galerie januar e.V.
galerie januar e.V.

KONTAKT

galerie januar


Verein zur Förderung junger Kunst e.V.

 

Eislebener Str. 9 /

In der Schuttenbeck,

44892 Bochum-Langendreer

Tel: 0234/3600578

 

E-Mail:

info (at) galerie-januar . de

 

Öffnungszeiten:

Do. 17-19 Uhr;

und nach Vereinbarung

 

 

Mitglied der

www.kunstvereineruhr.de

 

 

Mitglied der

2009

Jan Linnemann - the man who shot the horse, though (4.9.-8.10.2009)

Jan Linnemann, o. T. (Berg), 2008/09, C-Print auf Alu-Dibond, 120 x 145 cm (c) Jan Linnemann

 

 

In den Räumen der galerie januar zeigt Jan Linnemann aktuelle fotografische Arbeiten. Die großformatigen Fotografien erinnern in ihrer Rahmung an Leuchtkästen; Berglandschaften bilden einen klaren Schwerpunkt. Gleichwohl nebenbei nehmen jedoch Landschaftsabbild und Portrait eine wirre Korrespondenz zueinander auf. 

 

 

Weietere Informationen zu Jan Linnemann finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.jan-linnemann.de.

 

 

 

Das Projekt wird gefördert von der

 

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Alke Reeh - Skulpturen und Fotografien (19.6.-6.8.2009)

Alke Reeh, Vorhang, 2005, Holz, Kreidegrund, 75 x 240 cm (c) Alke Reeh

 

 

Alke Reeh zeigt in galerie januar neue Fotografien, Skulpturen und textile Objekte. Die künstlerische Fantasie der Düsseldorfer Meisterschülerin von Klaus Rinke entzündet sich am Fortleben abstrakter Muster und ornamentaler Formen, die sie in den verschiedenen Medien spielerisch in neue, überraschende Zusammenhänge versetzt. Typisch für das Vorgehen der Künstlerin ist ihre Serie digital bearbeiteter Fotografien "Von Kuppeln und Tassen", in welchen die geometrischen Muster im gewölbten Inneren von kleinen Sammeltassen plötzlich in den riesigen Kuppeln von Kirchen und Moscheen aus Ost und West erscheinen oder auch umgekehrt diese in jenen. Ebenso charakteristisch die abgebildete Plastik, in der der alltägliche, von der Schwerkraft abhängigen Faltenwurf eines Vorhangstoffes als gewelltes hölzernes Band selbsttragend vom Erdboden aufragt. 

 

 

Weitere Informationen zu Alke Reeh finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.alkereeh.de.

 

 

 

 

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Joung-en Huh - TRIO (23.1.-12.3.2009)

 

 

Die 1969 in Busan, Korea geborene Joung-en Huh hat ihr Studium ab 1993 in Deustchland zunächst an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg aufgenommen, ehe sie 1995 an die Kunstakademie Düssedorf wechselte. Dort hat sie ihre künstlerische Aussbildung 1999 als Meisterschülerin von Christian Megert abgeschlossen und 2002 den Akademiebrief erhalten. Mit der Gründung des Düsseldorfer Projektes LADEN bzw. LADEN-GEDAN hat sie sich in den letzten Jahren in der Off-Space-Szene des Rheinlandes einen Namen gemacht. Sie hat jedoch nicht nur in Düsseldorf für andere Künstlerinnen und Künster Ausstellungen organisiert, sondern ist zugleich in einer Fülle von Einzel- und Gruppenausstellungen mt ihrer ganz eigenen Malerei hervorgetreten und hat vor allem mit ortbezogenen Rauminstallatioen auf sich aufmerksam gemacht.

 

Auh ihre Ausstellung in Bochum hat die Künstlerin bewusst auf ihre Rauminstallationen beschränkt, welche nicht vorab im Atelier, sondern erst im Anschluss an einem Ortstermin entstehen. Im Ergebnis hat Joung-en Huh - wie schon der Titel der Ausstellung "Trio" andeutet - die drei Etagen der Galerieräume mit durchaus unterschiedlichen, aber stets aus einfachen Materialien bestehenden architektonisch wirkenden Einbauten versehen. Diese gehen von den Bedingungen des jeweiligen Raumes aus und verändern auch den Raum und das Haus - um es mit der musikalischen Metapher auszudrücken: durch drei individuelle Stimmen oder Instrumente mit einem neuen Gesamtklang füllen. Huhs Installationen lassen den Raum statt als überall gleichartigen, neutralen Container als Raum von gleichsam unterschiedlicher Dichte erscheinen.

 

 

TRIO
Die Installation, die sich auf Begriffe wie Raumbegrenzung und Raumöffnung bezieht, umfasst drei Ebenen. Ausgehend von Fragen wie "was ist Innenraum, was ist Außenraum?", "ist dies offen, oder geschlossen?", entstehen Arbeiten, die zu neuen Raumsituationen und dadurch zu neuen Raumbetrachtungen führen.

Ebene 1 Serielles Geländer
Das Geländer, welches sich in diesem Raum befindet, wird verfielfacht. Die sechs neuen Elemente werden als Raumteiler eingesetzt.

Ebene 2 Downtown
In verschiedenen Formaten gebaute Tafeln werden im Raum verteilt. Sie stehen wie Schilder, wie neue Raumteiler, wie im dicht bewachsenen Stadtwald.

Ebene 3 InnenAussen
Ein Raum im Raum entsteht, aus Leinwand gebaut und mit Fenstern versehen. Man schaut durch die Fenster nach außen, in den Raum hinein, oder von dem Aussenraum durch die Fenster nach Innen. Zwei unterschiedliche Beleuchtungen unterstreichen die Raumverteilung.

Joung-en Huh

 

 

Weitere Informationen zu Joung-en Huh finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.joungenhuh.com.

 

 

"galerie Januar zeigt einen Raum im Raum", WAZ, 20.0.2009, von Werner Streletz

 

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2008

Keiko Koana - raum zwischen (31.10.-11.12.2009)

Keiko Koana, o.T., 2007 (c) Keiko Koana

 

 

Die Malerei von Keiko Koana ist sowohl durch europäische wie asiatische Einflüsse geprägt und enthält gegensätzliche Bestimmungen: Bei den für ihr Schaffen der letzten Jahre typischen Bildern von zumeist eher kleinem Format, aber mitunter auch erhebliche Größe, handelt es sich um in traditioneller japanischer Technik ausgeführte Papier überspannte Holzkästen. Auf diese trägt die Künstlerin - oft mit einem Lineal anstelle eines Pinsels - dünnflüssige Aquarell- bzw. Acrylfarben auf. Ohne vorgefasste Konzepte lässt sich Keiko Kaona vor allem von den Eigenschaften und Zufälligkeiten des auf überwiegend zwei Töne beschränkten Farbverlaufs überraschen. Dem entspricht, dass ihre Arbeiten weniger gemacht als vielmehr wie von selbst entstanden scheinen oder naturhaft gewachsen. Die hier klar begrenzten und dort ins Diffuse verschwimmenden, horizontal gerichteten Farbverläufe und Raum schaffenden Schichtungen, in denen Leere und Dichte einander abwechseln, erzeugen unweigerlich landschaftliche Assoziationen. 

 

 

Weitere Informationen zu Keiko Koana finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.keikokoana.com.

 


"Diffuse Landschaften", WAZ, 13.11.2008, von Werner Streletz

 

 

Gefördert von:

 

 

Text zu Keiko Koana von Ulrich Fernkorn
Pressetext_Koana.pdf
PDF-Dokument [49.3 KB]

 

 

 

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Ralf Brück - "Que' onda guero". (22.8.-2.10.2008)

Ralf Brück, Sign 4, 2009, 120 x 160cm, C-Print, Plexiglas (c) Ralf Brück

 

 

Der für sein fotografisches Werk in den letzten Jahren bereits mehrfach mit Stipendien und Preisen ausgezeichnete Düsseldorfer Künstler Ralf Brück (Jahrgang. 1966), der sein Studium 1994 in der berühmten Fotoklasse von Bernd Becher begonnen und 2003 als Meisterschüler von dessen Nachfolger Thomas Ruff an der Kunstakademie Düsseldorf abgeschlossen hat, ist mit seinen bildnerischen Erkundungen auf die Themen von Landschaft und Architektur konzentriert. Nur ganz gelegentlich kommen in der von ihm fotografierten Welt Menschen vor. In seiner Ausstellung in der galerie januar zeigt Ralf Brück eine Auswahl neuer Farbfotografien, die 2007 und 2008 auf Reisen des Künstlers durch Amerika entstanden sind.
Geprägt durch die Weite der amerikanischen Landschaften wirken die neuen Fotografien Brücks raumhaltiger als die mitunter engen Ausschnitte seiner früheren Arbeiten. Sie zeigen überwiegend horizontal bestimmte und zugleich tief gestaffelte Landschaftsräume unter hohem Himmel mit vereinzelten Architekturmotiven. Brücks Kamera hat zwar unverkennbar Amerikanisches erfasst, meidet aber touristische Sehenswürdigkeiten oder sonstwie Spektakuläres.
Bildwürdiger als die vielfach fotografierten erhabenen Naturansichten amerikanischer Nationalparks etwa sind für Ralf Brück beispielsweise Motive wie die Rückseite eines weit über den Horizont emporragenden Hinweisschildes zwischen Telegraphenmasten und den hölzernen Pfosten eines sich in der Tiefe einer kargen Landschaft verlierenden Weidezauns. Im Gegensatz zu dem bislang vorherrschenden nüchtern-dokumentarischen Stil erkennt man hier eine gesteigerte Aufmerksamkeit für das Erfassen besonderer Lichtsituationen. Und doch bleibt die dramatisch wirkende Fotografie einer schwarzgrauen Wolkenformation vor hellem Himmel eine Ausnahme innerhalb seiner an erzählerischen Momenten bewusst sparsamen Bildsprache. Letztlich ist es Brücks eigenwilliger Sinn für das Gebaute seiner Fotografien, der sie von bloßen Dokumentationen unterscheidet und sie auch abhebt von den stilprägenden Vorbildern der road trip photography eines William Eggleston oder Stephen Shore, auf deren Tradition er sich mit seiner amerikanischen Motivwelt bezieht.

Ulrich Fernkorn



Weitere Informationen zu Ralf Brück finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.ralfbrueck.com.

 

 

Gefördert von:

 

 

 

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Daniel Rode - durch und durch (25.4.-19.6.2008)

 

 

Der Dresdner Künstler Daniel Rode zeigt in der galerie januar zwei neue, für die spezielle Raumsituation geschaffene Arbeiten. Kennzeichnend für seine Arbeiten ist der präzise Einsatz von Material und ein hohes Maß an Reduktion. Der Künstler destilliert seine Geschichten bis zu einem Punkt, wo sie ihre Eindeutigkeit, nicht aber ihre Kraft verlieren. Ausgangspunkt für die Bochumer Arbeiten ist die sowohl vertikale (drei kleine Räume übereinander) als auch horizontale (Hinterhaussituation) Staffelung der Ausstellungsräume.
Bei der Arbeit "Ghost" spannt sich ein Stahlseil senkrecht durch Bohrungen in den Decken bzw. Fußböden in einer Geraden vom Keller bis in den ersten Stock. Im Keller befindet sich ein Motor (Abb), der dem Seil eine Unruhe mitgibt, die im Erdgeschoss durch ein fahnenartiges Stück Stoff augenfällig wird. Im Obergeschoss wird das Seil lediglich straff gehalten. Ebenfalls im Obergeschoss befindet sich die zweite Arbeit der Ausstellung, die die Horizontale betont. Eine speziell angefertigte, dünne Neonröhre führt durch ein Loch in der Wand nach draußen, beschreibt dort einen Bogen, kehrt quasi um und wieder in den Raum zurück. 

 

 

Ghost, 2008, Installation über drei Etagen
Edelstahlseil, Elektromotor, Aluminium, Kunstseide, Maße variabel


Ein dünnes Stahlseil verläuft durch Bohrungen in Decken und Fußböden vertikal durch drei Etagen eines Gebäudes. Im Keller wird das Seil mittels eines Elektromotors in eine geringfügige Unruhe versetzt, die sich im Erdgeschoss an der Bewegung eines kleinen, weißen Tuches beobachten lässt. Im Obergeschoss wird das Seil über Rollen an die Wand geleitet und mit einer Feder Straff gehalten. Die Arbeit ist nie im Ganzen sichtbar.



 

Weitere Informationen zu Daniel Rode finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.danielrode.de.

 

 

"Wie mit großem Aufwand minimale Effekte erzielt werden", WAZ, 30.04.2008, von Werner Streletz

 

 

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Maria Franziska von Hasselbach - Schaltjahr - Neue Arbeiten (29.2.-10.4.2008)

 

 

"Die Bilder von Franziska von Hasselbach entstehen oft als Tuschen oder Gouachen. Wie von leichter Hand sind Farben und Formen zueinander gesetzt und auf der Bildfläche organisiert. Jede Arbeit folgt ihrem eigenen Vokabular, welches abstrakt bleibt und mit Worten nur unzureichend zu beschreiben ist. Die Formen, Bahnen überlagern sich, sie verschmelzen mitunter, und der Verzicht auf jede strikte Zeiligkeit ist nachgerade Prinzip. Zwischen angemessener Behauptung und flüchtigem Auftrag changiert das bildnerische Geschehen. Schichtung und Rhythmus, ein Zulassen von Abweichungen und ein lakonisches Einhalten der Bildgrammatik sind einige der Phänomene, welche von Hasselbachs Arbeiten kennzeichnen.
In neueren Arbeiten konstituiert sich die Darstellung oft – teils als Negativ umrissen – aus Rautenformen oder ganz aus Quadraten. Die Bilder wirken stofflich, auch sind einzelne Raster pastos gesetzt. Bildträger ist nun zunehmend, neben dem Papier, die Leinwand. Die Farben fließen schon seit einigen Jahren mehr; sie stehen unverbunden nebeneinander. Weiterhin, durch die Schichtungen wie auf Abstand gerückt, liegen verschiedene Ebenen übereinander, interagieren aber miteinander. Die Ränder der Farbzonen sind unscharf, selbst hier entwickelt sich eine Vielzahl an Tönen und Anklängen an Form: im Zueinander von liquidem Schweifen und stabiler Präsenz. Aber diese Malerei bleibt in ihrer leichtfertigen Konzentration lapidar und sie regeneriert sich mit jedem Verfahren neu. Die Bildgruppen entwickeln sich kaum in kontinuierlichen Folgen; die Arbeiten ergänzen sich erst über Monate, teils Jahre hinweg. Mehrere Systeme laufen parallel, aber sie sind doch häufig den gleichen Prinzipien und Anliegen verpflichtet. Und immer handeln diese Arbeiten von visueller Aufmerksamkeit ... und sind auch im Kleinteiligen großzügig."

Thomas Hirsch in "Künstler in Düsseldorf" (Hg. Peter Liese), edition  biograph,  Düsseldorf und Salon Verlag,  Köln  2007

 

 

"Als wär's die Patina von Jahren", WAZ, 28.02.2008, von Werner Streletz

 

 

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Christoph Westermeier - fabrikations kabinett (11.1.-14.2.2008)

 

 

Für die Ausstellung hat Christoph Westermeier seine Fotografien auf drei Etagen in engem Bezug zu den Räumen gehängt. Die drei großformatigen Werke erscheinen durchaus unterschiedlich voneinander und besitzen doch eine gemeinsame, eigenwillige Handschrift.
Im Obergeschoss hat Christoph Westermeier eine besondere Zone im Raum geschaffen und den white cube, indem er einen Großteil der Seitenwand und einen kleinen Teil der Stirnwand dunkelrot gestrichen hat, in ein kostbar wirkendes Kabinett verwandelt. Auf den farbigen Grund hat er über- und nebeneinander ein Ensemble analoger Schwarz-Weiß Fotografien gehängt. Man sieht Porträts ebenso wie Innenräume oder Landschaftsausschnitte, wobei ein absichtsvoller Gegensatz besteht zwischen der Beiläufigkeit der fotografierten Motive und ihrer aufwändigen Inszenierung.
Stärker noch als im Obergeschoss weichen die Fotoarbeiten in den anderen Etagen ab von den gängigen Erwartungen, die sich mit dem Medium Fotografie normalerweise verbinden. Im Keller hat der Künstler Architekturmotive nicht an die Wand gehängt, sondern sie – wie bei einer Tapete – Stoß an Stoß ganzflächig mit der Wand verklebt. So entsteht ein raumbeherrschendes, stereometrisch geprägtes Muster. Auch in seiner Arbeit im Erdgeschoss experimentiert Christoph Westermeier mit neuen Präsentationsformen für das fotografische Bild. Hier wird die Digitalfotografie eines Schaufensters, in dem ein ornamentverzierter Teppich hängt, durch ca. 70 DIN-A-3-große Ausdrucke auf 3 x 4 Meter vergrößert und die Blätter entsprechend dem Ursprungsbild so Stoß an Stoß auf den Galerieboden gelegt, dass sich das Foto des Teppichs und das Foto als Teppich für unsere Anschauung im Raum wechselseitig ergänzen.

Ulrich Fernkorn

 

 

"Der Teppich ist kein Teppich", WAZ, 18.01.2008, von Werner Streletz

 

 

Gefördert von:

 

 

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2007

Maria Gamper - Partitur (19.10.-6.12.2007)

Maria Gamper in Ausstellung, Foto: WAZ, 23.10.2007

 

 

Die (Wechsel-)Beziehung zwischen Mensch und Raum steht im Zentrum meines künstlerischen Interesses. Ich setze mich vor allem damit auseinander, wie Menschen ihren Umraum gestalten und wie sich die architektonische Gestaltung der Räume auf das Verhalten der Menschen auswirkt. Bei meinen Arbeiten handelt es sich meist um kaum wahrnehmbare Interventionen im Raum, die die Aufmerksamkeit auf die architektonischen Besonderheiten der jeweiligen Situation lenken.
Durch meist rudimentär-minimale Eingriffe möchte ich auf subtile Weise die Komplexität eines gegebenen (städtischen) Raums aufdecken und in den Fokus rücken. Ich gehe dabei unmittelbar auf den jeweiligen Raum und die dort vorgefundenen Bedingungen ein. Es geht mir dezidiert nicht darum, ein dominantes Kunstobjekt in den Raum zu implantieren und diesen somit auf eine Sockelfunktion zu reduzieren. Vielmehr soll sich die Arbeit harmonisch in die Umgebung einfügen, durch größte Einfachheit Wirkung entfalten und zu einem integrativen Bestandteil der Umgebung werden.
In meinen Arbeiten suche ich die Nähe und Distanz, die die Menschen zu ihren Räumen einnehmen, zu begreifen und greifbar werden zulassen. Dabei untersuche ich stets auch die Frage, wie und wo ich mich selbst im Raum verorte. In dieser Hinsicht enthalten meine Arbeiten auch eine nostalgische oder romantische Komponente, schwingt in ihnen immer die Suche nach der verlorenen Zeit, den Geschichten der Vergangenheit, einer Verbindung zwischen Hier und Anderswo mit.
Ich selbst befinde mich auf der Suche nach klaren Linien und Formen, die den Raumcharakter eines Orts bestimmen, dessen Dichte und Atmosphäre unterstreichen und die Funktionalität von Räumen hinterfragen: auf der Suche nach kollektiv erlebbaren Räumen, die meine Geschichte erzählen. 

Maria Gamper

 

"Was uns die Regalbretter sagen", WAZ, 23.10.2007, von Werner Streletz

Artikel zur Ausstellung von Maria Gamper in galerie januar, Bochum, 2007

 

 

Gefördert von:

 

 

 

 

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Dai-Goang Chen - Raum in Raum (17.8.-29.9.2007)

(c) Dai-Goang Chen

 

Dai-Goang Chen baut seit 2001 sowohl in Ausstellungsräumen als auch im städtischen Außenraum große Holzkonstruktionen, die an der Schnittstelle von Skulptur und Architektur stehen. Seine Arbeiten lassen sich hinsichtlich des Verhältnisses der Konstruktion zu dem jeweiligen Standort in groben Zügen in zwei Gruppen einteilen: In einigen Arbeiten geht der Künstler von seiner unmittelbaren Wahrnehmung und Erfahrung am Ort und dessen Umgebung aus und konzipiert ortsspezifische und situationsbedingte Konstruktionen. In anderen Arbeiten baut der Künstler autonome Konstruktionen, deren Grundformen sich auf altertümliche Bauwerke wie Pyramide oder Zikkurat beziehen. Chens Holzkonstruktionen sind durch Offenheit und Doppeldeutigkeit gekennzeichnet, welche die durch die Verwendung von dünnen und schmalen Holzplatten entstandenen Spalten erzeugen. Dieser offene und doppeldeutige Charakter potenziert die Verbindung und Interaktion zwischen Kunstwerk und Umgebung und dekonstruiert die klare Unterscheidung zwischen Innen und Außen, Innenraum und Außenraum. Zudem sind seine Arbeiten begehbar, so daß der Betrachter die Möglichkeit hat, sie in vielfältiger Weise und unmittelbar zu erleben. Auf diese Weise evozieren seine Werke die aktive Teilnahme des Betrachters und fördern dessen Kommunikation mit dem Objekt.

So-Yean Goak

 


Gefördert von:

 

 

 

 

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Mi-Ryeon Kim - Das bewegliche Bild - Sein und Zeit (1.6.-5.7.2007)

Mi-Ryeon Kim, Being, Videostills, Layout (c) Kim, Mi-Ryeon

 

 

Mi-Ryeon Kim stellt in der galerie januar auf drei Etagen eine Auswahl ihrer seit 2003 entstandenen 1-Kanal-Videoarbeiten sowie eine neue Videoinstallation vor.
Bei den per Beamer großformatig auf die Wände projizierten Videos "Der Mund", "Being" oder "Der Kreislauf" handelt es sich um Kurzfilme von maximal 5 Minuten Spieldauer. Sie beruhen alle auf Tausenden von Handzeichnungen, welche die Künstlerin wie im Trickfilm in bewegte Bilder überführt. Deren künstlerische Ausdruckskraft verdankt sich einer rigorosen Beschränkung auf Schwarz und Weiß und die grundlegenden zeichnerischen Mittel von Punkt, Linie und Fläche. Offensichtlich gibt es einen Zusammenhang zwischen der elementar wirkenden Zeichensprache von Kims Videos und den in ihnen verbildlichten Themen. In "Being" beispielsweise sind diese auch im buchstäblichen Sinne von elementarem Charakter, denn die Künstlerin hat dort mit ihren abstrakten Zeichenkürzeln, die sie mit einer minimalistischen, aber suggestiven Tonspur unterlegt, überzeugende Bilder der vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft geschaffen.
Mit Hilfe der einfachen zeichnerischen Mittel sieht man sich in den Videos der Künstlerin anstelle einer festumrissenen Dingwelt natürlichen Prozessen des Entstehens und Vergehens gegenüber. Sie entwirft eine Welt ständiger Verwandlung. So geht die Wellenlinie eines Mundes in den Flügelschlag eines Vogels über oder verdichten sich Regenfäden zu Baumgestalten, ehe diese wiederum in lodernde Flammen übergehen. Mi-Ryeon Kim folgt mit dem Zeichenstift den Metamorphosen der Natur und ihrem Rhythmus sich erhebender und wieder verlierender Kräfte:
In der neuesten Videoinstallation im Erdgeschoss werden die Filmbilder statt als Rechteck auf die Wand mit dem Beamer in der Form eines Ovals von der Decke auf den Fußboden projiziert. Der Betrachter erlebt das Geschehen in ungewohnt starker Aufsicht . Dem Oval der Filmbilder entspricht auf dem Fußboden ein formgleiches Oval aus weißem Salz, welches sozusagen die körnig strukturierte Leinwand für die auftreffenden Lichtstrahlen des Filmes bildet.
Erstmals entstammen die Videobilder nicht den animierten Zeichnungen der Künstlerin sondern der abgefilmten Wirklichkeit. Bei den mit geringen Kamerabewegungen aufgenommenen Bildern handelt es sich um die unspektakuläre Aufsicht auf die ruhige Oberfläche eines Teiches, in der sich das Blattwerk der am Ufer stehenden Bäume sowie dazwischen aufblitzende Zonen des Himmels spiegeln. Mehr noch aber wird der Blick gefangen genommen von einer Anzahl dunkler Fische, die knapp unterhalb der Oberfläche schwimmen und durch diese hindurch sichtbar sind: Karpfen, die in ihrem Hin und Her von träg-verhaltener Geschwindigkeit sind - nicht zu schnell und nicht zu langsam, so dass das Auge ihren Bewegungen ohne Anstrengungen folgen kann.

Ulrich Fernkorn

 

 

Weitere Informationen zu Mi-Ryeon Kim finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.kimmiryeon.com.



"Urhütte und Wolkenkratzer", WAZ, 30.05.2007, von Werner Streletz

 

 

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Daniela Löbbert - Malerei (20.4.-24.5.2007)

 

 

Daniela Löbberts Bildwerk demonstriert höchste Abstraktion im Sinne der konkreten Kunst. Ihre Gemälde verzichten auf jeglichen Bezug zur außerbildlichen Wirklichkeit. So erscheint die dargestellte Form als eine reine Bildform. Dabei ist das Bildformat in einem prekären Gleichgewicht ausgelotet, das die Bildfläche zugleich bestätigt und aufhebt. Die geometrischen Bildformen rücken an den äußersten Rand der Leinwand, was diese als solche bewusst macht, als bloß materieller Bildträger. Die reduzierte und wenig differenzierte Farbgebung bestätigt dies zusätzlich. Außerdem spielen Form und Farbe mit dem Positiv-Negativ-Effekt. Der Hintergrund kippt in den Vordergrund. Der Vordergrund, das geometrisierte Motiv, wird zur Öffnung in dem Hintergrund. Ein hohes Differenzierungsvermögen wird bei der Bildbetrachtung aktiviert. Nicht das wieder erkennende Sehen scheint gefordert, sondern das "Sehende Sehen". Schließlich aber entsteht doch noch ein weiterer Effekt, der die erste Wahrnehmung radikal unterläuft. Die ungegenständlichen Motive gründen auf höchst gegenständlichen Erfahrungen: Grundrisse, Möbelansichten, Architekturschnitte. So changiert das Bild unentscheidbar zwischen Ungegenständlichkeit und Gegenständlichkeit.

Ferdinand Ullrich

 

 

Weitere Informationen zu Daniela Löbbert finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.danielaloebbert.de.

 

 

Gefördert von:

 

 

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Changwon Lee - Reflexion (2.3.-5.4.2007)

 

 

Noch während seines Studiums an der Kunstakademie Münster in der Klasse von Guillaume Bijl hat der koreanische Künstler Changwon Lee um das Jahr 2000 zu der ihm eigenen, unverwechselbaren Ausdrucksweise gefunden. Auch bei seiner Auswahl für die galerie januar handelt es sich um Bildobjekte, in denen Merkmale des Zwei- und Dreidimensionalen ineinander fließen.
Das Wandrelief "Passanten" (2007) misst 250 x 400 cm und nimmt nahezu die gesamte Stirnwand im Obergeschoss des Galeriehauses ein. Es ist typisch für Lees Kunst insgesamt und kann auch für kleinere Reliefs der Ausstellung einstehen. Beim ersten Blick auf "Passanten" aus der Ferne meint man dunkle Silhouetten anonym Vorübergehender zu sehen. Erst bei näherer Betrachtung erkennt man, dass die Figuren in Bewegung keine gemalten oder fotografierten flachen Abbilder der alltäglichen Wirklichkeit sind, sondern sich einer tatsächlich körperhaften Ursache verdanken. Changwon Lee hat hier einen rechtwinklig begrenzten, weißen Bildkasten von geringer Tiefe mit dem strengen Raster übereinander gereihter, horizontaler und ebenfalls weiß lackierter Holzstege versehen. Auf ihnen hat der Künstler in genau kalkulierter Ordnung lose schwarze Teeblätter so angehäuft, dass sich die Mikrostruktur des Materials für unser Auge zur überzeugenden Makrostruktur von Passanten zusammenschließt. Die durch die Teehäufchen erzeugten Schatten vor dem weißen Hintergrund des Reliefs ergänzen den figurativen Gesamteindruck. Am Boden unterhalb des Wandreliefs befinden sich weitere, herab gerieselte Teeblätter, die das rein Materielle der vom Relief erzeugten Illusion darlegen wie auch eine Spur seines Herstellungsprozesses vergegenwärtigen.
Vor Lees Arbeit ist der Betrachter herausgefordert, unterschiedliche Blickeinstellungen und Positionen gegenüber dem Wandrelief auszuprobieren, um zu bemerken, dass die durch die Teeblätter figurierten Figuren ihr Aussehen, ihre gegenständliche Lesbarkeit je nach Standort und Lichteinfall ändern.

Ulrich Fernkorn

 

 

Weitere Informationen zu Changwon Lee finden sie auf der Internetseite des Künstlers www.changwonlee.com.

 

 

Gefördert von:

 

 

http://www.redcat.org/sites/redcat.org/files/gallery/linked-files/2011-06/ARKO_logo.png

 

 

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Nol Hennissen - MÜNCHEN - BOCHUM (12.1.-22.2.2007)

Nol Hennissen, Plan, 2007, (nach Antonio Moro), Bodenfarbe auf Holz, 350 x 630 cm (c) Nol Hennissen und VG Bild-Kunst, Bonn

 

 

Der Ausstellungstitel "MÜNCHEN - BOCHUM" bezeichnet nicht nur wichtige Lebensstationen des Künstlers, sondern auch die Orte, an denen die Arbeiten von Nol Hennissen für die galerie januar entstanden sind. In den drei speziell für die Räume in Bochum geschaffenen Arbeiten greifen Gattungsmerkmale der Malerei, Skulptur und Architektur ineinander. Während Nol Hennissen im Erd- und Kellergeschoss des Hauses durch spiegelnde Gitter- bzw. Flächenelemente die gewohnten Raumverhältnisse optisch subtil verändert, indem er sowohl das streng Geometrische der Gebilde selbst wie auch die Grenzen des Raumes zu entmaterialisieren scheint und den gespiegelten Betrachter jeweils zu einem Bestandteil des Werkes macht, verändert er den Raum im Obergeschoss der ehemaligen Polsterei lediglich durch eine flache Bodenarbeit: Scherenschnittartig aus Spanplatte gesägte purpurfarbene Elemente bedecken die graublau gestrichenen Bodendielen, die nur stellenweise sichtbar bleiben. Sie geben das florale Ornament eines Kleides wieder, das Nol Hennissen einem Brokatkleid auf einem Gemälde von Antonio Moro entnommen hat. "Die aus dem Wechselspiel der Elemente Licht, Farbe und Form amalgamierte abstrakte Harmonie erzeugt eine Atmosphäre von meditativer Stille und nüchterner Poesie." (Sabine Dorothee Lehner, München).

 

Weitere Informationen zu Nol Hennissen finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.nolhennissen.de.

 

 

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2006

Caroline Bayer - Raumzeichnung (20.10.-7.12.2006)

(c) Caroline Bayer

 

 

Den Weg zu Ihren Arbeiten sucht Caroline Bayer nicht, sondern findet ihn zwischen und in der architektonischen Banalität Ihrer alltäglichen Umgebung. Dabei werden die gesammelten Fragmente aus Ihrem urbanen Kontext gerissen, in Linien und Strukturen zerlegt, teilweise in Ihren Dimensionen verändert und in einer fremden Raumsituation neu angeordnet. Ihrer individuellen Bestimmung und Identität beraubt und entfremdet, entwickeln diese Fragmente durch die sensible Behandlung in Zeichnung und Installation eine ungewöhnliche ästhetische Qualität. 

 

Weitere Informationen zu Caroline Bayer finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.carolinebayer.de.

 

 

Gefördert von:

 

 

 

 

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Andreas Nann - Vom Erscheinen und Verschwinden (1.9.-5.10.2006)

 

Anmerkungen:    

Meine Arbeit bewegt sich in einem fortwährenden Zwiespalt aus Harmonie und Disharmonie, Klarheit und Verstörung, Unlogik und noch größerer Unlogik. In den Bildern geht es um eine Übergeometrie, um ein nur noch geometrisch anmutendes Konstrukt. Auf den ersten Blick erscheint eine logische Konstruktion, die aber "fake" ist. Sie ist nur scheinbar plausibel und ist tatsächlich existentiell-emotionalen Ursprungs, fern aller Logik einer gewichtenden Zusammenfügung von Vertikalen und Horizontalen. Klassische geometrische Formen wie Kreis, Rechteck, Quadrat usw. tauchen selten auf, einzig die unterschiedlichsten Dreiecke. Die Kompositionen werden hauptsächlich durch Schrägen getragen, somit sind sie instabil, durch ihr Zusammenspiel aber wieder stabil. Das ganze ohnehin Verzogene wird zusätzlich durch abgebrochene Pinselgesten, herablaufende Farbe, Farbspray, unruhige Oberflächen irritiert.
Ich versuche Phänomene des Existentiellen in die Arbeit einzubinden. Jedes Bild entsteht aus der inneren Notwendigkeit heraus, Existentialismus in all seiner Widersprüchligkeit, Ohnmacht und Poesie darzustellen.

Andreas Nann

 

 

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Moonho Lee - Raum (19.5.-29.6.2006)

 galerie januar zeigt in der ersten Einzelausstellung des koreanischen Künstlers Moonho Lee neben einer Installation mit Diaprojektion vor allem typische Beispiele seiner seit 2003 entstandenen Fotografien von Innenräumen. Was auf den ersten Blick nach fotografischer Ablichtung der Wirklichkeit aussieht, erweckt bei näherem Hinsehen zu Recht Zweifel an der Realität des Dargestellten. Tatsächlich wird man bei Moonho Lee von inszenierter Fotografie reden müssen, denn bei sämtlichen seiner Fotos handelt es sich eben nicht um die Ablichtung von Innenräumen, sondern vielmehr um die Ablichtung von Innenräumen, welche Moonho Lee allererst mit Hilfe von Architekturmodellen erfindet. Er baut kleine und größere Modelle, die er künstlich beleuchtet, um sie mit den durch das Licht veranlassten Schattenbildungen mit einer Großformatkamera aufzunehmen.
Die Fotografien Lees besitzen durchaus unterschiedlichen Charakter, sind aber immer äußerst karg und minimalistisch und stets bleiben sie menschenleer. In eben dem Maße, in dem der Mensch abwesend ist, in eben dem Maße erscheint der Raum anwesend und zu gesteigerter Präsenz gebracht, er ist in seiner jeweiligen Gestalt und Farb- und Lichterscheinung der eigentliche Bildheld von Lees Arbeiten. Mit vollem Recht hat der Künstler seine Ausstellung mit einem einzigen Wort betitelt: "Raum". 

 

 

Gefördert von:

 

 

 

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Helge Hommes - ... mit der Leere als Gewand III - Malerei (17.3.-20.4.2006)

Helge Hommes, ... mit der Leere als Gewand, 2005, (c) Helge Hommes

 

 

Der Wald ist durch den Geist gegangen. Die Malerei geht durch den Geist und geht durch den Körper. Die Manifestation im Bild: reine Synergie. Eine neue, pure Fakzitität:: das, was der Fall ist. Malerei. Organische Prozesse, das Drama des Wachstums, zur Ruhe gebracht. Zur Anschauung. Die kahlen Baumgerüste gegen den Himmel, die baren Linien gegen die Leinwand. Beides gegen die Leere. Klarheit und Heiterkeit der Reduktionen.

Liegend/horizontal, stehend/vertikal, vertikal und horizontal sind die Verläufe der Linien auf der Leinwand. Liegend und stehend sind Körperbewußtsein. Orientierungen des Körpers im Raum. Auch Aktion und Passion, beides zusammen. Oder, in der paradoxen fernöstlichen Variante: tatloses Tun (chin.: wuwei). Handeln mit aller Entschiederheit, mit vollem Nachdruck - aus einer Haltung völliger Losgelöstheit heraus. Für nichts.

Horizontale, Vertikale, Diagonale als platonische Ideen: prästabilisierte Geometrien. Baum und Geäst, draussen im Walde wie auch drinnen als Bild im Bewußtsein; Geometrie und jede Menge Störungen. Und als Malerei: Ordnung und Chaos so ineinander gebaut, dass das Bild mit Energie aufgeladen wird.

Matthias Bärmann

 

Weitere Informationen zu Helge Hommes finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.helgehommes.com.

 

 

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Eva Weinert - Das Haus (13.1.-16.2.2006)

Das Haus
Die Arbeiten von Eva Weinert beziehen sich auf die vorhandene Raumarchitektur mit ihren statischen Funktionen von Boden, Wand und Decke. Diese Elemente werden aus ihrem ursprünglichen Bedeutungskontext gelöst. Linien, Flächen und Körper werden in einen neuen Zusammenhang gestellt. Gewohnte Bezüge werden umgedeutet, Ebenen werden neu definiert, Raumerfahrung wird anders begründet. Die plastischen Arbeiten für die Galerie Januar sind labil und veränderbar; gleichzeitig können sie immer in das reale Raumgefüge zurückgeführt werden, zudem sie durch Abmessung, Maßstab und Anordnung im Kontext sehen. Dieser Bezug zum Ursprungsraum gibt den neu konstruierten plastischen Gebilden Halt, Form und Überschaubarkeit, die sie auch benötigen, um nicht vollends umzufallen oder auseinanderzubrechen.



Weitere Informationen zu Eva Weinert finden Sie auf der Internetseite www.co-mg.de.

 

 

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2005

Annette Hurst - Räume - Zeichnungen und Collagen (25.11.-22.12.2005)

 

 

Zu den Arbeiten von Annette Hurst
Ausgehend von Zeichnung und Collage auf auseinandergefalteten Schachteln und Kartons entstehen in der Weiterentwicklung reliefhafte und plastische Objekte, freistehend und für die Wand. Vorgefundene Verpackungen werden mit Tusche, Kohle, Kreide, Schere und Reißen gestaltet und mit Zeichnungen collagiert. Architektonische Fragmente und organische Strukturen korrespondieren mit der Form der Schachtel. Über diese "Raumbildungen" wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auch auf die gesamte Raumsituation gelenkt und der Ausstellungsraum wird zur Landschaft. 

 

Weitere Informationen zu Annette Hurst finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.annette-hurst.de.

 

 

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Annette Besgen - Brückenschlag (16.9.-27.10.2005)

Die Übersteigung des Alltäglichen gelingt, weil Annette Besgen den in der Wirklichkeit gefundenen Motiven das Erzählerische entzieht. Sie konzentriert ihre Blicke auf das Schattenreich unter den Brücken, auf die Fahrbahnen, Gehwege, zeigt manchmal die Ausbreitung der Schatten vom Boden zu den Hausfassaden, blendet dabei aber bewusst alles Lebhafte aus.
Insofern sieht sich der Betrachter einer zutiefst irriterenden Dialektik von Abbild und Bild gegenüber. Die Bilddaten sind offenkundig aus der Wirklichkeit des urbanen Raums abgeleitet, geben aber nur rudimentär Auskunft über diese.
Es ist der besondere Vorzug, daß die Künstlerin in der Lebenswirklichkeit genau die Bilder findet, die dort bereits bildhaft sind. Deshalb erscheinen sie im gezeichneten und gemalten Bild sowohl realistisch als auch kompositorisch glaubwürdig. Außerdem ist nicht allein das das Bild bestimmende, sondern auch das in der Wirklichkeit der Städte gefundene Phänomen immateriell.
Annette Besgen zeigt uns keine Dingwelt, sondern die durch die Sonnenstrahlen bewirkte Abbildung von Dingen auf Straßenflächen oder Hausfassaden, also in der materiellen Realität auffindbare immaterielle Bilder. Es sind negative Projektionen, bei denen Materielles als verschattete Leerstellen des Lichts sich in hell erleuchteten, aber leeren Zonen darstellt.
Eigentlich kann nur das stillebenhafte Bild diese Schattenspiele differenziert vor Augen führen, da es einen Moment festzuhalten und auszugestalten vermag, der in der Lebenswirklichkeit so flüchtig und einzigartig auftritt, daß er nur kurz und selten in der gleichen Gestalt wieder anzutreffen ist. In Annette Besgens Bildern ist Zeit stillgestellt, um Momente dieses ebenso flüchtigen wie erhabenen Lichtspiels anschaulich und wahrnehmbar werden zu lassen.

Auszüge: Bernd Finkeldey in: Annette Besgen. Unter Brücken, hrsg. von der Galerie Ulrike Buschlinger, Wiesbaden, und der Galerie Steinrötter, Münster, 2002

 

Weitere Informationen zu Annette Besgen finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.annette-besgen.de.

 

 

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Dong-Yeon Kim - The Holy City (20.5.-7.7.2005)

Die Allegorie Dong-Yeon Kim
Die Skulpturen Dong-Yeon Kim rufen bei mir ein Lächeln mit einem Anflug von Bitterkeit hervor und lösen aus dem Innern tiefe Schmerzen aus. Und plötzlich schleicht eine innere Unruhe vor dem Morgen in mich. Die Allegorie seiner Werke beflügelt den Blick meiner Fantasie. Mit einem Mal wird mir bewußt, wie die Sinne aus der Alltäglichkeit aufgerüttelt werden.

Ufan Lee / Paris 2005

 

 

Weitere Informationen zu Dong-Yeon Kim finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.dongyeonkim.de.

 

 

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Mi-Kyung Lee - Irgendwo (11.-21.3.2005)

 

 

Das Schwarz auf den Bildern Mi-Kyung Lees resultiert zuallererst aus dem Licht. Betrachtet man ihre Werke genauer, so erkennt man tatsächlich eine Vielzahl von Schattierungen, verschiedenen Farbbewegungen und Dichtegrade, die sich allmählich zu einem landschaftlichen Bildraum formen. Teilweise opak, teilweise transparent, entstehen über die gesamte Fläche räumlich gestaffelte Bildzonen, die sich – je nach individueller Vorstellungskraft – als Wolkengebilde, als Wälder und Gebirgspanoramen, als Wasserflächen und Horizonte deuten lassen. Das alles ist offen, wie unfixiert, geprägt von einem hohen Maß an Wandlungsfähigkeit, in einem Zustand noch vor der konkreten Formwerdung, eine Landschaft jenseits der Landschaft, fern jeder Abbildhaftigkeit, noch in Entstehung begriffen, irgendwo zwischen völliger Leere und maximaler Dichte.
Etwas anders verhält es sich bei den jetzt entstandenen Bildern, die sich zwischen Schwarz und Weiß, Hell und Dunkel bewegen. Sie sind ganz ohne Einsatz von Buntfarben gemalt und doch ebenso reich an Nuancen und Zwischentönen. Hier gewinnt der Farbauftrag mit seinen vielfältigen Strukturen und Verläufen zunehmend an Kontrast. Ränder und Schichtungen der oftmals stark verflüssigten Malsubstanz nehmen die diffuse Gestalt von Bergen und Wäldern, von Seen oder Ebenen mit verschieden hohen Horizonten an. Stets aus der Ferne, aus großer Distanz betrachtet, begegnen uns atmosphärische, wie in Dunst gehüllte Landschaften, die sich weithin offen, gleichmäßig und ruhig vor unseren Augen ausbreiten. Gerade in ihrer zurückhaltenden, unaufdringlichen Komposition erscheinen uns die Bilder nicht als benennbare Naturporträts, sondern eher als Visionen, als Ideen von Landschaften.
Wenn wir uns die Zeit nehmen, die diese Bilder fraglos erfordern, so ist es gerade das Fehlen motivischer Anziehungspunkte, das Ausbleiben von Effekten und Sensationen, das die Sinne schärft und den Blick auf sich selbst zurückwirft: eine Malerei ganz ohne Behauptungen; eine Malerei, deren Bildwelt in letzter Konsequenz nicht mehr verspricht, als wir, die Betrachter, mit unserer Einbildungskraft, unserer Erinnerung und Erfahrung einlösen können.

Dr. Stefan Rasche

 

Weitere Informationen zu Mi-Kyung Lee finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.kimkyunglee.com.

 

 

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Michael Cleff - Plastische Arbeiten (28.1.-24.2.2005)

 

 

Augenfällig bei den Plastiken von Michael Cleff ist angesichts seiner Quader oder mehrgeschossigen Rotunden die Parallele zur Architektur. Und das nicht nur, weil die gebauten tönernen Formen schließlich hart wie Klinker gebrannt sind. Es sind vielmehr Themen wie das Verhältnis von Grundriss und Volumen, von Senkrechten und Waagerechten zueinander, es ist die Frage der Rhythmisierung der Flächen durch einzelne Elemente, wie sich das Innen und Außen verschränken.
Cleffs Sprache ist karg, aber nie kalt. Sein Formenkanon streng, aber nicht dogmatisch. Was ihn interessiert, ist die Reduktion der Phänomene zugunsten einer befriedigenden Wahrnehmung; der eigenen Stimme, der eigenen Reaktionen und schließlich der eigenen Erkenntnis. Inmitten einer tosenden Informations- und Ereignisflut baut und eröffnet er Rückzugsräume der Phantasie, Refugien für Gedanken, Oasen der Stille und Stätten der Begegnung mit dem eigenen Suchen und Erleben.

Gabi Dewald (2004). "Rede Wenig. Über Stille" (Auszug),
Michael Cleff "Zwischen den Dingen. Plastische Arbeiten", Stadtmuseum Hattingen,

 

 

Weitere Informationen zu Michael Cleff finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.michael-cleff.de.

 

 

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