galerie januar e.V.
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KONTAKT

galerie januar


Verein zur Förderung junger Kunst e.V.

 

Eislebener Str. 9 /

In der Schuttenbeck,

44892 Bochum-Langendreer

Tel: 0234/3600578

 

E-Mail:

info (at) galerie-januar . de

 

Öffnungszeiten:

Do. 17-19 Uhr;

und nach Vereinbarung

 

 

Mitglied der

www.kunstvereineruhr.de

 

 

Mitglied der

2004

VIDEO III - Videoabend (12.11.2004)

Christoph Girardet - Matthias Müller

 

 

Die Medienkünstler Christoph Girardet (geb.1966) und Matthias Müller (geb.1961) studierten zusammen in der Film- und Videoklasse der HBK Braunschweig und arbeiten in den Bereichen Film, Video und Fotografie. Christoph Girardet (Hannover/Rom) verwendet vorwiegend reduziertes visuelles Ausgangsmaterial, das durch seine intensive Bearbeitung neue Bedeutungsebenen entfaltet. Die Bandbreite seiner künstlerischen Arbeiten reicht von der Produktion von Video-Tapes zu raumgreifenden Video-Installationen. Matthias Müller (Köln, Bielefeld) verfolgt mit Fremdmaterial neue narrative und autobiographische Ansätze; gewöhnlich kombiniert Müller angeeignetes mit eigenem Material.
Eine Auftragsproduktion von sechs Videos für die Ausstellung "Notorious - Alfred Hitchcock and Contemporary Art" des Museum of Modern Art in Oxford führte 1999 zu einer ersten künstlerischen Zusammenarbeit. Die "Phoenix Tapes" wurden zu zahlreichen internationalen Filmfestivals eingeladen, unter anderem nach Venedig und Cannes, und u.a. mit dem "Preis der Deutschen Filmkritik" ausgezeichnet. Darüber hinaus haben viele renommierte Museen wie das "Musée du Louvre" in Paris die "Phoenix Tapes" gezeigt.
Als zweite Gemeinschaftsarbeit entstand im Winter 2001/2002 im Auftrag der Foundation for Art and Creative Technology in Liverpool das Video "Manual", das in der gleichnamigen Ausstellung von Girardet und Müller in der Bluecoat Gallery, Liverpool, und der Five Years Gallery, London, gezeigt wurde. Die Ausstellung erhielt die Ratings "4 Stars" von "The Guardian" and "Best Show around the Country" von "The Independent". "Manual" war unter anderem zum Toronto International Film Festival 2002 eingeladen und wurde als Installation in der Ausstellung "static" in der Galerie Tent in Rotterdam gezeigt. "Manual" hat bei den 49. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen den Hauptpreis des Deutschen Wettbewerbs gewonnen (ex aequo), sowie den Prémio RTP Onda Curta und eine "Honorable Mention" im Internationalen Wettbewerb des Vila do Conde Short Film Festival 2003.
Zu einer dritten Kooperation kam es im Frühjahr 2002. Das Video "Beacon" entstand im Auftrag des Vila do Conde Filmfestivals in Portugal. Es wurde u.a. im Gulbenkian Museum, Lissabon, auf dem Filmfestival von Locarno und in der Timothy Taylor Gallery, London, präsentiert und mit dem Marler Video-Kunst-Preis 2004 ausgezeichnet.
2003 entstanden die Gemeinschaftsarbeiten "Play", eine Montage aus angeeigneten Spielfilmbildern von Publikum, und die Cinemascope-Produktion "Mirror". "Mirror" wurde im Internationalen Wettbewerb der Kurzfilmtage Oberhausen uraufgeführt und erhielt das Prädikat "besonders wertvoll". Beide Produktionen liefen u.a. beim Toronto International Film Festival 2004, beim New York Film Festival 2004 und auf der Viennale 2004.
Ein gemeinsames Interesse von Christoph Girardet und Matthias Müller besteht in der Auseinandersetzung mit Fremdmaterial, found footage, "welches im Zeitalter der Videocassette nicht mehr gefunden, sondern im scheinbar grenzenlosen Zugriff auf die Filmgeschichte recherchiert ist " (Marcel Schwierin). Die gemeinsamen Arbeiten von Christoph Girardet und Matthias Müller führen bei ähnlich gelagerten Interessen zwei unterschiedliche künstlerische Positionen in eine Synthese. 

 

 

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Christel Koerdt - Zitate (17.9.-28.10.2004)

 

 

 

 

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Anke Moormann - Januar im Juni (18.6.-22.07.2004)

(c) Anke Moormann

 

 

Ich springe gleich in ein Zitat. Es stammt von dem israelischen Schriftsteller Khalil Gibran und heißt: "Dein Haus ist Dein größerer Körper... Es hat Träume, die versetzen Wände und tauchen sie in einen farbigen Schein".
Liebe Frau Moormann, schlägt das nicht verwandte Seiten bei Ihnen an? Gewiss geht diese Metapher, wie die meisten Metapher nicht vollkommen auf und verfängt sich irgendwo zwischen Anatomie und Architektur. Aber dreht sich die Ausstellung nicht insgesamt um Häuser - und um Sie selbst? Um Ihre Träume und Erinnerungen, vom kindlichen Schema Quadrat/Dach drauf, fertig ist das ganze Haus über die asymmetrische Doppelhaushälfte, in der Sie aufgewachsen sind, bis hin zu den nordamerikanischenHolzhäusern, denen Sie während Ihres einjährigen Kanada-Stipendiums immer wieder gegenüber standen?
Offenkundig erfährt Anke Moormann die Welt - als Innenraum wie als Außenmauer - über die Architektur. Über gebaute Strukturen, von denen Häuser eine besonders nahe, vertraute und veränderliche Ausprägung sind. Die Ausstellung ist auf DIESEN Aspekt konzentriert. Auf Häuser, die nicht nur mit dem Auge und den Füßen, sondern mit Empfindung, Intuition, Emotion erfahren, um- und weitergebaut, vergrößert oder vermehrt, zuschraffiert oder zugeschrieben werden.
Eine kennzeichnende Rolle spielt dabei z.B. ein Haustyp, den Anke Moormann "Aedicula" nennt. Auf Ihrer Homepage beschreibt Sie, wie Kinder sich gerne unter einem Möbelstück, einem Tisch oder einem Stuhl, einrichten und darauf bestehen: Das ist mein Haus. Eine Decke über dem Kopf, eine geometrische Markierung ringsherum genügen, so der Text, "zur Identitätsstiftung über die Kategorie Raum". Oder klingt ein Zentnerwort wie Identität allzu gewichtig für diese leicht- und freihändig konstruierten, dekonstruierten Modelle und bunten Entwürfe? Doch Identität kann, folgen wir einem französischen Philosophen, auch auf Taubenfüßen daherkommen. Etwas vom kindlichen Drang zum Raum, den man sich errichtet, versetzt und mit dem man sich eins fühlt, bewegt die Künstlerin jedenfalls heute noch. Sie schafft Räume, bestimmt Orte, an denen subjektiv Identität entsteht. Das gelbe Haus zum Beispiel im Erdgeschoss ist ein solcher Aedicula-Raum, wo der Stuhl einen Besitz überdacht. Das Doppelhaus aus Beton im Obergeschoss gehört gleichfalls dazu. Hier ging die Künstlerin noch einmal Abmessung für Abmessung, Winkel für Winkel, Ecke für Ecke auf die Suche nach sich selbst, nicht auf dem Plan des Architekten, sondern in der eigenen Erinnerung - erfahrene, erlebte Architektur als Baustelle für das Ich. Dass in der Gegend von Montreal, wo Sie ein Jahr verbrachte, neben vielen Wohnhäusern, wetterfest gemacht, die zugehörigen Modelle stehen, trug als äussere Anregung gewiss bei. Vieles geht bei Anke Moormann aus dem Blick nach innen UND außen hervor.
Im Obergeschoss breitet sich zu unseren Füßen eine abstrahierte, blockig vereinfachte, über und über grüne Dorflandschaft aus. Zwei elementare Haustypen und eine nicht weniger elementare Kirche mit perspektivischen Verkürzungen, die als Schrägen konkret geworden sind. Eine angespannte, fast durcheinander geschüttete Räumlichkeit, verzerrte Standorte, an denen Windschiefes als Vertrautes, weich aufgewölbte Dächer als lang Genutztes und die Kirche als Altgewohntes erscheinen.
In der Ausstellung dominieren jedoch Zeichnungen. Sie gehen zum Teil aus Hausobjekten hervor, nehmen sie aber nicht vorweg. Sie sind wahre Freihandzeichnungen und verzichten auf jedes technische Hilfsmittel wie Lineal oder Winkel. Sie schweifen und assoziieren weiter, wo die Objekte an Grenzen stoßen. Ihr wichtigstes Werkzeug sind farbige Permanent-Marker in verschiedener Stärke. Sie werden sowohl flächig wie linear, konstruktiv wie skriptural eingesetzt. Jede Zeichnung arbeitet in Flächen größere Bauteile aus und folgt Schreibimpulsen, die sich zu Zeilen verdichten und zu Strukturen überlagern. Jede setzt sich aus statischem Flächenbau und fließendem Duktus zusammen. Eine apart dekorative Kombination, von perspektivischen Raumpartikeln durchsetzt und kantig moduliert. So entsteht der Eindruck ornamentaler Vielfalt aus Blöcken und Zeilen. Hausmotive werden aufgegriffen, verstärkt und überspielt, auseinander- und zusammengelegt. Nichts erscheint funktional korrekt, aber alles stimmt. Wenn diese Häuser, um mit Khalil Gibran zu sprechen, unsere "größeren Körper" sind, so recken und strecken sie sich. Sie klappen ihre Wände wie Arme auf und fallen sich um den Hals. Perspektivlinien brechen ab, Fassaden verdoppeln sich spiegelbildlich nach unten, Reihen von Dachziegeln gleiten in Schriftzüge über... ein buntes Architektur-Capriccio, an dem der Filzstift sich über Baugenehmigungen hinwegsetzt und nach eigenen Gesetzen und Rhythmen weiter macht. Manchmal ist die Schrift sogar lesbar und läuft, immer kleiner werdend, von oben bis unten durch. Ein Rapport, der sich verdichtet, bis sich nichts mehr entziffern lässt. "Luftpolsterung" steht neben einem Haus und weist unsere Sicht auf ein weich eingedelltes Ziegeldach ein.
Ich weiß, die Künstlerin mag nicht einmal höchst ehrenvolle Assoziationen, aber ich kann mir nicht helfen: Manchmal erinnern mich diese Architekturteppiche an Streifengliederungen und Ornamentfelder der Stadtlandschaften des Wiener Expressionisten Egon Schiele - die sie wahrscheinlich nie gesehen hat. Mit dem Hinweis auf einen anderen architektonischen Buntfärber und Ornamentalisten aus Österreich, Hundertwasser, würde ich mir vermutlich ihren endgültigen Unwillen zuziehen. Deshalb nehme ich diese Assoziationen wieder zurück und betone noch einmal ihren völlig anderen Ausgangspunkt: eben nicht das Ornament, sondern die schiere Konstruktion von "Klappobjekten" aus harschen Latten mit Scharnieren, reine Raumskelette aus Linien, imaginären Flächen und von performativer Veränderlichkeit, die IHRE authentische Erfindung sind. Ausgangspunkt ist bei Anke Moormann also ein programmierte Choreografie des Konstruktiven. Ihre "Klappobjekte" bringen diese Raumvorstellung auf den kargsten, knappsten Nenner. Die Zeichnungen dagegen entfalten eine verwandte Grundvorstellung ins Bunte, Ausgreifende, Schweifende, rhythmisch Beschwingte und geben der Architektur eine poetische Freiheit ins Persönliche, Subjektive über das Systematische hinaus.

Manfred Schneckenburger zur Ausstellungseröffnung

 

 

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reduziert II

Michael Growe - Jan Kolata - Martin Noel (7.5.-3.6.2004)

 

 

Weitere Informationen zu Michael Growe unter www.michaelgrowe.de

 

Weitere Informationen zu Jan Kolata unter www.jankolata.de

 

Weitere Informationen zu Martin Noel unter www.martinnoel.de

 

 

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Jonksuk Yoon - "the same but a little different" (12.3.-22.4.2004)

(c) Jongsuk Yoon

 

 

Jongsuk Yoon macht Leinwände zu Gemälden, monochrome Flächen bestimmen die Grundform, gelichtete Töne die farbliche Palette. Davor erscheinen die gegenständlichen Motive als gestickte Formen aus farbigen Fäden und verleihen dem Bild Reliefcharakter, so daß das gesamte Werk zwischen Bild und Objekt changiert. Der Künstlerin gelingt es Disziplin und Chaos, Komposition und Konstellation von Bildelementen so zu einem Bild zu mischen, daß beim Betrachter eine stetige Bewegung der Wahrnehmung entsteht.

Friedrich Meschede (aus "Alphabet in Bildern")

 

 

 

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Klasse Nestler (HbK Saar) - Kleine Bewegungen - Zeichnungen und Plastiken (16.1.-26.2.2004)

Kathrin Beck

Tanja Endres-Klemm

Hyun-Joung Kim

Tae-Jin Kim

Yune-Ji Kim

Steffen Krüger

Thorsten Wagner

Steffi Westermayer

 

Ausgangspunkt für meine Arbeit ist ein Raum, ist ein Gefühl. Etwas will geformt werden. Ich werde von etwas berührt. Es sit eine Art von Sprache. Was mich interessiert ist Energie, ist Kontakt, ist Unsichtbares.

Kathrin Beck

 

In der Ausstellung zeige ich Filz- und Wollarbeiten. Sie sind bunt, grell, warm, leicht ... und doch schwer. Hartes wird weich gebettet, eingepackt, umhüllt und umgarnt. Die Linie wird durch drehen, wickeln, verknüpfen und verzahnen zur Fläche ... zur schützenden Hülle ... zur zweiten Haut. Fest und undurchlässig ... und doch weich und zart. "Handschmeichler", die "begriffen" werden wollen.

Tanja Endres-Klemm



Hände liegen auf dem Tisch. Eine Hand greift nach einem Bleistift und die andere Hand ist frei. Jede Hand hat eine andere Funktion, macht etwas anderes. Finger bewegen sich langsam. An jedem Ort und zu jeder Zeit ändert sich der Schatten. Freie Hände und Schatten lassen eine Welt entstehen.

Hyun-Joung Kim

 

Ich sehe meine Haut, die Augen, Bäume, Vögel, Straßen, Häuser, Fluß, Leitungen... Ich fühle mich an ihre Tiefe heran. Ich denke daran, wem sie begegnen. Ich folge ihren Spuren. Es ist ein Glück dabei zu sein. Selbtverständlich kann ich nicht alles sehen, fühlen, denken und allem folgen. Aber so kann ich noch weiter als sie gehen, und so kann ich überall hin gehen. Vor allem möchte ich mich selbst treffen. Da treffe ich an meine Grenze. Das war immer so, daß ich mich wirklich nicht kenne. Jemand hat mit gesagt, daß ein Lebensprozeß immer ein Weg in Fortsetzung sei. Ich hoffe es, daß er Recht hat.

Tae-Jin Kim

 

Mein Herz ist kalt... Ich gehe oft blind durch den Tag. Ich schlafe mit offenen Augen. Manchmal kann ich gar nicht spüren, was schön ist oder nicht. Vielleicht bin ich tatsächlich nicht wach. Ja aber, wenn ich in meiner Arbeit die schöne Welt finden kann... ,werde ich es tun, um ein warmes Herz zu bekommen.

Yune-Ji Kim



Ich bestimme eien Grenze, lege Räume fest, fülle sie mit Inhalten, gehe meinen Empfindungen und meinem Bewußtsein nach - das Heimliche, das Berborgene reizt mich.

Steffen Krüger

 

 

Beim Zeichnen stellt sich mir oft die Frage nach Materialität und Aufbau einer Sache. Die Oberfläche steht im festen Zusammenhang mit den Schichten darunter. Ich untersuche einen Stein, in dem ich seine natürlichen Lager in dünne Platten aufspalte, diese zerreibe, an ihnen schleife und mit anderen Stoffen reagieren lasse. Der Staub bleibt an meinen Fingern kleben und reibt sich in das Papier.

Thorsten Wagner

 

Ich suche, ich bin auf der Suche. Finde Gegenstände, deren Farbigkeit, Material, Form, Klang mich berührt, bewegt - die von mir verlangen, sie aufzuheben, zu fühlen, halten, behalten. Anordnungen dieser Dinge, Teile, Reste, die Spuren tragen. Aufzeichnung, Beobachtung des hintereinander, nebeneinander aller mich umgebenden Dinge, deren Bewegung und die der Menschen. Das Hinterlassen von Spuren und ihre verschiedene Dauer. Arbeiten, die in und mit Räumen, Dingen im Tun entstehen, wachsen, sich verändern. Zweifel und Fraglichkeit des Schaffens. Helligkeit, Dunkelheit, Schweres, Leichtes.

Steffi Westermayer

 

 

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2003

Inge Schmidt - um ein kleid - Zeichnung und Plastik (7.11.-19.12.2003)

(c) Inge Schmidt

 

 

Die Arbeiten von Inge Schmidt sind sparsam gesetzte, konzentriert wirkende Notate. Sie ermöglichen die Konfrontation mit den eigenen Sehgewohnheiten. Sie sind dabei voller Poesie und - ein ganz elementarer Faktor im Schaffensprozess der Künstlerin - sie werden just in dem Moment auf die Bühne entlassen, der sie in den Augen der Künstlerin als fertig, als reif gelten lässt. Im Stadium des scheinbar noch Un-Fertigen den Mut zur Beschränkung zu haben, weil "es" stimmt, weil dem nichts mehr hinzuzufügen ist - eine schwierige Entscheidung. Doch genau diese Kunst des Sich-Entscheidens zum richtigen Zeitpunkt, des Belassens, des Loslassens, beherrscht die Künstlerin meisterhaft.
Das einfache, arme Material ist ein weiteres, wichtiges Charakteristikum ihrer Arbeiten. Nichts lenkt ab von diesem aufs Äußerste reduzierten Werkstoff, als da sind: Hölzer, Papprollen, Stücke, Drähte, absonderliche Reste, die die Künstlerin vor dem Vergessen rettet. Alles das dient Inge Schmidt als spartanische Projektionsfläche für die künstlerische Umsetzung. Das fertige Produkt entsteht gleichsam aus einer Identität von Material und Wirkung, die Plastiken erzeugen ihren Ausdruck aus sich selbst heraus, brauchen nicht den über-interpretierenden Verweis!

Gabriele Breun (aus der Eröffnungsrede zur Ausstellung "Inge Schmidt /Plastische Stücke und Zeichnungen" Nov. 2002, Marburger Kunstverein)

 

Inge Schmidt: "Was ich erreichen möchte, ist das Pure, das Direkte, auch das Spielerische. Das Spielerische als Akt der Befreiung interessiert mich. Das Spiel, denke ich, hat immer etwas mit Locken und Verlockung zu tun. Ich finde, die Kunst sollte das auch."

 

 

Weitere Informationen zu Inge Schnidt finden Sie auf der Intenetseite der Künstlerin www.inge-schmidt.de.

 

 

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Sen Chung - the definitive dream (19.9.-24.11.2003)

Sen Chung, Winterlandschaft, 2002, (c) Sen Chung

 

 

Sen Chung verbindet in seinen Bildern immer zwei Wirklichkeiten miteinander. Es ist einerseits die Wirklichkeit des real Geschauten, des medial und auch in der Werbung Vermittelten, und es ist andererseits die Wirklichkeit des Bildes, bestimmt von einem großzügigen Umgang mit Farbflächen und immer wiederkehrenden geometrischen Bildstrukturen.
Der Künstler isoliert Realitätsausschnitte, erzeugt Wirklichkeitsfragmente und vernetzt sie in Bildkompositionen, die zumeist von einem charakteristischen Farbwert bestimmt und vom ihm bevorzugt in großen Formaten auf Leinwand umgesetzt werden. Dabei agiert er unabhängig vom Bildträger immer als Maler, der aus der Summe von Wirklichkeiten seine eigene bildimmanente Wirklichkeit erzeugt. Es ist spannend zu beobachten, wie hier ein Werk vor dem biografischen Hintergrund verschiedener Kulturen eine ganz konkrete Ausformung findet.
Vieles vermittelt sich als persönliche Aneignung, als eine Verarbeitung zu einem persönlichen System, das gleichzeitig jedoch auch wesentliche Tendenzen der aktuellen Realismusdebatte in sich trägt.

Martin Hochleitner, Mai 2003

 

Weitere Informationen zu Sen Chung finden Sie auf der Internetseite www.Kukjegllery.com.

 

 

 

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Volker Saul - "Skulpturen" (16.5.-19.6.2003)

(c) Volker Saul

 

 

Ausgehend von experimentellen Zeichnungen direkt aus der Farbtube entwickelt Volker Saul meist signalfarbene Körper aus MDF, die er teilweise in Wandmalereien aus monochromen Farbfeldern integriert. Und entstehen die Vorlagen aus der Motorig des Schreibens und Zeichnens, so gewinnen sie als plastische, artifizielle Formen den Charakter von Enblemen und Logogrammen, die zum installativen Ensemble erweitert werden können. Auf diese Weise verfestigt sich die schnelle Zeichnung zum manifesten Zeichen, das nicht nur seine visuelle Präsenz im Raum behauptet, sondern auch als potentieller Bedeutungsträger erfahrbar wird. Hier hat der Künstler verschiedene Grade der Lesbarkeit erprobt, zumal neben Variationen von linearen Gebilden, die einem stenografischen Notat oder einer flüchtigen Unterschrift ähneln, auch Buchstabenkombinationen oder - in jüngster Zeit - ganze Wörter entstanden. Damit setzt Volker Saul auf die Interaktion von Bild und Sprache, die ihr suggestives Potential zwischen Sehen und Lesen entfaltet.

Stefan Rasche

 

Weitere Informationen zu Volker Saul finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.volkersaul.de.

 

 

 

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VIDEO II - Videoabend (9.5.2003)

(c) Stephanie Adams

Stefanie Adams

Anna Anders

Ellen Bornkessel

Harald Busch

Katja Butt

Rabea Eipperle / Rahel Puffert

Min Kim / Moon Cho

Milo Köpp

Eric Lanz

Achim Mohné

Monika Pirch

Johanna Reich-Ziegenthaler

Corinna Schnitt

Gabriele Seifert

Stef Stagel

Jan Verbeek

Lili Voigt / Marcus Krips

 

 

PROGRAMM


Monitor I
Katja Butt busy blues 2002   7:39
Gabriele Seifert stehen-fallen-Häuser 1995   5:46
Ellen Bornkessel it`s possible 2002   7:30
Jan Verbeek Continuum 1991   5.40
Stefanie Adams Benzin 1997 18:00
Jan Verbeek Interferenz 1990   7.42
  Skip and Return 2001   0:30
Corinna Schnitt Schloss Solitude 2002 10:00
Min Kim / Moon Choi One Foto 2002   3:48
Jan Verbeek Heute abend 2001   0:16

 

Monitor II
Harald Busch nach Bremen 2002   0:52
  Going going home 2002   2:13
Monika Pirch for rose 2001   2:33
  waving 1999   0:34
Milo Köpp Arbeit geht 2001   0:48
  Eine Verabredung 2001   0:43
Rabea Eipperle / Rahel Puffert Widerspruch in sich 2001   7:00
Anna Anders Schlag auf Schlag 2002   0:54
  Cleaner Tip 2003   1:50
  Cut, Cut - Differenz 1994   2:10
Achim Mohné Die Stubenfliege 2002   2:55
Anna Anders Fußball 1986   0:40
Stef Stagel eine Frage des Maßstabs 1999/2002   3:35
  American grid dream 2002   2:10
Johanna Reich-Ziegenthaler innen 2003   1:05
Lili Voigt / Marcus Krips Stein Zeit Computa 1991-97   5:40
Min Kim / Moon Choi uri 2002   4:39
  Oscilloscop 2002   2:50
Achim Mohné Fireflies 2000 12:35
Monika Pirch Exercise 2 1999 12:45

 

Monitor III
Eric Lanz Eingriff (Bulimie) 2002 21:00



 

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reduziert

Harald Busch - Dorothee Joachim - Raymund Kaiser - Horst Keining - Christel Koerdt - Ekkehard Neumann - Jürgen Paas - Sybille Pattscheck - Volker Saul - Josef Schulz (7.3.-10.4.2003)

 

Weitere Informationen zu Harald Busch unter www.haraldbusch.de

 

Weitere Informationen zu Dorothee Joachim unter www.dorotheejoachim.de

 

Weitere Informationen zu Raymund Kaiser unter www.raymundkaiser.de

 

Weitere Informationen zu Horst Keining unter www.keining.de

 

Weitere Informationen zu Christel Koerdt unter www.gedankenworteundwerke.de

 

Weitere Informationen zu Ekkehard Neumann unter www.ekkehard-neumann.homepage.t-online.de

 

Weitere Informationen zu Jürgen Paas unter www.juergen-paas.de

 

Weitere Informationen zu Sybille Pattscheck unter www.farbmalerei.org

 

Weitere Informationen zu Volker Saul unter www.volkersaul.de

 

Weitere Informationen zu Josef Schulz unter www.josefschulz.de

 

 

 

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2002

Dorothee Joachim - Neue Malerei (15.11.2002-16.1.2003)

(c) Dorothee Joachim

 

 

...In den Arbeiten von Dorothee Joachim erleben wir Malerei, ohne an Malerei gebunden zu werden. Ihre visuellen Farbplastiken entwickeln im Raum und im ständigen Wechseldialog mit den Betrachtern eine Individualität und körperliche Präsenz, die sie als raumbildende Objekte fassbar machen. Dass der Objektcharakter im Werk von Dorothee Joachim durchaus anzusprechen ist, bestätigen die Seitenflächen ihrer Werke, die sie niemals verbrämt und deren gewachsene Struktur ihr im Kontext der Arbeiten wichtig ist. Hier an diesen Seitenteilen erkennen wir die Spuren der Prozesse, erfahren die Vielfältigkeit der Farbigkeiten und erleben die Faktizität der Malerei ohne Kompromiss.
Jedes ihrer Bildwerke ist ein individueller Farbkörper mit einem Grad an Unverwechselbarkeit, der ihn in ein besonderes Verhältnis zu den anderen Bildern wie zu den Betrachtern setzt. Dorothee Joachim verfolgt ihre künstlerische Arbeit mit extremer Konsequenz. Ihrer gestalterischen Zielsetzung ist jede Form des Kaschierens, Verdeckens oder Illusionierens absolut fremd. Ihre farbplastischen Bilder sind offen und in der Betrachtung immer nachvollziehbar. Damit sind diese Arbeiten von einem Grad der Wahrhaftigkeit geprägt, der ihr gesamtes Werk maßgeblich auszeichnet.
Es sind Bilder, die alles aussprechen, was in ihnen steckt und was sie ausmacht - man muss nur zuhören.

Gabriele Uelsberg
Auszüge Katalogtext zu "Grünes Licht", Kunstmuseum Alte Post, Mülheim an der Ruhr, 2001

 


Weitere Informationen zu Dorothee Joachim finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.dorotheejoachim.de.

 

 

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Jürgen Paas - Jeu de couleurs (13.9.-18.10.2003)

 

 

Jürgen Paas beschäftigt sich in seiner Arbeit seit vielen Jahren mit dem Begriff des Depots und des Archivs. Seine Farbarchive fungieren quasi als Metaphern von Malerei, da sie häufig ohne die tatsächlichen Bedingungen von Malerei entstehen. So präsentiert er z. B. pulverbeschichtete Stahlbleche in mannigfacher Anhäufung in einer Depotinstallation als variable, veränderliche Setzung. Dem Betrachter offenbart sich in seiner Vorstellung - neben der vom Künstler vorgegebenen Farbzusammenstellung - eine fast unendliche Zahl von Kombinationsmöglichkeiten.

Christina Hellebrand

 

Weitere Informationen zu Jürgen Paas finden Sie auf der Internetseite des Künstlers www.juergen-paas.de.

 

 

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Markus Kleine-Vehn - "Synthesizer" (7.6.-11.7.2002)

 

 

Den ausgangspunkt der arbeit bildet die vorstellung der übersetzung einer potentiellen computerspiel-3d-grafik in einen realen raumzusammenhang. Ein gang wird konstruiert, welcher statt einer einfachen tür, wie in einem computerspiel, zwei räume miteinander verbindet. Es wird ein modul konstruiert, welches analog zur konstruktionsweise in einem 3d-programm mehrfach geloopt zu einem gang wird, der den hauptraum der ausstellungshalle mit dem so genannten kühlraum verbindet.
Das modul wird aus simulierten fundstücken, künstlich hergestellten fragmenten von spanplattenmöbeln und türen, zivilisationsmüll, vorgeblich sinn- und konzeptlos zusammengeschraubt. Auf der oberfläche werden standardbohrungen verteilt, welche eine nicht existente vergangenheit und funktionalität suggerieren, etwa bohrungen für den einsatz von türklinken, scharnieren oder regalbrettern. Selbst hergestellte aufkleber werden auf der oberfläche verteilt. Die wiederholung kleinster details, vermeintlicher fehler ist an jeder stelle sichtbar. Analog zur konstruktion von räumen und gegenständen in 3d-grafikprogrammen wird die form der zufälligen behelfsbauweise formalisiert und geordnet. Der müll wird zum muster, spontanität und zufall werden zur geste.

Markus Kleine-Vehn

 

 

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Ralph Merschmann - neue Bilder (15.3.-2.5.2002)

 

 

Neue Bilder

Ausgehend von einfachen, annähernd geometrischen Formen, von Kreisen, Streifen oder Quadraten, hat sich Ralph Merschmann in der Vergangenheit wiederholt mit ornamentalen Bildstrukturen befaßt, die er in Reihen und Variationen malerisch untersucht. Gemeinsam ist seinen meist kleinformatigen Arbeiten die Befreiung der an sich strengen Form zu einer unmittelbaren, stets mehrdeutigen Lebendigkeit, die den Blick in permanenter Bewegung hält. Zwar erzielt der Maler immer wieder kompositorische Ordnungen, die vor allem durch den flächengreifenden Rapport der Farbformen entstehen, doch werde diese zugleich infrage gestellt, indem er die scheinbar identischen Bildelemente nach individuellen Eigenschaften differenziert. So führen etwa geringfügige Abweichungen und Asymmetrien zu einem lebendigen All-Over, wie auch der Auftrag der kostbaren, oft freskohaften Farbe erkennen läßt, daß sich Ralph Merschmann entschieden gegen jede normative Malerei verwahrt.
Eine Pointierung dieser Fragestellungen gelang Ralph Merschmann durch den Einsatz einer von ihm entwickelten Stempeltechnik, die im Schichtungsverfahren maximale Variationsmöglichkeiten erlaubt. Dabei werden Gefäße in die Farbe getaucht, wodurch sich über ihrer Öffnung ein Farbfilm bildet, der bei Berührung mit der Leinwand platzt, um sich als leicht erhabene Kreisform auf die Fläche zu legen. Farbspritzer sind dabei unvermeidlich, so daß sich gerade diese Bilder einer Regelhaftigkeit lediglich annähern, ohne sie tatsächlich einzulösen.

Stefan Rasche

 

 

 

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VIDEO I - Videoabend (1.3.2002)

 

Alexander Braun

Harald Busch

Gunnar Friel

Falco Jagau

Kai Kraatz

Antonia Low

Angela Melitopoulos

Ingrid Mwangi

Corinna Schnitt

Volker Schreiner

Tanya Ury

Anja Vormann

Katharina Wibmer

 



PROGRAMM

 

Monitor 1







  Angela Melitopoulos

 
 




 Passing Drama
 Transfer
 Above and below ground
 AGUA SUA
 Prag
 Blown up
 Kriks Kriks
 Black Pompeji
1999
1991
1985
1986
1988
1992
1994
1996
 
Monitor 2















 Harald Busch







 Ingrid Mwangi
 Kai Kraatz
 Falco Jagau
 Gunnar Friel
 Volker Schreiner



 Füllung
 m
 California dreaming
 Film
 Nase
 Tropfen III
 Fall Band Beam
 Solo TV
 Neger
 Sonoluca
 Quiet Home
 affenpark
 white screen
 wipe board
 open up
 Rack
1994/95
1986/87
1988
1990/91
1991
1991
1993
1999
2000
1991

2001
1988
1989
1991
2000
 
Monitor 3











 Katharina Wibmer


 Anja Vormann

 Alexander Braun
 
 Corinna Schnitt


 Antonia Low
 Tanya Ury
 Der Krampf
 Franzi
 Letzte Lockerung
 Gekämmter Kuchen
 Reise durch die Blutwurst
 Endymion
 Ruhe sanft
 Schönen, guten Tag
 Zwischen vier und sechs
 Das schlafende Mädchen
 Oma online
 Hotel Chelsea - Köln
1992
1993
1996
2001
2001
seit 1999
2000
1995
1998
2001
2001
1995
 

 

 

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Anke Menck - Landpartie (11.1.-21.2.2002)

 

 

Unter dem Titel "Landpartie" werden zwei Werkgruppen präsentiert, die sich mit dem Motiv Landschaft und Himmel auseinandersetzen. Himmel ist eine mehrteilige fotografische Arbeit, während die Buschbilder digital produziert sind. Die Bilder sind jeweils Teil einer Installation, in welcher mit bildeigenen Elementen oder gegengewichtigen Objekten der Raum einbezogen wird.

Anke Menck

 

Weitere Informationen zu Anke Menck finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.ankemilamenck.de.

 

 

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2001

Vanessa Jack - Fotoarbeiten (19.10.-30.11.2001)

 

 

On show at Galerie Januar are works from "Duration Studies" and "Worauf müssen Sie sich einstellen?"

 

In 1998 I moved to Düsseldorf, and soon discovered that the Neanderthal valley was not far away. It was very exciting that the familiar word "Neanderthal" was actually a place that could be visited, and I remember standing on the road there waiting to feel the immensity of hundreds of thousands of years of human development come crushing into my skull.
What came instead was the frustrating experience of there being nothing particularly spectacular to see, except for a bad concrete sculpture of a caveman with a club and a hairy chest. I began to photograph my neighbours, from my apartment windows, going about their daily routines, documenting their small progressions, determined that there were other ways to understand the wonder of evolution. The Duration Studies are collections of these montaged moments.
"Worauf müssen Sie sich einstellen?" (What do you have to bear in mind?) is a frequently repeated question in official German drivers' licence theory exams. The question accompanies photos of possible situations that a driver might meet, and asks the student/viewer to imagine being in the scene portrayed, and to predict what might happen in the following moments. This required intervention of the viewer breaks traditional, temporal and spatial, constraints of photographs. The photographed moment is no longer past, but through the imagination of the viewer, also extends into the future.
The works are digitally-montaged images, which emulate those from theoretical driving tests. Four photographs taken from slightly different perspectives are joined together in a grid to recreate typical driving scenarios. The seams do not match perfectly and sometimes details are repeated, marking the passage of time as a person crosses the road, or skewing the space with a double horizon.

Vanessa Jack

 

 

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Mira Schumann - Das rote Haus (31.8.-4.10.2001)

(c) Mira Schumann

 

 

Das rote Haus

 

Der Besucher des roten Hauses geht von Raum zu Raum, vom Keller zum Dacjboten, durch verdunkelte Räume, durch orange-rotes Licht. Er schaut ins Wohnzimmer: doch etwas ist anders, die Heimeligkeit ist gestört, der Normalzustand unterbrochen. Er geht weiter in den Keller: eigenartige Situation - scheinbar plötzlich verlassener Ort; durch ein denkbares Ereignis...Und selbst auf dem Dachboden zeugen Dinge noch vom Bewohntsein und einem Abbruch, einem Einbruch in den normalen Verlauf. Die Geschichten der Räume liegen verborgen in den Dingen dort, die der Besucher als "Überreste" wahrnimmt. Der Besucher denkt diese Vorgeschichten, er analysiert das "Davor" der vorhandenen Situationen und wird so zum verspäteten "Zeugen".

Mira Schumann

 

Weitere Informationen zu Mira Schumann finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.members.dokom.net/mira.schumann.

 

 

 

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Christel Blömeke - I see precisley one window of light (18.5.-22.6.2001)

(c) Christel Blömeke

 

 

Die Arbeiten von Christel Blömeke sind plastische Konstruktionen und Eingriffe in Räumlichkeiten, die bestehende Kontexte verändern und erweitern. Grundlage ist die Zeichnung. Sie skizziert Bewegungsvorgänge, erlebt bzw. eigen notiert. Diese bleibt nicht nur Strich. Mit ihr beginnen Fragen nach der Masse, dem Gewicht und Volumen. Immer bleibt jedoch die Frage nach dem "Eigentlichen". Die Arbeiten begegnen Raum. Es sind Wände, die in einer bestimmten Konstruktion stehen und darin einen Kontext bilden, oder aber sich von allem "Formalen" befreien und ein Bild entstehen lassen, einen Weg, vor dem der Besucher sich einem komplizierten Konstruktionsgefüge gegenüber sieht. Die Begegnung mit Luft, Licht, Gewicht und Größe werden wichtig und setzen einerseits sich selbst, andererseits aber auch die Umgebung neu. Professor Walter Nikkels schrieb zu einer ihrer Arbeiten den Titel "Raum als Zelle - Raum als Hülle". Es scheint, als wenn darin ein Kern ist, der für alle ihre Arbeiten gelten mag. 

 

Weitere Informationen zu Christel Blömeke finden Sie auf der Internetseite der Künstlerin www.christel-bloemeke.de.

 

 

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Josef Schulz - Centre Commercial (16.3.-26.4.2001)

(c) Josef Schulz

 

 

Die Serie "Centre Commercial" entstand 1999 in verschiedenen Städten Frankreichs. Hauptgegenstand der Arbeit sind Einkaufszentren, die am Stadtrand liegen. Die meisten Gebäudekomplexe bestehen aus eingeschoßigen Hallen, die mit entsprechenden Werbeaussagen versehen sind. Die Bauweise erscheint gerade, übersichtlich, mit möglichst wenig architektonischen Aufwand. Als Gesamtheit wirkt dieser künstliche Lebensraum absurd und irreal. Die Darstellung der Straßenzüge erforderte die Abkehr von dem klassischen fotografischen Weg, da aufgrund der räumlichen Enge kein Gesamtbild erstellt werden konnte. Deshalb wurden zunächst Teilabschnitte fotografiert. Die insgesamt 15 - 35 Teilabschnitte wurden später auf digitalem Wege zusammengesetzt. Aufgrund des veränderten Fluchtpunktes in den einzelnen Fotos ergeben sich in der Montage perspektivische Brüche, die sich nicht vollständig auflösen. Die Montage zeichnet scheinbar ein plausibles Bild der Realität; erst beim näheren Betrachten sollen diese perspektivischen Brüche auf das Vorhandensein einer Manipulation hindeuten.

Josef Schulz

 

 

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vis-à-vis

Takakazu Takeuchi (Skulpturen) - Bernd Halbherr (Fotografische Skulptur) (12.1.-29.2.2001)

 

 

20 Jahre galerie januar

 

Bernd Halbherr - "INTERNA UND DAS BEGEHBARE AUGE"

...Bernd Halbherr thematisiert in seinen künstlerischen Arbeiten unsere Wahrnehmung der Umwelt. Mit Mitteln der Fotografie, mit sphärischen und zylindrischen Körpern sowie mit Spiegeln schafft er Apparaturen und Installationen, die auf bestimmte örtliche Situationen einwirken und vertraute Aspekte verändern. Mit einfachen aber effizienten Mitteln stellen die Werke neue umfassende Perspektiven her und erweitern auf diese Weise eingeschliffene Sichten...

Dr. Stefan von Wiese

(Ausschnitt Katalogtext "weekend", Kunstmuseum am Ehrenhof, Düsseldorf)



 

 

Auch in einem einzelnen Blatt Papier können wir alle Dinge dieser Welt sehen. Allein für dieses eine Blatt Papier muß es Erde gegeben haben, muß es Regen gegeben haben - und muß es Menschen gegeben haben, die die Bäume gefällt haben. In diesem einen Blatt Papier finden wir uns selbst wieder. So leben alle Dinge, auch wir, mit- und nebeneinander und determinieren uns gegenseitig. Insofern sind auch Bäume und Menschen eine große Einheit. Das heißt, wir sind selbst ein Baum, selbst Erde, selbst Regen. Und das bedeutet auch: Wo ein Baum stirbt, stirbt auch ein Teil des Menschen.
Ich möchte selbst wie der Regen sein, der zum Fluß wird, wie ein Fluß, der zum Meer wird.

Takakazu Takeuchi

 

 

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2000

vis-à-vis

Andreas K. Schulze (Malerei) - Ingolfur Ararsson (Zeichnung) (3.11.-14.12.2000)

 

 

 

20 Jahre galerie januar


 

So eine Art offene, heitere, bewegliche, leichte Sichtbarkeit.

Some kind of open, funny, flexible, light visbility.

So ein Art bewegliche, offene, sichtbare,heitere Leichtigkeit.

Some kind of flexible, open, visible, funny lightness.

So ein Art sichtbare, bewegliche, leichte, offene Heiterkeit.

Some kind of visible, flexible, light, open funniness.

So ein Art heitere, leichte, offene, sichtbare Beweglichkeit.

Some kind of funny, light, open, visible flexibility.

Some kind of light, visible, funny, flexible openness.

So ein Art leichte, sichtbare, heitere, bewegliche Offenheit.

Andreas Karl Schulze

 

 

 

Ingólfur Ararsson

Seit langem arbeitet Ingólfur Arnarsson an Serien von Bleistift-Zeichnungen, deren Standardformat inzwischen 24x17 cm beträgt. "... Mit hartem Bleistift auf glattem Papier, das auf einer Glasplatte liegt, um ungewollte Frottage-Effekte zu vermeiden, zeichnet er Linien in mehreren Schichten übereinander, die sich schließlich zu einer Fläche verdichten. Er greift dabei auf die traditionelle Technik der Kreuzschraffur zurück, mit der Schattierungen, d.h. räumliche Hell-Dunkel-Strukturen, erzeugt werden. Ein kleinteiliges Netz aus gestrichelten Linien und Zäsuren wächst organisch an und bedeckt allmählich das gesamte Blatt, das erst nachträglich beschnitten wird.
...In Ingólfur Arnarssons Zeichnungen äußert sich ein ständiger, konstruktiver Zwiespalt zwischen Zufall und Absicht, Unbeherrschtheit und Disziplin, Chaos und Ordnung, Zurückhaltung und Offensive. Dieser Balanceakt zwischen den Gegensätzen, der alle Komponenten zuläßt, ohne einzelne dominieren zu lassen, erfordert ein Höchstmaß an Empfindsamkeit, Selbsteinschätzung und Sensibilität für die eigene Handlungsweise, die gewissenhaft zwischen den persönlichen Bedürfnissen und denen des Mediums zu vermitteln versucht.
... Eine Präsentation mehrerer Zeichnungen vergegenwärtigt die subtilen Varianten der Grautöne, die sich aus den unterschiedlichen Charakteren der Zeichnungen ergeben. Beide Erscheinungsweisen bestehen gleichrangig nebeneinander - die lineare Mikrostruktur und ihre Verdichtung zu grauen Farbflächen, so daß auch der Betrachter ständig zwischen Nah- und Ferneinstellung wechselt, ohne sich je für eine einzige Sichtweise entscheiden zu können, da sich beide in ihrem Wechselspiel steigern und ergänzen. ... "

Hannelore Kersting (Auszug aus dem Katalogtext:

Ingólfur Arnarsson, Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach 1995)



 

 

 

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vis-à-vis

Martin Brüger - Andrea Hold-Ferneck (18.8.-29.9.2000)

 

 

 

20 Jahre galerie januar

 

 

Martin Brüger - Arbeiten aus zwei Werkserien, den Möbelfarbkörpern und aktuellen Fotoarbeiten

"...Ausgehend von Gebrauchsmöbeln aus der Serienproduktion, hat Martin Brüger die Hängeschränke und Regale in Längsrichtung doppelt durchschnitten, um ihnen - gewissermaßen im Sandwich-Verfahren - hochglanzlackierte Farbvolumen anstelle der entfernten Zwischenstücke einzuverleiben. Durch diese Erweiterung verlieren sie nicht nur ihre einstige Zweckbestimmung , sondern werden in scheinbar minimalistische Farbplastiken umgewandelt, die in der Konfrontation von flächenhaften und raumgreifenden Elementen gleichermaßen bildhafte wie skulpturale Eigenschaften hervorbringen...
...Auf dem Zusammenwirken verschiedener Raumebenen und Flächenpläne beruhen auch die aktuellen Fotoarbeiten des Künstlers. Hier nun sind es flächige Ansichten von Gewerbearchitekturen, von Plakatwänden und wellblechverschalten Lagerhäusern, die Martin Brüger seinen Manipulationen zugrunde legt. Dabei wird an die Stelle säuberlich herausgeschnittener Binnenflächen weiße Farbe rückseitig auf das Acrylglas aufgetragen, das den Fotografien vorgeblendet ist. Wo sich ursprünglich Fenster, Tore oder bunte Werbeplakate befanden, sind nunmehr fragmentarische "Blindflächen" eingesetzt. Und nähern sich die profanen Architekturansichten durch solche monochromen Tilgungen abstrakten Farbfeldmalereien an, so wird durch diesen Verfremdungsakt die motivische Lesbarkeit der Fotografien doch niemals ganz in Frage gestellt. Auch hier gelingt dem Künstler eine sorgsam austarierte Gratwanderung zwischen vertrauten und fremden Informationen, zwischen Wiedererkennung und Irritation, die unser begrenztes perspektivisches Repertoire auf die Probe stellt."

Stefan Rasche




 

Andrea Hold-Ferneck - Die Differenz der Bilder 
Ausgehend von der Fotografie befaßt sich Andrea Hold-Ferneck mit Fragen der Bildwirklichkeit und ihrer Wahrnehmung, die weit über die fotografische Praxis hinausweisen. Dabei ergänzen sich ihre Arbeiten zu einem offenen System, das sich im Zustand permanenter Verwandlung und Erweiterung befindet. So reflektieren etwa ihre zahlreichen Aufnahmen von Pflanzen und Bepflanzungen das Verhältnis von Natur und Künstlichkeit, von Bild und Abbild, wie es einerseits mittels farblich-formaler Manipulation zutage tritt, andererseits aber auch um diverse Realien - Versatzstücke aus der Alltagswelt - stillebenhaft ergänzt wird. Hinzu treten reine Kunstprodukte, etwa in Gestalt monochromer Luminogramme, die ebenfalls dem Paradox des Bildermachens Ausdruck verleihen, zumal es sich faktisch um Farbflächen handelt, die dennoch erhabene Raumillusionen schaffen.

Stefan Rasche

 

 

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vis-à-vis

Renate Paulsen - Engelbert Becker (26.5.-29.6.2000)

 

 

 

20 Jahre galerie januar

 

Engelbert Becker

Engelbert Becker malt Bilder, die man als monochrom bezeichnet. Der Ausdruck ist fachsprachlich eingeführt, aber im Grunde ungenau. Ein auf den ersten Blick gelbes Bild zeigt beim zweiten Hinschauen Rotspuren. Ein auf den ersten Blick rotes Bild bleibt auch auf den zweiten Blick ein rotes Bild, aber es enthält so viele Rottöne, daß man sichfragt: wieso einfarbig? Wo ein erster Blick, vielleicht enttäuscht über die dürftige Menge an Informationen, schnell fertig sein möchte: rotes Bild, gelbes Bild, erkannt, abgehakt - da merkt er, wenn er nicht der Allerflüchtigste ist, dass es so schnell nicht geht: ein langer zweiter Blick muß her, die Wahrnehmung verlangsamt werden.

Verlangsamung ist Intensivierung der Wahrnehmung. Becker verweigert uns die heute überall übliche Bilderflut unterschiedlichster und widersprüchlichster Details. Er bietet uns einen Farbraum der Stille. Während in der Bilderflut die Bilder sich jagen, sich - wie wir sagen - gegenseitig totschlagen, wir die Vielfalt der Bilder überhaupt nur ertragen können, weil sie für uns tote Bilder bleiben, ist Beckers Bild lebendig, gegenwärtig. Sein Leben zeigt sich zum Beispel an seiner Oberfläche. Während die triviale Bilderwelt ihr Totsein durch ihre glatte, platte, unsinnliche Oberflächlichkeit beweißt, welche die Sinnlichkeit des Betrachters abtötet, weckt die Oberfläche eines Bildes von Engelbert Becker unsere optische und haptische sinnliche Wahrnehmung; eine Wanderung des tastenden Auges über die Oberfläche, die Haut des Bildes, wird zum Abenteuer.

Aber Beckers Bilder erschöpfen sich nicht in fraglos bezauberndem Oberflächenreiz. Die stillen Farbfelder sin Energieträger, die ausstrahlen in den Raum. Es ist bekannt und in allen Farblehren nachzulesen, daß etwa Rot eine nach vorn drängende Farbe ist, die in den Interpretationen gern als vital und aggressiv erklärt wird, wogegen Blau die kühle Farbe der Ferne und der Introversion sei. In den Theorien wird oft die räumliche mit der psychischen Wirkung der Farbe gekoppelt. Becker ist allein an der räumlichen, nicht an der psychischen oder expressiven Kraft der Farbe interessiert. Psychisches mag einfließen in die Rezeption des Betrachters wie auch schon bei der Farbwahl des Malers, aber es ist nicht intendiert.

Hajo Antpöhler



 

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vis-à-vis

Claudia Wissmann - Martina Muck (17.3.-27.4.2000)

 

 

20 Jahre galerie januar

 

 

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Christiane Laun - Neue Bilder (14.1.-3.3.2000)

(c) Christiane Laun

 

 

Teil der Ausstellungsreihe "Die Farbe hat mich"

 

 

Weitere Informationen zu Christiane Laun finden Sie auf der Internetseite www.kunstnetztnrw.de.

 

 

In Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat Nordrhein-Westfalen.

 

Gefördert von: Werner Richard - Dr. Carl Dörken-Stiftung

 

 

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