ANNA HOLZHAUER: Populäre Formen

11. Januar - 21. Februar 2013

Ausstellungansicht des Obergeschosses (c) Anna Holzhauer, Foto: CR

Eröffnung

Freitag, 11. Januar 2013, 20 Uhr

Einführende Worte von Claudia Rinke

 

Anna Holzhauers künstlerisches Werk umfasst Skulpturen und Zeichnungen. In der Ausstellung Populäre Formen in galerie januar e.V. zeigt sie in allen drei Räumen des Vereins ihre neusten Arbeiten aus den Jahren 2011 und 2012. 

 

Im Erdgeschoss der Galerieräume wird der Besucher gleich mit einer skulpturalen Arbeit konfrontiert. Eine große Kegelform o.T. (Isolierter Körper) aus dem Jahr 2012 steht mitten im Raum. Die graue, leicht strukturierte Oberfläche des Körpers erinnert an Beton und lässt die Skulptur massiv und schwer erscheinen. Doch bei der Bewegung um die Form herum wird ein Spalt sichtbar, der einen Einblick in das Innere des Kegels zulässt. Die auf den ersten Blick massive Skulptur ist innen hohl und besteht aus Styropor - ist also relativ leicht und zerbrechlich. Dieser Körper stellt für Anna Holzhauer eine Art Schutzraum dar - ein Einpersonen-Bunker. Im Obergeschoss finden sich zwei Körper auf dem Boden, die ebenso eine Art Schutzhülle für einen Menschen bzw. Teile eines Menschen dienen können. Doch diese Formen sind nicht potentiell begehbar. Sie sind komplett geschlossen und geben nur durch ihre Formen Assoziationsmöglichkeiten für eine Benutzung. Auch hier spielt die Oberfläche eine wichtige Rolle - die glatte Oberfläche lässt ein haptisches Erlebnis erahnen. Mit der Positionierung der Skulpturen im Raum stellt Anna Holzhauer eine Symbiose her. Die Formen setzen sich zum Raum in Beziehung und können ohne ihn nicht existieren. Gleichzeitig lassen sie den Raum neu entstehen und machen ihn für den Betrachter neu erfahrbar. 

 

Die Zeichnungen sind für Anna Holzhauer ein eigenständiges Medium. Sie stehen für sich und sind nicht direkt auf ihre bildhauerische Arbeit bezogen, obwohl sie natürlich verwandte Themen und Motive behandeln. Die kleinformatigen, offenen Zeichnungen in Bleistift oder Aquarell sind eine Art Festhalten von Ideen, Erinnerunge und Spurensuche. Oft nur fragmentarisch, aus wenigen sparsamen Linien bestehend, sind gegenständliche Motive nur angedeutet und lassen so eine Deutung für den Betrachter offen.

 

Anna Holzhauer, geb. 1980, studierte Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Alf Schuler. Von 2006-2010 war sie Stipendiatin des Cusanuswerkes. Im Jahr 2009 erhielt sie den UPK Preis, 2010 den Kunstpreis der Dr. Wolfgang-Zippel-Stiftung sowie das Georg-Meistermann-Stipendium. Sie lebt und arbeitet in Kassel. Neben zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den vergangenen Jahren zeigt sie 2013 ihre Arbeiten in einer Einzelausstellung im Märkischen Museum Witten.

 

Text: Claudia Rinke

 

 

 

Weitere Informationen zu Anna Holzhauer unter www.annaholzhauer.de

 

 

Pressestimmen

 

"Einpersonen-Bunker. Anna Holzhauer stellt in galerie januar aus", Ruhr Nachrichten, 8.01.2013, von Ronny von Wangenheim

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