, jedoch überall anregende Atmosphäre heiter lebendiger Gestimmtheit Dabei ist es auch für diese neuese Raumarbeit von Ines Hock charakteristisch, dass sie den Ort mit einer neuen Qualität erfüllt, ohne ihn qua Farbe zu dominieren. Sie fügen sich als gleichsam selbstverständliche Elemente den vorgefundenen Innenräumen ein, wobei für einen solchen Eindruck vielleicht mit entscheidend ist, dass die Farben auf den transparenten Folien in ihrer Wirkung mit dem Weiß der Wand interagieren und das Weiß – in Abhängigkeit vom malerischem Duktus – in der Farberscheinung mehr oder weniger stark spürbar bleibt.

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

Weitere Informationen zu Ines Hock finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin: www.ineshock.de.

 

 

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Clemens Botho Goldbach - H.B.T. (30.1.-5.3.2015)

 

 

 

Clemens Botho Goldbach, der 1979 in Köln geboren ist und von 2000-2006 Freie Kunst an der Kunstakademie Münster studiert hat, ist seit 2004 Meisterschüler von Gunther Keusen und seit 2006 Meisterschüler von Daniele Buetti. Mit einer Reihe der für ihn typischen raumgreifenden Werke, die er seit seinem Studienende vielerorts sowohl im Innen- wie im Außenraum verwirklicht hat, hat er sich schon vor Jahren für eine Ausstellung bei januar empfohlen. Während seine Werke in den Jahren 2007 bis 2009 häufig aus Naturmaterialien wie Baumstämmen, Laub und Unterholz bestanden, hat er in den letzten Jahren vor allem gebrauchte, historische Ziegel und Steine zu Fassaden, Wänden und ruinenhaften Architekturen vermauert.

Wie immer verschieden voneinander die Arbeiten von Clemens Botho Goldbach an den vielen Orten seiner Ausstellungen auch sind, immer ist in ihnen ein sensibles Gespür für die jeweils vorgefundene Atmosphäre und Historie bezeugt, welche durch seine minimalistische Formensprache sowohl bestätigt wie neu definiert werden. Mit welchen Mitteln das dem Künstler in Bochum Langendreer auf den drei Etagen gelungen ist, soll sich – der Intention des Künstlers gemäß – am besten überraschend und also erst vor Ort erweisen.

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

Weitere Informationen zu Clemens Botho Goldbach finden Sie auf der Internetseite des Künstlers http://www.cbgoldbach.de/cbgoldbach.de/cbgoldbach.html .

 

 

 

Gefördert von:

 

 

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