galerie januar e.V.
galerie januar e.V.

KONTAKT

galerie januar


Verein zur Förderung junger Kunst e.V.

 

Eislebener Str. 9 /

In der Schuttenbeck,

44892 Bochum-Langendreer

Tel: 0234/3600578

 

E-Mail:

info (at) galerie-januar . de

 

Öffnungszeiten:

Do. 17-19 Uhr;

und nach Vereinbarung

 

 

Mitglied der

www.kunstvereineruhr.de

 

 

Mitglied der

2014

Johanna Honisch - Sonnenanbeter (24.10.-11.12.2014)

Johanna Honisch, Sonnenanbeter, Detail, 2014, Verzinktes Stahlblech, Messing, Stahl, 120 x 50 x 50 cm (c) Johanna Honisch

 

 

Eröffnung:

Freitag, 24. Oktober 2014, um 20 Uhr

Einführende Worte von Ulrich Fernkorn.

 

galerie januar zeigt die erste Einzelausstellung der österreichischen Künstlerin Johanna Honisch, die 1984 in Kirchdorf a. d. Krems geboren ist. Im Anschluss an eine Ausbildung als Objektdesignerin an der Glasfachschule Tirol hat sie Freie Kunst studiert, und zwar zunächst von 2007-2010 an der Kunstakademie München und danach ab 2010 bis heute an der Kunstakademie Düsseldorf. Obwohl Johanna Honisch als Malerin begonnen hat und auch in der Klasse eines ausgesprochenen Malers, nämlich Herbert Brandl ausgebildet worden ist, hat sie ihre künstlerischen Absichten in letzter Zeit außer in Aquarellen vor allem in handgedruckten Holzschnitten und unterschiedlichen plastischen Gebilden ausgedrückt, die mitunter  – über alle Gattungsgrenzen zwischen Plastik und Grafik hinweg – zu übergreifenden Werkzusammenhängen zusammentreten.

Wie immer verschieden voneinander, sind die Arbeiten von Johanna Honisch stets durch eine hohe Sensibilität für das jeweils eingesetzte künstlerische Material ausgezeichnet. Wie in „Höhle mit Bunkern“ (2013) oder auch „Alpen“ (2014) spielen häufig die materiellen Gegensätze zwischen weißem Gips und grau verzinkten bzw. matten Stahl eine wichtige Rolle für die Wahrnehmung. Rauer Beton tritt zum Beispiel neben Porzellangips; das Rohe und sichtbar Schwere oder auch Widerstandsfähige gegen das lichte, perfekt geschliffene Material, das sich einer Berührung von vornherein entzieht.

Auch die abgebildete Plastik „Sonnenanbeter“ (2014), welche der Ausstellung den Titel gibt, lebt sowohl von den Ähnlichkeiten wie auch Unterschieden der verwendeten Materialien: Denn auf einem 1,20 m hohen Stahltisch stehen mehrere individuell geformte, aber einander sichtbar verwandte Formen aus geschweißtem und aufgeschnittenem Stahlblech, welche allesamt an Abluftschächte erinnern mögen. Sie orientieren sich gemeinsam an einer kleinen, dreieckigen Messingform in ihrer Mitte und scheinen in den unterschiedlichen Graden ihrer Öffnung von jener  - wie in einer Kultanordnung – Licht und Leben zu empfangen.

Es gehört zu den typischen Kennzeichen der Kunst von Johanna Honisch überhaupt, dass sich ihre Gebilde aus dem ungegenständlichen Bereich heraus vergegenständlichen und aus dem geformten Material heraus mit vielfältiger narrativer Bedeutung aufladen. Dabei kann die Gestaltung auch umgekehrt – wie meist bei den Holzschnitten – ihren Ausgang von einem durchaus gegenständlich identifizierbaren Anlass nehmen, der dann in der endgültigen Werkgestalt an Lesbarkeit einbüßt, um an Deutungsspielraum und damit auch an Spannung zu gewinnen: So ist beispielsweise angesichts des ungerahmten, großformatigen Holzschnitts „Zwei Flüsse“ (2014) nur noch vage zu erahnen, dass sich sein Hauptmotiv zwei barocken Skulpturen im öffentlichen Raum verdankt, nämlich einer weiblichen und einer männlichen Personifikation der österreichischen Flüsse Drau und Inn, welche die Künstlerin auf der Rückseite des Wiener Albertinums entdeckt hat. Den ewigen Flirt zwischen den Skulpturen, die an ihrem heutigen Aufstellungsort merkwürdig deplatziert wirken und denen es auch an Überzeugungskraft fehlt, hat Johanna Honisch in die durchgehende Maserung ihres Holzdrucks überführt – sehr zum Vorteil eines zurückgewonnenen  Ausdrucks der Verbundenheit zwischen beiden.

 

Text: Ulrich Fernkorn

 

Weitere Informationen zu Johanna Honisch erhalten Sie auf der Internetseite der Künstlerin http://johannahonisch.com/.

 

 

Gefördert von:

 

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Sara Dietrich - rear window (22.8.-25.9.2014)

 

 

Eröffnung:

Freitag, 22. August 2014, um 20 Uhr

Einführende Worte von: Ulrich Fernkorn.

 

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

Sara Dietrichs Ausstellung "rear window" ist spezifisch für den Ausstellungsort entstanden. Mit Hilfe weniger skulpturaler Objekte und Projektionen rückt die Künstlerin den wohnraumartigen Charakter der drei übereinander liegenden Ausstellungsräume zwischen Keller und Dach mit ihren unterschiedlichen psychischen Ausdrucksmomenten in den Blick. Dabei bleibt (wie auch sonst häufig in Dietrichs Kunst) auch die galerie januar vergleichsweise „leer“ und von den Erzeugnissen der Künstlerin vergleichsweise „unbesetzt“, so dass sich die Aufmerksamkeit umso stärker auf die vorgegebene Räumlichkeit richten kann. Auch hier beschränkt sich Sara Dietrich ganz bewusst auf Weniges, damit das Wenige nicht nur als es selbst zur Geltung kommt sondern mehr noch zum Instrument einer gesteigerten Raumwahrnehmung wird. Für eine solche gesteigerte Raumwahrnehmung spielt es bereits eine wichtige Rolle, dass das Ausstellungsgebäude – dem Wortsinne nach – in einem anderen Licht erscheint, denn Sara Dietrich verzichtet fast vollständig auf die sonst übliche Beleuchtung mit Strahlern: Ihre Ausstellung kommt beinahe mit dem durch die Fenster einfallenden natürlichen Licht aus, so dass der Blick insbesondere in und nach Einbruch der Dämmerung von Innen nach Außen gelenkt wird statt umgekehrt von Außen nach Innen.
Wer das Erdgeschoss des Galeriegebäudes betritt, sieht demgemäß im Halbdunkel des ersten Ausstellungsraumes (in der den Fenstern gegenüber liegenden Ecke) nichts als einen Kachelofen, oder genauer: ein grau gestrichenes 1:1 Modell eines Kachelofens, denn dieses hat zwar die Größe und Gestalt eines Kachelofens und weist auch dessen typische Merkmale auf, aber ist eben nicht aus Backsteinen und Keramikfliesen sondern ganz offensichtlich aus Holz gefertigt und demnach mit einem echten Kachelofen unter gar keinen Umständen zu verwechseln. Wie immer der Ofen auch zentimetergenau in die vorhandene Raumecke eingepasst ist und wie immer er mit seinen hölzernen Reliefs die Vorstellung von Ofenkacheln hervorzurufen vermag, so wenig geht es der Künstlerin offenbar um eine Täuschung im Sinne des Realismus. Und dennoch kann und soll auch das maßstabsgerechte hölzerne Modell eines Kachelofens dazu führen, dass der eigentlich kühle und auch anonym wirkende Ausstellungsraum gleichsam wohnliche Qualitäten annimmt und der Besucher ihm psychische Ausdrucksmomente von Wärme und Behaglichkeit ansinnt. Dabei entspricht es durchaus den Absichten der Künstlerin, wenn der Besucher vor dem Kachelofen nicht nur als passiver Beschauer stille steht sondern diesen auch benutzt, das heißt sich auch auf der umlaufenden Sitzbank tatsächlich niederlässt, um von dort den gewohnten Galerieraum neu und anders zu erfahren.
Gerade vom Kachelofen aus kann der Blick des Besuchers durch das geöffnete Fenster auf den benachbarten Spielplatz fallen wie ebenso auf die beiden anderen, gegenüberliegenden Fenster als einer Verbindung zwischen Innen und Außen. Und gerade auch vom Kachelofen aus kann der eingezäunte Außenbereich des Hofes vor dem Fenster gewissermaßen als ein Refugium evident werden, in dem sich das Bedürfnis nach behaglicher Wärme aus dem Heim nach draußen verlagert hat: Denn man sieht dort neben Blumenrabatten zum Beispiel einen plätschernden Brunnen und einen weiteren, diesmal offenen Kamin. Ein kleinbürgerliches Wohnidyll im Vorgarten oder doch auch ein abgegrenzter Ort der Privatheit, der sich gegen den Blick von außen möglichst abschottet? An dem man nicht unbedingt gesehen werden will und doch vielfach von umliegenden, höher gelegenen Fenstern aus beobachtet werden kann? Sara Dietrichs Kachelofen im Erdgeschoss beschwört solche Fragen herauf, wobei die Künstlerin solchen und ähnlichen Assoziationen nicht zuletzt Vorschub geleistet hat dadurch, dass sie ihre Ausstellung mit dem englischen „rear window“ betitelt hat, das heißt also mit dem im Deutschen als „Fenster zum Hof“ bekannten Filmtitel des Hitchcock Klassikers mit James Stewart und Grace Kelly in den Hauptrollen. In dem us-amerikanischen Thriller aus dem Jahr 1954 spielt Stewart den Fotojournalisten Jeff, der nach einem Unfall wegen eines Gipsbeins auf den Rollstuhl angewiesen ist und von seinem Fenster aus das alltägliche Geschehen im Hinterhof seiner Apartmentanlage beobachtet, zunächst mit einem Fernglas und dann auch mit dem Teleobjektiv seiner Kamera, mit denen er in einer der gegenüber liegenden Wohnungen Indizien für eine Mord entdeckt zu haben glaubt. Der dramaturgisch perfekte Spannungsfilm, der mit Ausnahme einer einzigen Szene in nur einem Raum spielt, dessen eigentliche Bühne für die Augenlust des Fotografen wie auch für den Voyeurismus des Zuschauers aber der Hinterhof ist, bildet für Sarah Dietrich die gleichsam unterschwellige Folie oder den losen Bezugspunkt ihrer künstlerischen Raumerkundung.
Steigt man die steile Treppe in den Keller des Galeriehauses hinab, so betritt man einen – bis auf die gewohnten Heizkörper und die Therme an der Wand – völlig leeren Raum, der allerdings weitgehend im Dunkeln bleibt, indem er lediglich von einer (an der gegenüber liegenden Stirnwand knapp über dem Boden befindlichen) Lichtquelle spärlich beleuchtet wird. Erst wer sich im Dunkeln und von der Treppe aus vorsichtig weiter in den Raum hinein wagt und auf die Lichtquelle zubewegt, wird merken, dass es sich bei ihr um das Projektionslicht eines Beamers handelt, der seine filmischen Bilder passgenau auf den Wandabschnitt unterhalb der Treppenstufen wirft. Und zwar sieht man dort ein Rinnsal, das
zunächst wie von oben an der Wand herabläuft. Das Wasser, das sich unten am Boden sammelt, steigt mit zunehmender Dauer langsam immer höher, um schließlich die gesamte Wandfläche bis zur Decke auszufüllen. Die als 5-Minuten-Loop gezeigten Bilder erzeugen unweigerlich den bedrohlichen Eindruck, dass der Keller, in dem man sich angesichts der Projektion befindet, vom Wasser überschwemmt wird und wie ein räumlicher Behälter bis oben vollläuft. Selbstverständlich sieht man die filmischen Bilder Sara Dietrichs in dem anhaltenden Bewusstsein, dass sich die Überschwemmung des Kellers nicht tatsächlich sondern lediglich als Illusion ereignet, das heißt im Modus des Als-Ob und damit in der sicheren Gewissheit des Betrachters, vom ansteigenden Wasser der filmischen Bilder nur imaginär, nicht aber als Person betroffen zu sein: Niemand wird angesichts des steigenden Wasserpegels befürchten, die rettende Treppe nach oben nicht rechtzeitig erreichen und der drohenden Gefahr nicht mehr entkommen zu können. Und doch zielt die Videoinstallation auf solche Gefühle der Beklemmung. Und es erhöht zweifelsohne die Ausdrucksmacht und das Suggestive der auf die Wand projizierten Bilder, dass sie sich an diesem Ort mit der tatsächlich vorhandenen Feuchtigkeit des Kellerraums zu einer körperlich unmittelbar spürbaren Atmosphäre der Gefährdung und des Unheimlichen verbinden. Eben in der Nähe zwischen erzeugter Illusion und den vorgefundenen Merkmalen des Ausstellungsortes zündet sozusagen der Funken der Poesie von Sara Dietrichs Kunst und bekundet sich zugleich die besondere Sensibilität der Künstlerin in ihrer Raumwahrnehmung.
Wie sollte man sich beim tastenden Aufstieg aus dem Dunkel des Kellers und dem Gang die Treppe hinauf ins Obergeschoss nicht sofort leichter fühlen und gleichsam aufatmen? Der Raum unter dem Dach ist von anderem Charakter. Zwar bleibt auch dieser relativ dunkel, nämlich ohne hellere Beleuchtung, und doch scheint er (im Gegensatz zum Keller und dem Erdgeschoss) noch am ehesten den gängigen Erwartungen an einen Ausstellungsraum zu entsprechen: Denn dort sieht man an den Wänden fünf ungerahmte, mit Fotoklammern lose aufgehängte Schwarz-Weiss-Abzüge und im hinteren Raumbereich vor der rückwärtigen Schmalseite des Raumes ein einziges, über Eck gestelltes, grau gestrichenes Holzobjekt, das bis in Brusthöhe aufragt und die Aufmerksamkeit als erstes auf sich zieht. Man könnte vielleicht von einem Möbel in der Art eines Hochtisches auf vier Beinen sprechen oder auch von einer Vitrine. Aber auch dieser Begriff ist nur eine unzureichende Notbezeichnung, denn es handelt sich nicht eigentlich um einen Schaukasten, sondern ganz im Gegenteil um einen Kasten, der oben wie auch an den Seiten verschlossen ist. Erst wenn sich der Betrachter gänzlich um das merkwürdige Holzobjekt herum bewegt, kann er entdecken, dass die rückseitige Ecke des kastenförmigen Aufsatzes durch einen mit Acrylglas versehenen Würfel gebildet ist und so entgegen dem Eindruck des Verschlossenen, den der Blick von vorne oder von den Seiten auf das Möbel suggeriert, doch noch einen kleinen Einblick ins Innere des Kastens erlaubt. Und zwar sieht man auf den zwei innenliegenden, gewinkelten Seiten des Acrylglaswürfels eine als Rückprojektion ablaufende Folge fotografischer Schwarz-Weiss-Bilder, die einander in der Form einer Diashow ablösen.
Man muss zu dieser Art Guckkasten schon ziemlich nahe herantreten und sich auch leicht herabbeugen, um zu erkennen, was es mit den einander ablösenden Fotos auf sich hat: Sara Dietrich zeigt in ihnen aus der Nahsicht und en detail, was die Fotografien an den Wänden aus größerer Distanz und im Überblick ebenfalls vergegenwärtigen: nämlich die Ansichten typischer Hinterhoffassaden, wie man sie fast überall im städtischen Raum finden kann. Man sieht Fensteröffnungen, Erker, Balkone und Terrassen, das heißt vor allem Übergänge vom privaten Innenraum zum öffentlichen Raum. Sowohl im Einzelnen wie im Ganzen kann man auf den menschenleeren Fotografien Sara Dietrichs entdecken, wie der Mensch an den prekären Schwellenorten seiner Wohnwelt hinaus ins Freie strebt und mit welchen Mitteln er dabei zugleich die Privatheit vor den zudringlichen Blicken seiner Nachbarn schützen will.
Sowohl die fotografischen Nahaufnahmen der Rückprojektion wie auch die querformatigen Überblicke an der Wand zeigen die Zonen des Übergangs von privatem zu öffentlichem Raum und fordern unsere neugierigen Blicke stets aufs Neue heraus, insbesondere mit ihrem spannungsvollen Gegensatz zwischen Öffnungen, die Einblicke freigeben, und verschiedenen Formen von Sichtschranken, die Einblicke stark beschränken oder ganz verhindern, wie sie beispielsweise durch herunter gelassene Rolladen, Markisen, aufgespannte Schirme oder Ähnliches gegeben sind. Dabei gehört es zu den unbestreitbaren Vorzügen der im Obergeschoss ausgestellten Werke von Sara Dietrich, dass sich in ihnen nicht nur derjenige voyeuristische Blick spiegelt, mit dem wir im Kino auch dem Fotografen Jeff in Hitchcocks „Fenster zum Hof“ zuschauen, sondern dass sich darüber hinaus draußen vor den Fenstern des Galeriegebäudes stellenweise ebensolche Hinterhoffassaden befinden, wie sie Sara Dietrichs Kamera erfasst hat. In eben dem Maße, in dem sich Dietrichs Fotografien im Obergeschoss der Ausstellung und der Blick aus dem Obergeschoss heraus ähneln, in eben dem Maße kann und soll auch dem Sehen der Kunst ein verändertes Sehen der Realität nachfolgen.
 

Text: Ulrich Fernkorn

 

 

Weitere Informationen zu Sara Dietrich finden Sie unter http://www.klasseloebbert.de.

 

 

Gefördert von:

 

 

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Benjamin Greber - Drei Räume Vergangenheit   (6.6.-24.7.2014)

 

 

Eröffnung:

Freitag, 06. Juni 2014, um 20 Uhr

Einführende Worte von: Claudia Rinke

 

Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

 

Benjamin Grebers Arbeiten beschäftigen sich mit industriellen Produkten und Konstruktionen, die er um- und abformt, zerlegt und in andere Materialen übersetzt. Dabei verwendet er Materialen wie Pappe, Kunststoff, Holz oder Zinnfolie. Eine Bemalung der Materialien täuscht Stabilität vor. Eine Erhaltung der Funktionalität wird angedeutet, kann aber nicht eingelöst werden. Die beim Abformungsprozess entstehenden Spuren, wie Spachtelspuren oder Verlaufsspuren des Materials, werden nicht entfernt, sodass die Herstellung der Werke sichtbar bleibt. Der Herstellungsprozess ist damit immanenter Teil der künstlerischen Arbeit und wird dem Betrachter offen gelegt. Benjamin Greber nutzt Zerstörung, Verfall und Transformation als fiktives sowie als reales formales Mittel, um seinen Arbeiten eine Zeitlichkeit einzuschreiben. Der Prozess ist dabei immer kalkuliert gesteuert und verwandelt einen fiktiven Gebrauchsgegenstand zu einem abstrakt-autonomen künstlerischen Objekt.

Seit einiger Zeit arbeitet Benjamin Greber an einem „Rückbau“ bestehender Arbeiten hin zu reinem Material. Daraus resultiert eine weitere Abstraktion des ehemaligen Gegenstandes, die in der Ausstellung in galerie januar präsentiert werden. Im Kellergeschoss wird eine Transformation der Arbeit „Heizungsraum“, 2012-2014, gezeigt. Teile der ehemals aus Zinnfolie gefalteten Heizung (Heizkörper und Verbindungsrohre zur Wand) sind in matt-schwarzem Kunststoff abgegossen. Der Raum wird von einem monochromen Natriumdampflicht ausgeleuchtet, welches auch den ursprünglichen Heizungsraum beleuchtete. Hatte das sehr kontrastreiche Licht in der ursprünglichen Version die Aufgabe, die Installation zu autonomisieren von dem komplett weiß gestrichenen Raum abzulösen, ist es nun mehr eine Erinnerung an die Stimmung in dem Raum. Im Obergeschoss zeigt Benjamin Greber eine Transformation der „Supermarktkasse“ von 2008, bei der die Arbeit in Streifen geschnitten wurde und nun als Bodenarbeit in geordneter Formation präsentiert wird. Im Erdgeschoss ist eine Videoinstallation zu sehen, die eine Arbeit aus der Serie „Der Blitz steuert alles“, 2012-13 zeigt. Zunächst erscheint das projizierte Bild fast schwarz. Nur ein paar Lichtpunkte sind auszumachen. In unregelmäßigen Abständen blitzt, wie durch das Zucken einen entfernten Blitzes, Licht auf und lässt eine urbane Landschaft mit einer Häuserreihe an einer Straße erkennen. Auch hier arbeitet Benjamin Greber mit einer Transformation des Ausgangsmaterial, die den Betrachter auf den ersten flüchtigen Blick täuscht.  

 

Benjamin Greber (*1979 in Halle/Westfalen) lebt und arbeitet in Berlin. Er hat an der Kunstakademie Münster studiert und war Meisterschüler bei Katharina Fritsch. Sein Meisterschülerjahr hat er in Münster bei Katharina Fritsch und Ayşe Erkmen absolviert. 2011 war er Preisträger des GWK-Förderpreises in Bereich Kunst. Einzelausstellungen u.a. „Almagia 2“, 2011-12 im MartA Herford (GWK Förderpreisträger-Ausstellung zusammen mit Kristina Berning) und 2013 „Alles steuert der Blitz“ 2013 in der Fuhrwerkswaage Kunstraum Köln.

 

Text: Claudia Rinke

 

 

Weitere Informationen zu Benjamin Greber finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.benjamingreber.com.

 

 

Gefördert von:

 

 

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VIDEOABEND (16.5.2014)

 

 

 

galerie januar zeigt Video- und Filmarbeiten von:

 

Miriam Berger/Pia Bergerbusch
Chao-Kang Chung
Eli Cortiñas
Bastian Hoffmann
Thomas Köner
Lukas Marxt
Jana Stolzer
Jan Verbeek
Nico Joana Weber

 

Freitag, 16. Mai 2014, 20 Uhr.

Sie und Ihre Freund sind herzlich eingeladen.

 

Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern erhalten Sie auf deren Internetseiten.

 

 

PROGRAMM:

Eli Cortiñas, Confessions with an open curtain, 2011, 5:32 Min.

Thomas Köner, Pendler Pilger Piloten, 2008, 3:09 Min.

Nico Joana Weber, Vendredi, 2013, 5 :11 Min.

Nico Joana Weber, Lido, 2008, 12:25 Min.

Jana Stolzer, This is the art of how to play with spoons, 2014, 3:09 Min.

Bastian Hoffmann, Individual Candle (aus der Serie: “Today I want to show you…”), 2013, 2:47 Min.

Bastian Hoffmann, How to adjust an apartment to the natural outdoor temperature (winter) (aus der Serie: “Today I want to show you…”), 2013, 2:17 Min.

Lukas Marxt, Reign of Silence, 2013, 7:20 Min.

Jan Verbeek, On a Wednesday Night in Tokyo, 2004, 5:41 Min.

Jan Verbeek, OSMOTIC, 2006, 3:10 Min.

Chao-Kang Chung, In 12 Minuten lernst du alles über Kunstvideo, 2014, 12:00 Min.

 

ERDGESCHOSS

Miriam Berger (+ Pia Bergerbusch), Crack in the Sky, 2013-14, Loop

 

 

 


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Ail Hwang - reconstruction (21.3.-8.5.2014)

 

 

Eröffnung:

Freitag, 21. März 2014, um 20 Uhr

Einführende Worte von: Maike Mügge

 

Die in den letzten vier Jahren entstandenen Arbeiten von Ail Hwang sind an einer Schnittstelle zwischen Architektur, Zeichnung und Skulptur angesiedelt. Sie nimmt in ihrem künstlerischen Schaffen formal und thematisch Aspekte und Fragestellungen des Raums auf und setzt diese in filigrane und ästhetisch reduzierte Objekte um. Die zurückhaltenden, leichten Artefakte entwickeln dabei eine hohe Komplexität der Auseinandersetzung mit architektonischen, phänomenologischen und philosophischen Fragen des Raums, seiner Konstitution und Wahrnehmung. Das Interesse der Künstlerin richtete sich zunächst überwiegend auf Außenräume und den urbanen, öffentlichen Raum. Zunehmend treten inzwischen aber Innenräume und die durch Architektur definierte Grenze zwischen innen und außen in den Fokus ihres Schaffens.

Die in galerie januar über drei Etagen präsentierten Arbeiten der Ausstellung „reconstruction“ sind gänzlich in direkter Auseinandersetzung mit den Räumen der Galerie entstanden und wurden eigens für die Präsentation in Bochum bildnerisch umgesetzt.

Im Erdgeschoss von galerie januar unternimmt eine als Skulptur konzipierte und in den Raum gesetzte Papierarbeit den Auftakt der Ausstellung. Die zurückhaltende und fragile Papierform setzt den Grundriss des Erdgeschosses als Ausgangspunkt und überführt den gebauten und durch Mauerwerk gefassten Raum in eine maßstäblich und proportional verkleinerte, freistehende und ohne Sockel präsentierte Skulptur. Begleitet wird dieses zerbrechlich wirkende und leichte Werk von einer dreiteiligen Wandarbeit: Styroporplatten, deren zerklüftete und sich in unregelmäßigen Hebungen und Senkungen zum Raum hin präsentierenden bearbeiteten Oberflächen, markieren eine Schnittstelle zwischen zweidimensionaler Wandarbeit und Skulptur, zwischen Bauelement und dessen künstlerischer Überformung. Die Struktur der Oberflächen dieser Platten ist bestimmt durch den Teil des Styropors, der in der Bearbeitung weggenommen wurde und nun in seiner Abwesenheit als formal sichtbare Spur, die Erscheinung der Oberflächen bestimmt.

Im Obergeschoss der Galerie bestimmt eine Bodenarbeit aus Papier den Raum. Die symmetrische Struktur der grau gefassten Holzdielen des Bodens wird durch eine liegende große weiße Papierbahn aufgebrochen. In einem unregelmäßigen Verlauf wird die makellos weiße Fläche dieser Bahn durch Reißungen und Faltungen unterbrochen.
Im Keller schließlich befindet sich die vierte im Rahmen der Ausstellung „reconstruction“ präsentierte Arbeit. Dieser, abgesehen von der elektrischen Beleuchtung, lichtlose Raum, wird sehr sparsam mit einer aus Styropor gearbeiteten, frei im Raum platzierten Skulptur bespielt. Die, wie auch schon bei den Styroporarbeiten im Erdgeschoss, durch Bearbeitungen aufgebrochene Oberfläche des tyropors reagiert in diesem Raum mit der unregelmäßigen, welligen Struktur der weißen Wände des Kellerraumes.

Jede der insgesamt vier Arbeiten der Ausstellung „reconstruction“ kann für sich selbst stehen und unabhängig von den anderen Objekten mittels sehr einfacher und zurückhaltender ästhetischer Mittel eine komplexe Sinnstruktur entfalten. Dennoch eröffnet sich im Zusammenspiel der drei Ebenen – Erdgeschoss, Obergeschoss und Keller – ein Zusammenhang zwischen den einzelnen Exponaten. Die Künstlerin vollzieht mit den Arbeiten vier formal voneinander verschiedene Modi der Befragung von Raum und dessen Konstitution. Die Verknüpfung der Einzelarbeiten zu einem thematischen Komplex lassen die raumschaffende Funktion der Architektur als gebautem Raum zurücktreten, brechen ihn auf und rekonstruieren ihn als bloßes Zeichen.

 

 

Ail Hwang wurde 1981 in Seoul, Südkorea geboren. Sie studierte zunächst vier Jahre Freie Kunst an der Frauenuniversität in Seoul. Dieses Studium beendete sie 2004 mit einem Bachelor. Im Jahr 2005 setzte sie ihre Ausbildung an der Kunstakademie in Münster bei Henk Vinsch und Maik und Dirk Löbbert fort. Dort schloss sie im Jahr 2012 ihre akademische Ausbildung als Meisterschülerin von Maik und Dirk Löbbert mit einem Diplom ab. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf.

 

Text: Maike Mügge

 

Weitere Informationen zu Ail Hwang finden Sie hier: http://www.klasseloebbert.de.

 

 

 

 

Peter Schloss - out of thin air (17.01.-3.3.2014)

Ausstellungansicht galerie januar, (c) Peter Schloss

 

 

Eröffnung:

Freitag, 17. Januar 2014, 20 Uhr

Einführenden Worte von: Thomas Hensolt

 

Peter Schloss ('1974), der an den Kunstakademien in Nürnberg und Münster studierte und 2010 zum Meisterschüler von Maik und Dirk Löbbert ernannt wurde, lebt und arbeitet seither in Düsseldorf. Seinem Kunststudium ging ein Studium der Philosophie und Politologie (Münster, York und Bamberg) voraus, was sich bis zum heutigen Tag auf sein künstlerisches Schaffen auswirkt. Immer wieder greift er komplexe philosophische Themen oder Problemstellungen auf, die er in der Folge bildnerisch umsetzt. Dabei bleiben seine Werke zumeist schlicht und zurückhaltend oder reagieren direkt auf den sie umgebenden Raum. Schloss fühlt sich dabei in allen Techniken wohl und lässt sich daher am ehesten als Konzeptkünstler beschreiben. Zu seinen bevorzugten Mitteln gehören jedoch Licht und Sprache bzw. das geschriebene Wort.
In der Bochumer Ausstellung „out of thin air“ zeigt Schloss eine neue Werkgruppe, die all dies in sich vereint. Über drei Etagen präsentiert er autonome skulpturale Ensembles: filigrane Stative, Klemmbretter sowie reduzierte, fast mathematisch anmutende Zeichnungen werden vom kühlen Licht individuell ausgerichteter Neonröhren in Szene gesetzt und wecken bei Betrachter Assoziationen an Versuchsaufbauten oder wissenschaftliche Experimente und Ergebnispräsentationen.

Jeder Etage widmet der Künstler dabei einem anderen Themenkomplex. Ausgangspunkt hierfür sind jeweils philosophische Gedankenexperimente und Konzepte oder real durchgeführten Studien der Moralpsychologie, die von Platons moralischer Erzählung des „Ring des Gyges“ bis zu Jeremy Benthams architektonischem Prinzip des „Panoptikum“ reichen und sich mit den Verhältnis von 'gut und böse' oder Illusion und Realität beschäftigen. Jede Installation steht dabei für sich selbst, erst beim Durchwandern der Ausstellung eröffnet sich dem Besucher der Zusammenhang, der zwischen den einzelnen Exponaten besteht.

 

Text: Thomas Hensolt

 

Weitere Informationen zu Peter Schloss finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.peter-schloss.de.

 

 

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2013

Denise Winter - filetieren.SCHNITT. (11.10.-6.12.2013)

 

Eröffnung:

Freitag, 11. Oktober 2013, 20 - 24 Uhr

Einführenden Worte von: Claudia Rinke.

 

!!! ACHTUNG: Aufgrund der zahlreichen Veranstaltungen am Freitag, 11. Oktober 2013 in Bochum hat galerie januar an diesem Abend bis 24 Uhr geöffnet. Wir laden alle Interessierte auch zu einen späten Besuch der Ausstellung ein!!!

 

 

Denise Winter wird während der Laufzeit Veränderungen in der Ausstellung vornehmen.

 

Finissage am Freitag, 6. Dezember 2013, ab 20 Uhr

 

Weitere informationen zu Denise Winter finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.denisewinter.de.

 

 

Gefördert von

und

 

 

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Tim Cierpiszewski - AGAINST INTERPRETATION (17.5.-18.7.2013)

Malerei und Architektur in den Arbeiten von Tim Cierpiszewski

 

Ich betrete einen Raum, der für mich nichts Ungewöhnliches hat und mir sogar vertraut sein kann. Es kann sich um ein Zimmer in einem Mietshaus handeln, um den weiten Treppenflur eines öffentlichen Gebäudes, die Ausstellungshalle eines Museums. An einer seiner Seiten aber geht dieser Raum in den Wellen und im Rhythmus des Lichts auf. An einer seiner Seiten ist dieser Raum optisches Ereignis.

Tim Cierpiszewskis Arbeiten sind in ganz besonderer und direkter Weise den gebauten Räumen und einem ihrer wesentlichsten Elemente zugetan: Der Wand. In den meisten Fällen wird die Farbe direkt auf eine Wandfläche aufgebracht. Die jeweils gewählte Wand wird so in ihrer Gesamtheit zum Bild und gibt ihm Maß und Begrenzung vor. Weder kommen Leinwand oder Papier zum Einsatz noch ist die Wand lediglich Vehikel der Hängung oder Rahmung. 

Hier sieht man bereits, dass Tim Cierpiszewski ein enges und aktives Verhältnis zu den Räumen eingeht in denen er arbeitet: Seine Arbeiten werden Teil der Architektur, auch Teil des Interieurs. Allerdings werden sie dies nur für eine relativ kurze Zeitspanne, nämlich für die Dauer der Ausstellung. Obwohl sich Tim Cierpiszewski in besonderer Weise den gebauten, durch Beton und Mauerwerk gestalteten Räumen verschrieben hat, lassen sich in seinen Werken zwei ästhetische Kontrapunkte gegenüber der Architektur ausmachen. Es handelt sich um zwei Momente, die sich, trotz aller Nähe zur Architektur, grundsätzlich von ihr losmachen: die reine Fläche und die Kurzlebigkeit. Die Kunst nutzt und bearbeitet nur die beiden Dimensionen der Fläche und sie bleibt nur für kurze Zeit und nicht über die lange Dauer des eigentlichen Bauwerks.

Was geschieht hier? Was ändert sich, wenn ein Künstler auf diese Art und Weise einen Raum – sei es Zimmer, Treppenflur oder Halle – bearbeitet? Einer der bemerkenswertesten und stärksten Eindrücke entsteht dadurch, dass unauffällige, profane und uns grundsätzlich vertraute Raumeindrücke in starke Bewegung geraten. Die einfache Wandfläche, also unser stetiges vis-à-vis, gewinnt plötzlich eine enorme Eigenständigkeit und Beweglichkeit. Dies geschieht zum einen durch die stark kontrastierende Farbwahl, den leuchtenden Gegensatz des Schwarz-Weiß. Zum anderen dadurch, dass diese Schwarz-Weiß-Geometrien selbst räumliche Strukturen und Eindrücke eröffnen, die einen neuen Raum und neue Fluchten andeuten.

Tim Cierpiszewski ist sich der langen und facettenreichen Geschichte des Wand- oder Dekorbildes bewusst, denn nur so konnte es ihm gelingen, sich von ihr abzusetzen und dem Verhältnis von Architektur und Malerei diesen neuen Aspekt abzugewinnen. Er definiert dieses Verhältnis, indem er es direkt und unmittelbar gestaltet: Die architektonische Ausgangssituation wird durch die Malerei (die Kräfte und Kontraste des Lichts) geöffnet; sie wird regelrecht ‚aufgebrochen’ und gibt neue Perspektiven frei.

Wie funktional und vertraut die Umgebung auch sein mag, sie wird einer Kraft ausgesetzt, die nur die Kunst zu entfalten in der Lage ist.

 

Text: Dr. Ingo Uhlig

 

 

Weitere Informationen zu Tim Cierpiszewski finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.timcie.com.

 

 

 

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VIDEOABEND (22.4.2013)

 

 

mit Arbeiten von:

Mi-Ryeon Kim · Tessa Knapp · Herr Orm · Jens Pecho · Johanna Reich · Clara S. Rueprich · Volker Schreiner · Ignacio Uriarte

 

Am 22. März widmet sich galerie januar e.V. einen Abend lang ganz der Videokunst. Gezeigt werden acht unterschiedliche künstlerische Positionen. Dabei werden junge sowie schon bekannte Künstler mit je ein bis drei Arbeiten vorgestellt.

Die künstlerischen Arbeiten reichen dabei von leisen Beobachtungen, über die Beschäftigung von malerischen Phänomenen bis hin zur De-Collage von Hollywood-Filmen. So untersucht Tessa Knapp (*1981, lebt in Köln) in „No Void“, 2007 die Veränderung der Formen im Kunstnebel. In der sich ständig wandelnden, nicht greifbaren Masse des Nebels scheinen sich durch Licht- und Schattenspiele ständig neue Landschaftsformen zu bilden, die sich aber stets auflösen, bevor sie richtig erkennbar werden. Johanna Reich (*1977, lebt in Köln) zeigt in ihren Arbeiten das Auflösen und Auftreten ihres eigenen Körpers durch visuelle Überlagerungen. Dabei arbeitet sie u.a. mit einfachen malerischen Mitteln. In „Line III“, 2009 steht sie in schwarzer Kleidung vor einer weißen Wand. Nach und nach bemalt sie diese mit einem vertikalen schwarzen Streifen und lässt so ihren Körper mit dem Hintergrund verschmelzen. Jens Pecho (*1978, lebt in Köln) und Volker Schreiner (1957, lebt in Hannover) setzen sich in den gezeigten Arbeiten auf humorvolle Weise mit Hollywood-Filmen auseinander. Pecho zeigt in „A Rock Hudson Dialogue“, 2009 ein fiktives, aus verschiedenen Filmen zusammengesetztes Gespräch des Schauspielers Rock Hudson mit sich selbst. Volker Schreiner schafft mit „HOLLYWOOD Movie“, 2012 eine filmische Transformation von Nam June Paiks Text „film sceanrio“, indem er kurze Sequenzen aus unzähligen Filmen neu montiert. Herr Orm – ein Street Artist aus Recklinghausen – zeigt kurze filmische Arbeiten, die meist in der Stop-Motion-Technik entstehen und seine alltägliche Umgebung zu Schauplätzen von künstlerischen Interventionen machen.

Weiterhin zeigt galerie januar e.V. an diesem Abend Arbeiten von Mi-Ryeon Kim (*1969, lebt in Südkorea), Clara S. Rueprich (*1974, lebt in Leipzig) und Ignacio Uriarte (*1972, lebt in Berlin).

Seien Sie gespannt auf eine unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend der Ihnen einen Einblick in aktuelle Positionen der Videokunst bietet.

 

galerie januar e.V. lädt Sie und Ihre Freunde herzlich zum Videoabend am Freitag, 22. März 2013, ab 20 Uhr in die Galerieräume in Bochum-Langendreer ein. Der Eintritt ist frei.

 

           
 

Gefördert durch das Kulturbüro der

 



 

 

 

PROGRAMM:


 

Johanna Reich                   Line III, 2009                                                     2:20 Min.

                                               Horizont, 2013                                                 1:00 Min.

 

Jens Pecho                          Toccata, 2010                                                  3:35 Min.

                                               A Rock Hudson Dialogue, 2010                  6:18 Min.

 

Tessa Knapp                       No Void, 2007                                                  4:50 Min.

 

Clara S. Rueprich              condition M, 2006                                          3:33 Min.

 

 

PAUSE

 

 

Volker Schreiner              HOLLYWOOD Movie, 2012                          7:00 Min.

                                               Cycle, 2010                                                        4:14 Min.

 

Johanna Reich                   Kassandra, 2008                                             4:13 Min.

                                               Green, 2009                                                      3:34 Min.

 

Herr Orm                             Post, 2012                                                         1:32 Min.

                                               Peu à peu, 2010                                               1:27 Min.

                                               Herr Orm at work – Part I, 2010                1:04 Min.

 

Mi-Ryeon Kim                   The spatial Plants 2, 2012                           5:22 Min.

 

 

 

ERDGESCHOSS

Ignacio Uriarte                  archivadores en archive, 2007         8:21 Min. (Loop)

 

 

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Heinrich Koch - Bilder der 80er Jahre (8.3.-18.4.2013)

(c) Heinrich Koch

 

 

 

ERÖFFNUNG

 

Freitag, 8. März 2013, um 20 Uhr

Begrüßung und einführende Worte von Ulrich Fernkorn und Richard Hoppe-Sailer in Gespräch.

 

galerie januar e.V. lädt Sie und Ihre Freunde herzlich ein.



Gleichzeitig zeigt der Kunstverein bochum die Ausstellung "Heinrich Koch - Schwarzlackbilder und ein Laib", 10.03.-28.04.2013, Eröffnung Sonntag, 10.03.2013, 11 Uhr

 

 

Weitere Informationen zu Heinrich Koch finden Sie auf der Internetseite www.co-mg.de.

 

 

"Variationen des Themas Schwarz", WAZ, 07.03.2013, von Tom Thelen

Artikel zu den Ausstellungen von Heinrich Koch in galerie januar und dem Kunstverein Bochum, 2013

 

 

Internetseite vom Kunstverein Bochum www.kunstverein-bochum.de

 

 

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Anna Holzhauer - Populäre Formen (11.1.-21.2.2013)

Ausstellungansicht des Obergeschosses (c) Anna Holzhauer, Foto: CR

 

 

Anna Holzhauer - Populäre Formen

 

Anna Holzhauer künstlerisches Werk umfasst Skulpturen und Zeichnungen. In der Ausstellung „Populäre Formen“ in galerie januar e.V. zeigt sie in allen drei Räumen des Vereins ihre neusten Arbeiten aus den Jahren 2011 und 2012.

Im Erdgeschoß der Galerieräume wird der Besucher gleich mit einer skulpturalen Arbeit konfrontiert. Eine große Kegelform „o.T.(Isolierter Körper)“, 2012 steht mitten im Raum. Die graue, leicht strukturierte Oberfläche des Körpers erinnert an Beton und lässt die Skulptur massiv und schwer erscheinen. Doch bei der Bewegung um die Form herum, wird ein Spalt sichtbar, der einen Einblick in das Innere des Kegels zulässt. Die auf den ersten Blick massive Skulptur ist innen hohl und besteht aus Styropor – ist also relativ leicht und zerbrechlich. Dieser Körper stellt für Anna Holzhauer eine Art Schutzraum dar – ein Einpersonen-Bunker. Im Obergeschoss finden sich zwei Körper auf dem Boden, die ebenso eine Art Schutzhülle für eine Menschen bzw. Teile eines Menschen dienen können. Doch diese Formen sind nicht potentiell begehbar. Sie sind komplett geschlossen und geben nur durch ihre Formen Assoziationsmöglichkeiten für eine Benutzung. Auch hier spielt die Oberfläche eine wichtige Rolle – die glatte Oberfläche lässt ein haptisches Erlebnis erahnen. Mit der Positionierung der Skulpturen im Raum, stellt Anna Holzhauer eine Symbiose her. Die Formen setzen sich zum Raum in Beziehung und können ohne ihn nicht existieren. Gleichzeitig lassen sie den Raum neu entstehen und machen ihn für den Betrachter neu erfahrbar.

Die Zeichnungen sind für Anna Holzhauer ein eigenständiges Medium. Sie stehen für sich und sind nicht direkt auf ihre bildhauerische Arbeit bezogen, obwohl sie natürlich verwandte Themen und Motive behandeln. Die kleinformatigen, offenen Zeichnungen in Bleistift oder Aquarell sind eine Art Festhalten von Ideen, Erinnerungen und Spurensuche. Oft nur fragmentarisch, aus wenigen sparsamen Linien bestehend, sind gegenständliche Motive nur angedeutet und lassen so eine Deutung für den Betrachter offen.

 

Anna Holzhauer, geb. 1980, studierte Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Alf Schuler. Von 2006-2010 war sie Stipendiatin des Cusanuswerkes. Im Jahr 2009 erhielt sie den UPK Preis, 2010 den Kunstpreis der Dr. Wolfgang-Zippel-Stiftung sowie das Georg-Meistermann-Stipendium. Sie lebt und arbeitet in Kassel. Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den vergangen Jahren zeigt sie 2013 ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung im Märkischen Museum, Witten.

 

(Text. Claudia Rinke)


Zur Eröffnung am Freitag, 11. Januar 2013, um 20 Uhr, sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Einführende Worte von Claudia Rinke.



 

Weitere Informationen zu Anna Holzhauer finden sie auf der Internetseite der Künstlerin www.annaholzhauer.de.

 

 

"Einpersonen-Bunker. Anna Holzhauer stellt in galerie januar aus", Ruhr Nachrichten, 8.01.2013, von Ronny von Wangenheim

 

 

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2012

Jan Rischke - grace under pressure (26.10.-13.12.2012)

Jan Rischke, o.T., 2012 (c) Jan Rischke

 

 

Jan Rischke - grace under pressure

 

Was als erstes an den Gemälden von Jan Rischke auffällt, ist die ungewöhnlich kräftige Farbigkeit – leuchtendes Grün trifft auf Pink-Violett, Gelb wird mit kaltem Blau kombiniert. In seinen Arbeiten lotet der Künstler die Möglichkeiten der Malerei aus. Der Ausstellungstitel „grace under pressure“ (Anmut unter Druck/Belastung) weist schon darauf hin, dass in seinen Werken etwas übereinander geschichtet ist. Verschiedene Ebenen von Malerei sind in seinen Gemälden übereinandergelegt. Der Künstler selbst nennt diese „Schichtungen“. Er beginnt mit gegenständlicher Malerei, die durch Übermalungen mit pastosen Pinselstrichen und opaken Flächen bis zur Unkenntlichkeit überlagert wird. Dabei ist das Motiv nicht der Gegenstand des Bildes, sondern nur ein Anlass zum Malakt selbst. Wilde gestische Malerei trifft in seinen Gemälden auf große monochrome Farbflächen. In ihrer konstruktiven Komposition wirken die Gemälde aus der Distanz, doch fordern sie zu einer genaueren Betrachtung auf. Erst aus der Nahsicht lässt sich erkennen, dass auch die scheinbar monotonen Farbflächen in sich eine pastose Malerei aufweisen. Auch sind sie nicht so deckend aufgetragen , wie es von Weitem scheint, sondern lassen die darunterliegenden Malschichten durchscheinen und die aus der Ferne so klaren Ränder der Farbflächen lösen sich aus der Nähe auf. Für Jan Rischke ist der Art der Übermalung nie ganz abgeschlossen, oft fügt er Flächen oder Pinselstriche noch nach längerer Zeit hinzu. So kann es sein, dass die heute in galerie januar ausgestellten Arbeiten, irgendwann noch weiter übermalt werden und teilweise noch erkennbare gegenständliche Malerei weiter verunklärt wird.

 

Jan Rischke wurde 1984 in München geboren. Er studiert Malerei an der Kunstakademie Münster in der Klasse von Prof. Michael von Ofen. Seine Arbeiten waren u.a. 2011 in den Ausstellungen „Malerei 11“ im Kunstverein Münsterland in Coesfeld und „Unordnung und frühes Leid. Arbeiten der Klasse Michael van Ofen“ in der Städtischen Galerie Lippstadt zu sehen

 

(Text: Claudia Rinke)

 

Zur Eröffnung am Freitag, 26. Oktober 2012, um 20 Uhr, sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Einführende Worte von Claudia Rinke.


 

Mehr Informationen zu Jan Rischke finden Sie auf der Internetseite der Klasse van Ofen der Kunstsakademie Münster www.klassevanofen.de/studenten/jan-rischke/.

 

 

"Bilder mit Handschrift", WAZ, 20.10.2012, von Tom Thelen

 

 

 

Gefördet durch die

 

 

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Marina Schell - Skulpturen + Zeichnungen (24.8.-4.10.2012)

(c) Marina Schell

 

 

 

Marina Schells Kunst versucht, die Ferne der tierischen Natur in Nähe zu verwandeln, behält aber doch zugleich jenen Rest Fremdheit, der die Menschen von der Tierwelt trennt. Mit ihren Darstellungen der Tiere entwirft sie diese nicht als emphatische, heilende Gegenwirklichkeit zur Menschenwelt. Mit Hilfe vermittelnder Aneignungsformen wie dem Schattenspiel oder körpermotorischen Nachstellungen, welche die tierischen Naturformen ja selbst schon in artifizielle Produkte verwandelt haben, sucht sie nach dem Vertrauten im Fremden wie auch umgekehrt nach dem Fremden im Vertrauten oder: nach dem Eigenen im Anderen und umgekehrt. In ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit der tierischen Natur hält sie womöglich etwas Entschwindendes fest und bannt zur Dauer, was uns mehr und mehr entgleitet, nämlich ein Natürliches.

Ulrich Fernkorn

 

 

"Menschen mit tierischen Gesten, WAZ, 21.08.2012, von Jürgen Boebers-Süßmann

Artikel zur Ausstellung von Marina Schell in galerie januar, Bochum 2012

 

 

Gefördet durch die

 

 

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Peter Gros - Waldinneres (11.5.-21.6.2012)

Peter Gros, Drei romantische Landschaften

 

 

 

"Waldinneres" oder "Die psychische Dimension von Landschaft"

Die Bilder der Ausstellung stehen vor einem biografischen Hintergrund: am Eingang eines ausgedehnten Waldgebietes aufgewachsen, habe ich schon früh die besondere Faszination des Waldes empfunden. In der Zeit des Heranwachsens hielt ich mich dort häufig auf, nicht aus einem ausgeprägten botanischen Interesse heraus, sondern um mich selbst zu finden, was auch immer das genau bedeuten mochte. Im Raum des Waldes war Platz für Tagträume, genaue Beobachtungen, die mit Zeichnungen einhergingen, und nicht zuletzt Lektüre, die ich dort intensiver aufnehmen konnte als in der Geschlossenheit eines Zimmers.
Seit dieser Zeit bin ich davon überzeugt, dass Landschaft und der Wald im Besonderen neben vielen Facetten auch eine psychische Dimension hat. Hinter der konkreten Landschaft, die wir erleben, kann eine andere Landschft sichtbar werden, die wir offenbar selbst hervorbringen. Die äußere Natur lässt uns unsere innere gewahr werden. Beide stehen in Wechselwirkung , durchdringen und bedingen sich gegenseitig, überlagern sich in vielfältiger Weise.
Die Bilder der Ausstellung gehen von Fotografien aus, die zumeist ohne lange Überlegung auf Wanderungen oder Spaziergängen entstanden sind. Durch die Transformation der Fotos in ein anderes Medium, die Malerei, werden sie aus der Zufälligkeit heraus gelöst und mit dem Faktor Zeit aufgeladen, den sie in der Schnelligkeit ihres Entstehens nicht besaßen, den die Malerei aber beansprucht. Zudem wird die Fotorealität oft ins Negativ verkehrt oder mit abstrakten Elementen konfrontiert, häufig leeren Flächen, die Teile des Realen auslöschen, um so andere hervorzuheben.
Ich lege keinerlei Wert auf Fotorealismus, sondern im Gegenteil: die von mir angestrebte Realität ist die der Malerei, in ihrer Farbmaterialität, Pinselführung und Eigenständigkeit der malerischen Form.

Peter Gros

 

 

Weitere Informationen zu Peter Gros finden Se auf der Internetseite des Künstlers wwwpgrosmalerei.de.

 

"Das Grün im Wald und die Ruinen", WAZ, 17.05.2012, von Tom Thelen

Artikel zur Ausstellung von Peter Gros in galerie januar, Bochum 2012


"Das geheimnisvolle Dunkel der Wälder", Ruhr Nachrichten, 08.05.2012, von Claudia Staudt

Artikel zur ausstellung von Peter Gros in galeroe januar, Bochum 2012

 

 

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Nikola Dicke - von guten und bösen Geistern (16.3.-26.4.2012)

Nikola Dicke, Dämon, 2012, Ruß-Zeichnung auf Glas, Diaprojektion (c) Nikola Dicke

 

 

Nikola Dicke - von guten und bösen Geistern

 

 Das Thema der künstlerischen Arbeit von Nikola Dicke ist das Licht in seinen verschiedenen Erscheinungsweisen im Zusammenspiel mit der Architektur. Dabei bemalt sie u.a. Diagläschen mit Miniaturen, die durch Projektionen immaterielle Lichtzeichnungen im Raum erzeugen.

In der Ausstellung „von guten und bösen Geistern“ setzen sich verschiedene Aspekte ihrer Arbeit aus den letzten Jahren fort. Zum einen ist das die Auseinandersetzung mit Heiligenstatuen – den „guten“ Geistern. Dem gegenüber stehen die „bösen“ Geister – die Dämonen, die sie zum Teil auf Francisco de Goyas Darstellungen (insb. seinen Capriccios) entlehnt. Als immaterielle Lichtprojektionen bevölkern diese Wesen die Galerieräume. Nikola Dicke beschichtet Diagläschen mit Kerzen- oder Lampenruß. Aus dieser schwarzen Schichte kratzt sie ihre Geister heraus. Dadurch erzeugt sie eine Umkehrung der normalen zeichnerischen Wirkung. Ihre Lichtzeichnungen sind nicht schwarz auf weißem Untergrund, sondern erscheinen weiß auf einer schwarzen Fläche. In den Projektionen verschwimmen die eindeutigen Zuweisungen der „guten und bösen Geister“. Heilige und Dämonen können als Lichtgestalten oder als dunkle Schatten auftauchen und wieder verschwinden.

Im Erdgeschoss zeigt die 2010 entstandene Installation „Nach Goya“ 20 Rußzeichnungen verschiedener Dämonen die als wechselnde Diaprojektion an die Wand geworfen werden. Die Motive sind dabei Bildzitate aus Goyas Capriccios und Textzitate aus den Liedern von Tom Waits. Dieser Arbeit gegenübergestellt ist eine zweiteilige Rußzeichnung auf Glas, die sich mit dem Mythos des kopflosen Reiters auseinandersetzt, der u.a. 2009 von Tim Burton im Film „Sleepy Hollow“ umgesetzt wurde. Beim Betreten des Kellers stößt man auf weitere Goya-Zitate, die diesmal groß in den Raum projiziert werden: zum einen die berühmte Radierung „Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer“, die hier in Bewegung versetzt wird, indem eine Projektor auf einem Drehmotor Fledermäuse projiziert. Und zum anderen zeigt sich eine Kapuzengestalt, die das gesichtslose übermächtige Grauen personifiziert. Im Obergeschoss schließlich finden sich auf gemalte Statuen von Heiligen, die auf den ersten Blick eher zu den „guten Geistern“ gerechnet werden können, die aber bei genauerem Hinsehen dieser Kategorie vielleicht auch nicht immer standhalten.

 

Nikola Dicke wurde 1971 in Witten a. d. Ruhr geboren, sie studierte an der Kunstakademie Münster Lehramt und Freie Kunst bei Ludmilla von Arseniew und Michael van Ofen. Seit 2006 arbeitet sie als freie Künstlerin in Osnabrück. Sie erhielt mehrere Stipendien und Kunstpreise, u.a. 2008 dem Kunstpreis der Stadt Limburg.

 

(Text: Claudia Rinke)

 

Zur Eröffnung am Freitag, 16. März 2012, um 20 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Die Künstlerin ist anwesend. Einführende Worte spricht Claudia Rinke, Kunsthistorikerin.




"Gute und böse Geister", WAZ, 11.03.2012, von Ingo Otto

 

 

 

Gefördert durch die

 

 

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Klaus Kleine - "bewegter Raum" (3.-23.-2.2012)

 

 

Der Bildhauer Klaus Kleine hat nach seinem Studium vor allem raumgreifende, auf den jeweiligen Ausstellungsort bezogene Werke geschaffen, die zumeist eine Mittelstellung zwischen Skulptur und Architektur einehmen. In der galerie januar zeigt der Künstler Plastiken aus Stahlrohr, eine Fotografie sowie im Keller einen raumfüllenden Einbau, in bewußtem Kontrast zu den anderen filigranen Konstruktionen. Während die Arbeit im Keller den Raum geradezu verstellt, stehen die Plastiken aus Stahlrohr frei da und sind aus allen Richtungen umgehbar und überblickbar. Sie vermitteln, obwohl ihr Material Stahl ganz offensichtlich von einer gewissen Schwere ist, doch einen eher leichten Eindruck. Denn es handelt sich bei ihnen um keine massiven Körper mit geschlossenen Oberflächen, sondern um nahezu körperlose Gestänge, die selbsttragend auf ihren jeweils vier dünnen Beinen vom Boden aufragen und in ihrer minimalistischen Gestalt an leere Vitrinen erinnern. Indem die Stahlrohre gleichsam die Konturen der Vitrinen markieren, schneiden sie aus dem Kontinuum des Raumes jeweils ein quaderförmiges Leervolumen von unterschiedlichen Dimensionen aus.

Ulrich Fernkorn

 

 

"Der Raum im Raum im Raum", WAZ, 01.02.2012, von Tom Thelen

 

 

Gefördert durch die

 

 

 

 

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2011

Janine Tobüren - TAKEOVERTAKE

in Zusammenarbeit mit Daniela Löbbert (11.11.-15.12.2011)

 

 

Janine Tobüren zeigt in der Ausstellung „TAKEOVERTAKE“ in galerie januar e.V. ihre neusten Werke, die alle in diesem Jahr entstanden sind.

In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich mit Werken bekannter Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auseinander. Im Zentrum steht dabei die Frage: Was ist das Wesentliche der originalen expressiven Geste eines Künstlers und wie kann diese Geste in eine andere Form umgesetzt werden? Tobüren nimmt Werke von Künstlern wie Franz Kline, Willem de Kooning, Jean-Michel Basquiat, Cy Twombly, Blinky Palermo, u.a. und lässt sie in ihrer eigenen künstlerischen Sprache neu entstehen. So werden zum Beispiel aus den expressiv gestischen Gemälden von Franz Kline (1910-1962) Holzskulpturen oder Bronzen. Die zweidimensionalen schwarzen Linien auf der Leinwand von Kline übersetzt Janine Tobüren in dreidimensionale Linien im Raum. Die flache Malerei wird zu einem Objekt, das man von allen Seiten betrachten kann. Dabei behält sie die Farbigkeit und die Größe des Originales bei.

In der 5teiligen Serie „Idols“ werden Details von Werken der Künstler Cy Twombly und Jean-Michel Basquiat zu neuen Kompositionen zusammengefügt. Dabei ist nicht mehr unbedingt erkennbar, welcher Teil von welchem Künstler entnommen wurde.

Im Obergeschoss der galerie januar projizieren zwei Overhead-Projektoren farbige Kreise auf die Wände. Mit der Installation „I DO“ setzt sich Tobüren auf provokative Weise mit der Arbeit von Blinky Palermo (1942-1977) auseinander. Dabei bezieht sie sich auf Zeichnungen der Serie „Who knows the beginning and who knows the end“ von Palermo aus dem Jahr 1976. Die Zeichnungen zeigen Anschnitte von geometrischen Formen, deren Vervollständigung der Imagination des Betrachters überlassen bleibt. Mit „I DO“ gibt Janine Tobüren ihre Interpretation der Frage nach dem Anfang und dem Ende. Auch hier sind Größe und Farbigkeit an das Original angepasst.

Im Untergeschoss von galerie januar zeigt sie zusammen mit Daniela Löbbert eine Rauminstallation, die sich auf eine Fotografie des Künstlers Cy Twombly (1928-2011) von seinem Atelier in Geata, Italien bezieht. 2011 gründeten sie das Künstlerduo „II ADD“.

 

Janine Tobüren wurde 1978 in Münster geboren. Bis 2004 studierte sie Diplom-Heilpädagogik an der Universität zu Köln. Seit 2005 studiert sie an der Kunstakademie Münster bei Guillaume Bijl. 2011 erhielt sie ihren Akademiebrief der Kunstakademie Münster und befindet sich zurzeit in ihrem Meisterschülerjahr bei Ayse Erkmen. Ebenfalls 2011 gründete sie zusammen mit Daniela Löbbert das Künstlerduo „II ADD“.

 

Text: Claudia Rinke

 

 

 

Gefördert durch die

 

 

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Jaimun Kim - Quelle (7.10.-3.11.2011)

Jaimun Kim, Quelle, 2009, Ton (c) Jaimun Kim

 

 

Die Abbildung zeigt die 2009 entstandene mehrteilige Wandarbeit "Quelle", die der Ausstellung den Titel gegeben hat und typisch ist für Jaimun Kims jüngere Arbeiten. Wie immer diese aus Ton gemachten Objekte auch unterschiedliche Formen annehmen, sie erscheinen stets als denkbar einfache, elementare Gebilde. Sie sind handgemacht, an geometrischen Grundformen orientiert und haben deutlichen Bezug auf die Elemente: auf Erde, Feuer, Wasser und Luft. 

 

 

Weitere Informationen zu Jaimun Kim finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.jaimun-kim.com.

 


"Spiralen der Unendlichkeit", WAZ, 07.10.2011, von Jürgen Boebers-Süßmann

Artikel zur Ausstellung von Jaimun Kim in galerie januar, Bochum 2011

 

 

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Barbara Hoheisel (10.6.-21.7.2011)

Aussstellungsansicht Untergeschoss (c) Barbara Hoheisel, Foto: CR

 

 

 

Spannungen sind das Thema der Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Barbara Hoheisel (geb. 1974). Ihre Werke changieren zwischen Malerei und Skulptur. Dabei bedient sie sich eines typischen Material der Malerei: dem Keilrahmen. Diesen verwendet sie aber nicht als Träger für die normale Leinwand, die dann bemalt oder bearbeitet wird. Sondern Barbara Hoheisel spannt in und um den Rahmen handelsübliche farbige Spanngurte. Es entsteht so ein Flechtwerkt aus waagerechten und senkrechten farbigen Linien, die sich kreuzen und teilweise überlagern.

Die Werke von Barbara Hoheisel sind zum einen Bilder, die durch die farbigen Linien der Spanngurte gebildet werden. Zum anderen sind sie dreidimensionale Objekte. Durch die Kraft der Gurte werden die Keilrahmen so unter Druck gesetzt, dass sie sich verbiegen und nach außen wölben. Das Holz des Keilrahmens und die Spanngurte umschließen so einen dreidimensionalen Raum. Gleichzeitig bilden die Spanngurte innerhalb des viereckigen Rahmens weitere durch ihre Überkreuzungen weitere Rahmen, die einen leeren Raum einfassen und die Wand oder den Boden hinter dem Kunstwerk sichtbar werden lässt.

Barbara Hoheisel lässt diese Leerräume ganz bewusst offen. Die Interpretation dieser freien Räume bleibt dem Betrachter selbst überlassen. Sie selbst sagt zu ihrer Arbeit: „Ich interessiere mich für „Flechtwerke“. Wir leben in einem riesigen Flechtwerk, in dem alles miteinander verflochten und vernetzt ist.“

Die Arbeiten von Hoheisel verbinden verschiedenste Materialien und deren Eigenschaften zu neuen Objekten. Dabei untersucht sie auf immer neue Art die Fragen: Was ist ein Bild? und Was ist ein Raum? Denn ihre Objekte sind zum einen Bilder, die aber durch die Einwirkung physischer Kräfte zu dreidimensionalen Objekten werden und so neuen Räume entstehen lassen.

In der galerie januar e.V. zeigt Barbara Hoheisel eine eigens für den Raum konzipierte Installation ihrer verschiedenen Arbeiten. Die Objekte, Boden- und Wandarbeiten, die direkt in den Ausstellungsräumen von der Künstlerin angefertigt wurden, beziehen sich in ihrer Anordnung und ihren Inhalten auf die räumlichen Besonderheiten der Galerie.

 

Barbara Hoheisel, geb. 1974, und lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte Kunsterziehung und freie Kunst an der Gesamthochschule Essen und der Kunstakademie Düsseldorf und war Meisterschülerin bei Prof. Dr. Christian Megert.

 

(Text: Claudia Rinke)

 

Zur Eröffnung am 10. Juni 2011, um 20 Uhr, laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Die Künstlerin ist anwesend. Einführende Worte spricht Claudia Rinke.



 

Weitere Informationen zu Barbara Hoheisel finden sie auf der Internetseite der Künstlerin www.barbara-h.de.

 

 

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Patricia Murawski - Kopfarbeit (27.5.-2.6.2011)

Ausstellungsansicht Obergeschoss (c) Patricia Murawski

 

 

Patricia Murawski zeigt zum Abschluss ihres Studiums in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung jüngste Beispiele aus zwei 2010/2011 entstandenen Werkreihen, einerseits Fotografien im Hochformat und andererseits große, auf Keilrahmen aufgezogene Leinwände. Das perfekte Finish des fotografischen Prints mit seinem leichten Oberflächenglanz steht gegen das Rohe einer Malerei mit Fingerfarben auf der unpräparierten Leinwand, das technisch Erzeugte und die Anonymität des Fotos gegen das Individuelle und Handschriftliche der malerischen Geste.

 

 

Weitere Informationen zu Patricia Murawski finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.patricia-murawski.de.

 

 

"Ausstellung in Bochum zeigt Bilder, die mit Haaren gemalt wurden", WAZ, 24.05.2011, von Jürgen Boebers-Süßmann

Artikel zur Ausstellung von Patricia Murawski in galerie januar, Bochum 2011

 

 

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Jérôme Thomé - Fotografie (8.4.-19.5.2011)

Jérôme Thomé, Rue Corbon, Fotografie, C-Print (c) Jérôme Thomé

 

 

Jérôme Thomé beschäftigt sich in seinen künstlerischen Arbeiten mit Fragen zur menschlichen Wahrnehmung und ihrer Irreführung. Aktuell nutzt er das Medium Fotografie, um sich auch in der Natur auf die Suche nach grafischen Formen und Phänomenen zu begeben.
In der galerie januar zeigt der Künstler erstmals eine größere Auswahl seiner Farbfotografien. Es sind digitale Aufnahmen und digital ausbelichtete Lambda-Prints, alle zeigen Landschaften, meistens menschenleer. 

 

 

Weitere Informationen zu Jérôme Thomé finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.jeromethome.com.

 


"Fotografien von Thome", WAZ, 04.04.2011, Fotostrecke von Ingo Otto

zur Ausstellung in galerie januar, Bochum 2011

 

 

Gefördert durch die

 

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2010

Andreas K. Schulze - zum 30jährgen Bestehen von galerie januar (15.1.-25.2.2010)

Andreas Karl Schulze, Installationsansicht, Kunstverein Heilbronn 2002, Farbige Bumwollquadrate (c) Andreas Karl Schulze

 

 

Der Künstler Andreas Karl Schulze setzt im Verlauf der Neunziger Jahre in zahlreichen Arbeiten einzelne kleine Quadrate oder Reihungen dieser auf Bilder, Wände und in verschiedene Räume. Sein Werk ist vom Changieren zwischen Struktur und Offenheit geprägt - eine konstante Form in verschiedenen Farben, die frei in den Raum gesetzt wird. Die Eingriffe in den Raum erfolgen ohne individualistische Gestik, obwohl sie doch präzise auf ein kohärentes, vom Künstler erfundenes System zurückgreifen. Schulzes Quadrat ist keinesfalls eine Projektionsfläche spiritueller Meditation. Er hat von dieser Form auf seine nüchterne Weise Besitz ergriffen und ist anhand dieser Form identifzierbar geworden.
Die Diskretion seiner raumbezogenen Arbeiten erfordert einen aufmerksamen Betrachter - unaufmerksame können sie übersehen.

aus : Carina Plath, Ausstellungskatalog Kloster Bentlage, 2009

 

 

Weitere Informationen zu Andreas Karl Schulze finden Sie auf der Internetseite http://the-artists.org/artist/Andreas-Karl-Schulze/.

 

 

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